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Don Quijote von der Mancha [Gebundene Ausgabe]

Susanne Lange , Miguel de Cervantes
4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)
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  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Kurzbeschreibung

10. September 2008
Jeder kennt Don Quijote, den Ritter, und seinen weltklugen Knappen, Sancho Panza. Wortreich und wunderbar absurd sind die Gespräche, in denen die beiden Helden streiten und philosophieren, während sie sich von ihren Blessuren kurieren. Zweihundert Jahre nach Ludwig Tieck, der den "Don Quijote" zum entscheidenden Werk der Romantik machte, erhält der Klassiker mit Susanne Langes Neuübersetzung nun auch im Deutschen die sprachliche Dimension, die er im Original besitzt. In einem reichhaltigen Anhang wird das Goldene Zeitalter in Spanien beleuchtet, werden biographische und geschichtliche Hintergründe aufgezeigt sowie die jüngsten Erkenntnisse der Quijote-Forschung mitgeteilt.

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Preis für beide: EUR 77,99

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 1488 Seiten
  • Verlag: Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG; Auflage: 4 (10. September 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3446230769
  • ISBN-13: 978-3446230767
  • Größe und/oder Gewicht: 19,4 x 12,6 x 5 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 291.113 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

kapitel xxi

Handelt von dem erlesenen Abenteuer und der prächtigen Trophäe von Mambrins Helm, nebst anderem, was unserem unbezwingbaren Ritter widerfuhr

Da setzte leichter Regen ein, und Sancho hätte am liebsten in der Walkmühle Unterschlupf gesucht, doch wegen des üblen Streiches, den sie ihnen gespielt hatte, war sie Don Quijote so zuwider, dass er unter keinen Umständen hineingehen wollte. So bogen sie rechts ab und gelangten auf einen anderen Weg, der dem glich, den sie am Tag zuvor eingeschlagen hatten.

Bald darauf erspähte Don Quijote einen berittenen Mann, der etwas auf dem Kopf trug, das glänzte, als wäre es aus Gold, und kaum hatte er ihn erblickt, wandte er sich schon zu Sancho und sprach:

»Wie wahr sind doch die Sprichwörter, Sancho, alle entstammen sie der Erfahrung, der Mutter aller Wissenschaften, vor allem jenes, das da heißt: Wenn eine Tür sich schließt, tut eine andere sich auf. Hat das Glück uns letzte Nacht die Tür zu dem gesuchten Abenteuer verschlossen und uns mit den Walken hinters Licht geführt, öffnet es nun sperrangelweit eine andere zu einem besseren, gewisseren, und gelingt es mir nicht, dort einzuziehen, soll es allein meine Schuld sein, weder auf meine spärliche Kunde von Walkmühlen noch auf die ?nstere Nacht werde ich sie schieben können. Der nämlich, der uns entgegenkommt, trägt, wenn mich nicht alles trügt, den Helm des Mambrin auf dem Kopf, um dessentwillen ich, wie du weißt, den Eid geleistet habe.«

»Gebt nur acht, was Ihr sagt, und vor allem, was Ihr tut«, entgegnete Sancho, »nicht, dass uns noch mehr Walkmühlen zu Ende walken und uns vollends den Verstand aus dem Kopf stampfen.«

»Zum Teufel mit dir, du Kerl!« gab Don Quijote zurück. »Was hat der Helm mit den Walken zu schaffen?«

»Das weiß ich nicht«, sagte Sancho, »doch glaubt mir, dürfte ich so freiweg wie früher reden, es käme so einiges heraus, an dem Ihr seht, wie sehr Ihr auf dem Holzweg seid.«

»Auf welchem Holzweg kann ich sein, du feige Krämerseele?« sagte Don Quijote. »Siehst du nicht den Ritter dort, der uns auf einem Apfelschimmel entgegenkommt und einen Goldhelm auf dem Kopf trägt?«

»Was ich von hier aus sehe und erspähe«, entgegnete Sancho, »ist nichts weiter als ein Mann auf einem graubraunen Esel, ganz wie der meine, und auf dem Kopf trägt er etwas Glänzendes.«

