Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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39 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
In dieser Übersetzung ein nahbares Meisterwerk!, 2. April 2009
Mir erscheint es nicht sonderlich originell, den Don Quijote auf einer Seite wie dieser ganz allgemein als Meisterwerk der Weltliteratur zu preisen. Wer dies über die Göttliche Komödie, die Suche nach der verlorenen Zeit oder den Mann ohne Eigenschaften sagt, bewegt sich wohl immer im sicheren Trend.
Mir persönlich hat es Don Quijote schwer gemacht, weil ich die Größe dieses Werkes schlicht lange Zeit nicht nachvollziehen konnte. Der Roman ist vorsichtig formuliert extrem handlungsarm, weniger vorsichtig formuliert: überaus repetitiv. Quijote und Sancho erleben in unterschiedlichen Episoden, wie Fantasie und Realität aufeinanderprallen, bis Quijote am Ende stirbt. Im Jubliäumsjahr hatte ich mir eine schöne Ausgabe der Tieck-Übersetzung gekauft Leben und Taten des scharfsinnigen Edlen Don Quixote von la Mancha. 2 Bd: 2 Bde. und war irgendwo im zweiten Band nicht mehr interessiert. Die Lektüre der Vorlesungen von Nabokov zu Don Quijote Lectures on Don Quixote war das ehrlichste, was ich zu diesem Werk finden konnte: Der Brachialhumor von Cervantes in allen Gast-, Hurenhaus- und Wegelagerszenen ist als solcher aus heutiger Zeit wirklich nicht mehr witzig, obwohl Nabokov wiederum das Interesse an anderen Aspekten des Werkes steigern. Mein Urteil damals lautete: Das schöne Thema, die Brechung der Wirklichkeit an der eigenen fantasievollen Vision des Helden hätte auch auf gut einem Zehntel des Romanes erzählt werden können. Der dritte Versuch setzte daher bei El ingenioso hidalgo Don Quijote de la Mancha: Selección an, dem schön gestalteten Digest mit Vokabelhilfen; aber: Mein Spanisch reichte nicht aus, den Sprachwitz des Originals nachvollziehen zu können.
Längst hatte ich also das Kapitel Don Quixote irgendwie als Phantom, geboren auf spanischem Nationalstolz, aufgegeben, bis eine FAZ-Rezension zu dieser Übersetzung noch einmal das Interesse aufflammen ließt. Und zum ersten Mal verstand auch ich: Der Übersetzerin gelingt es wunderbar, den sanften Schleier der Ironie und des subtilen Sprachstils über die zahlreichen z.T. grotesken bzw. burlesken Episoden so zu spannen, dass in allen Szenen über Schabernack und Albernheiten hinaus ein Bild vom Menschen gezeichnet wird, das auch den kritischen Leser interessiert. Nach der Lektüre würde ich selbst den überall gehandelten Mythos von der Verwandlung des Romans von einer simplen Parodie auf die Ritterromane hin zum Epos über die Stellung des Menschen zu seiner Welt in Abrede stellen: Denn bereits der Anfang wirkt im hier wiedergegebenen feinsinnig ironischen Stil ambitionierter als eine Parodie und auch im zweiten Teil bleibt trotz der wunderschönen Übersetzung soviel Albernes und Burleskes, dass das Werk sich zwar entwickelt, aber aus einem heiteren Guss bleibt.
Sei's drum: Ich schreibe diese Zeilen all jenen Zweiflern, die sich wie ich gelegentlich über gefahrlose Preislieder zum Don Quijote ärgern, bei denen man oft daran zweifeln muss, ob ihre Autoren wirklich über Seite 100 hinausgekommen sind. Versuchen Sie es vielleicht hier noch einmal: Es lohnt sich!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
500 Jahre alt und noch taufrisch, 12. Dezember 2009
Man gönnt sich ein großes Vergnügen wenn man diesen Roman in der neuen Übersetzung von Susanne Lange in Ruhe liest. Hat man erst einmal die Kennenlernphase geschafft, so will man kaum mehr aufhören. Die 2 Bände lesen sich gut, trotz Dünndruckpapier kommt man zügig vorwärts, was ja auch wichtig ist, denn das Format ist recht klein und die Scheu vor diesem Werk groß. Völlig unbegründet. Ein Mordsspass und stille Lacher und Schmunzeln werden garantiert. Es lohnt sich, auch die ausführlichen Erlauterungen mitzulesen, Lateinkenntnisse sind natürlich hilfreich aber nicht Bedingung. Endlich mal wieder ein Buch das man mit dem Herzen lesen kann und an das man gerne zurückdenkt
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16 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Man liest einfach immer weiter und weiter, 14. November 2008
Unfassbar, daß nach fünfhundert Jahren ein Roman immer noch auf so kurzweilige Weise lesenswert ist, o.k., ich muss sagen der einzige Autor, bei dem man sich tatsächlich krummlachen kann, ist der Thomas Bernhard, aber hier sehen wir dem Humor aus der Ferne zu, wie in einem älterem Film, die beiden Protagonisten, insbesondere natürlich der Sancho Panza, sind zum Anfassen nah. Ohne umständliche Einleitung erfahren wir, wie und warum sich Don Q. in seinen Wahn versteigt - nämlich durch das unablässige Lesen vieler ganz schlecht und elend geschriebender Ritterabenteuerromane - wie er seinen ersten Helm aus pappmaché zusammenbastelt und diesen mit kleinen Eisenstäbchen stabilisiert, sein jämmerliches Pferd rüstet und mutig und stolz durch das Türchen seines Hinterhofs hinaus auf ein einsames Feld reitet. Das Salz dieses Romans ist Sancho Panza, dumm, aber nicht doof - die naturgemäß witzigsten, beinahe surrealen, aber auch die anrührendsten und gefühlvollsten Passagen und Reden (so beispielsweise sein in einfachen Worten geführtes Loblied auf den Schlaf, der uns, wie er meint, von Traurigkeit und Unglück löst und alle Menschen gleichmacht) kommen von Ihm, nicht von seinem Herrn. Ich bin wirklich überrascht, wie leicht, wie flott und mit wiewenig Langeweile sich der "Don" und seine nahezu Comic - artigen Abenteuer lesen. Wohl kein Vergleich mit der überall verbreiteten Übersetzung von Ludwig Braunfels. Ich spreche kein Spanisch und weiss nicht, ob diese neue Übersetzung gut oder schlecht ist, aber sie ist literarischer und frischer als die Vorgänger, die ich immer altertümelnd und geziert fand. Am besten: keine Illustrationen, die doch nur ablenken, im Zauberberg und in der Lolita sind ja schließlich auch keine gutgemeinten Zeichnungen.
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