»Nun, das ist der Helm des Mambrin«, sagte Don Quijote. »Weiche du zur Seite und überlass ihn mir. Zeit will ich sparen und dieses Abenteuer bestehen, ohne auch nur ein Wort zu verlieren, wart's nur ab, mein wird der Helm sein, nach dem es mich so sehr verlangt.«

»Für das Zur-Seite-Weichen will ich gern sorgen«, antwortete Sancho, »doch gebe Gott, ich kann's nicht genug wiederholen, dass es diesmal Wasser auf unsere Mühlen ist und nicht auf Walkmühlen.«

»Ich habe ihn gewarnt, Freundchen, er soll mir nicht mehr mit den Walkmühlen kommen, ja nicht mal daran denken«, sagte Don Quijote, »denn ich gelobe bei ... mehr will ich nicht sagen, dass Er dir oben gleich die Seele durchwalken wird.«

Sancho schwieg, aus Furcht, sein Herr könnte das Gelöbnis wahr machen, das er ihm so rundweg an den Kopf geschleudert hatte.

Mit Helm, Ross und Ritter, die Don Quijote sah, hatte es aber Folgendes auf sich. In der Gegend gab es zwei Ortschaften, eine davon so klein, dass sie weder Apotheke noch Barbier besaß, während der Nachbarort beides hatte, und so versah der Barbier des größeren seinen Dienst auch im kleineren, wo gerade ein Kranker zur Ader gelassen und jemand rasiert werden musste, weshalb der Barbier auf dem Weg dorthin war und sein Scherbecken aus Messing bei sich trug. Der Zufall wollte es, dass es unterwegs zu regnen begann, und damit sein vermutlich neuer Hut nicht ?eckig würde, stülpte er sich das Becken über, das so blank geputzt war, dass es eine halbe Meile im Umkreis erglänzte. Er ritt, wie Sancho richtig bemerkt hatte, auf einem graubraunen Esel daher, und all dies erschien Don Quijote als Apfelschimmel, Ritter und Goldhelm, denn alles, was er sah, fügte er im Flug nach seinen ungereimten Rittereien und seinen verfahrenen Gedanken. Als der arme Reitersmann näher herangekommen war, stürmte Don Quijote, ohne ihn auch nur eines Wortes zu würdigen, mit gesenkter Lanze und allem, was Rocinantes Beine hergaben, auf ihn zu, wild entschlossen, ihn zu durchbohren. Nur als er ihn fast erreicht hatte, rief er, ohne in seinem rasenden Ritt innezuhalten:

»Verteidige dich, du elende Kreatur, oder überlasse mir aus freien Stücken, worauf ich höchstes Anrecht habe!«

Eine solche Spukgestalt auf sich zustürzen zu sehen, das hatte der Barbier nicht im kühnsten Traum erwartet oder befürchtet, und um dem Lanzenstoß zu entgehen, hatte er keine Wahl, als sich vom Esel fallen zu lassen, und kaum war er auf dem Boden gelandet, sprang er ?inker als ein Wiesel auf und sauste querfeldein davon, dass ihn nicht einmal der Wind eingeholt hätte. Das Scherbecken ließ er auf der Erde zurück, und Don Quijote gab sich zufrieden und sagte, der Heide habe sich einsichtig gezeigt und es wie der Biber gemacht, der sich, wenn die Jäger ihn in die Enge treiben, aus Instinkt genau das abbeißt, um dessentwillen man ihn jagt. Er wies Sancho an, den Helm aufzuheben, und dieser nahm das Ding auf und sagte:

»Weiß Gott, da haben wir ein feines Scherbecken, ich wette, es ist gut und gern seine acht Silberrealen wert.«

Er reichte es seinem Herrn, der es sich auf den Kopf setzte, es hin und her drehte, das Kinnstück suchte, nicht fand und sagte:

»Der Heide, für den dieser treffliche Turnierhelm geschmiedet wurde, muss einen kapitalen Kopf gehabt haben. Doch das Ärgste ist, dass ihm die Hälfte fehlt.«

Als Sancho das Scherbecken »Turnierhelm« nennen hörte, konnte er das Lachen nicht zurückhalten, doch gleich kam ihm der Zorn seines Herrn in den Sinn, und er verbiss es sich.

»Worüber lachst du, Sancho?« fragte Don Quijote.

»Ich lache«, gab der zurück, »weil ich mir den Kapitalkopf vorstelle, den der Heide, der Besitzer dieser Sturmhaube, gehabt haben muss, die aufs Haar einem Scherbecken gleicht.«

Prolog. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

kapitel xxi

Handelt von dem erlesenen Abenteuer und der prächtigen Trophäe von Mambrins Helm, nebst anderem, was unserem unbezwingbaren Ritter widerfuhr

Da setzte leichter Regen ein, und Sancho hätte am liebsten in der Walkmühle Unterschlupf gesucht, doch wegen des üblen Streiches, den sie ihnen gespielt hatte, war sie Don Quijote so zuwider, dass er unter keinen Umständen hineingehen wollte. So bogen sie rechts ab und gelangten auf einen anderen Weg, der dem glich, den sie am Tag zuvor eingeschlagen hatten.

Bald darauf erspähte Don Quijote einen berittenen Mann, der etwas auf dem Kopf trug, das glänzte, als wäre es aus Gold, und kaum hatte er ihn erblickt, wandte er sich schon zu Sancho und sprach:

»Wie wahr sind doch die Sprichwörter, Sancho, alle entstammen sie der Erfahrung, der Mutter aller Wissenschaften, vor allem jenes, das da heißt: Wenn eine Tür sich schließt, tut eine andere sich auf. Hat das Glück uns letzte Nacht die Tür zu dem gesuchten Abenteuer verschlossen und uns mit den Walken hinters Licht geführt, öffnet es nun sperrangelweit eine andere zu einem besseren, gewisseren, und gelingt es mir nicht, dort einzuziehen, soll es allein meine Schuld sein, weder auf meine spärliche Kunde von Walkmühlen noch auf die ?nstere Nacht werde ich sie schieben können. Der nämlich, der uns entgegenkommt, trägt, wenn mich nicht alles trügt, den Helm des Mambrin auf dem Kopf, um dessentwillen ich, wie du weißt, den Eid geleistet habe.«

»Gebt nur acht, was Ihr sagt, und vor allem, was Ihr tut«, entgegnete Sancho, »nicht, dass uns noch mehr Walkmühlen zu Ende walken und uns vollends den Verstand aus dem Kopf stampfen.«

»Zum Teufel mit dir, du Kerl!« gab Don Quijote zurück. »Was hat der Helm mit den Walken zu schaffen?«

»Das weiß ich nicht«, sagte Sancho, »doch glaubt mir, dürfte ich so freiweg wie früher reden, es käme so einiges heraus, an dem Ihr seht, wie sehr Ihr auf dem Holzweg seid.«

»Auf welchem Holzweg kann ich sein, du feige Krämerseele?« sagte Don Quijote. »Siehst du nicht den Ritter dort, der uns auf einem Apfelschimmel entgegenkommt und einen Goldhelm auf dem Kopf trägt?«

»Was ich von hier aus sehe und erspähe«, entgegnete Sancho, »ist nichts weiter als ein Mann auf einem graubraunen Esel, ganz wie der meine, und auf dem Kopf trägt er etwas Glänzendes.«

»Nun, das ist der Helm des Mambrin«, sagte Don Quijote. »Weiche du zur Seite und überlass ihn mir. Zeit will ich sparen und dieses Abenteuer bestehen, ohne auch nur ein Wort zu verlieren, wart's nur ab, mein wird der Helm sein, nach dem es mich so sehr verlangt.«

»Für das Zur-Seite-Weichen will ich gern sorgen«, antwortete Sancho, »doch gebe Gott, ich kann's nicht genug wiederholen, dass es diesmal Wasser auf unsere Mühlen ist und nicht auf Walkmühlen.«

»Ich habe ihn gewarnt, Freundchen, er soll mir nicht mehr mit den Walkmühlen kommen, ja nicht mal daran denken«, sagte Don Quijote, »denn ich gelobe bei ... mehr will ich nicht sagen, dass Er dir oben gleich die Seele durchwalken wird.«

Sancho schwieg, aus Furcht, sein Herr könnte das Gelöbnis wahr machen, das er ihm so rundweg an den Kopf geschleudert hatte.

Mit Helm, Ross und Ritter, die Don Quijote sah, hatte es aber Folgendes auf sich. In der Gegend gab es zwei Ortschaften, eine davon so klein, dass sie weder Apotheke noch Barbier besaß, während der Nachbarort beides hatte, und so versah der Barbier des größeren seinen Dienst auch im kleineren, wo gerade ein Kranker zur Ader gelassen und jemand rasiert werden musste, weshalb der Barbier auf dem Weg dorthin war und sein Scherbecken aus Messing bei sich trug. Der Zufall wollte es, dass es unterwegs zu regnen begann, und damit sein vermutlich neuer Hut nicht ?eckig würde, stülpte er sich das Becken über, das so blank geputzt war, dass es eine halbe Meile im Umkreis erglänzte. Er ritt, wie Sancho richtig bemerkt hatte, auf einem graubraunen Esel daher, und all dies erschien Don Quijote als Apfelschimmel, Ritter und Goldhelm, denn alles, was er sah, fügte er im Flug nach seinen ungereimten Rittereien und seinen verfahrenen Gedanken. Als der arme Reitersmann näher herangekommen war, stürmte Don Quijote, ohne ihn auch nur eines Wortes zu würdigen, mit gesenkter Lanze und allem, was Rocinantes Beine hergaben, auf ihn zu, wild entschlossen, ihn zu durchbohren. Nur als er ihn fast erreicht hatte, rief er, ohne in seinem rasenden Ritt innezuhalten:

»Verteidige dich, du elende Kreatur, oder überlasse mir aus freien Stücken, worauf ich höchstes Anrecht habe!«

Eine solche Spukgestalt auf sich zustürzen zu sehen, das hatte der Barbier nicht im kühnsten Traum erwartet oder befürchtet, und um dem Lanzenstoß zu entgehen, hatte er keine Wahl, als sich vom Esel fallen zu lassen, und kaum war er auf dem Boden gelandet, sprang er ?inker als ein Wiesel auf und sauste querfeldein davon, dass ihn nicht einmal der Wind eingeholt hätte. Das Scherbecken ließ er auf der Erde zurück, und Don Quijote gab sich zufrieden und sagte, der Heide habe sich einsichtig gezeigt und es wie der Biber gemacht, der sich, wenn die Jäger ihn in die Enge treiben, aus Instinkt genau das abbeißt, um dessentwillen man ihn jagt. Er wies Sancho an, den Helm aufzuheben, und dieser nahm das Ding auf und sagte:

»Weiß Gott, da haben wir ein feines Scherbecken, ich wette, es ist gut und gern seine acht Silberrealen wert.«

Er reichte es seinem Herrn, der es sich auf den Kopf setzte, es hin und her drehte, das Kinnstück suchte, nicht fand und sagte:

»Der Heide, für den dieser treffliche Turnierhelm geschmiedet wurde, muss einen kapitalen Kopf gehabt haben. Doch das Ärgste ist, dass ihm die Hälfte fehlt.«

Als Sancho das Scherbecken »Turnierhelm« nennen hörte, konnte er das Lachen nicht zurückhalten, doch gleich kam ihm der Zorn seines Herrn in den Sinn, und er verbiss es sich.

»Worüber lachst du, Sancho?« fragte Don Quijote.

»Ich lache«, gab der zurück, »weil ich mir den Kapitalkopf vorstelle, den der Heide, der Besitzer dieser Sturmhaube, gehabt haben muss, die aufs Haar einem Scherbecken gleicht.«


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Kundenrezensionen

4.7 von 5 Sternen
4.7 von 5 Sternen
Die hilfreichsten Kundenrezensionen
107 von 116 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen In dieser Übersetzung ein nahbares Meisterwerk! 2. April 2009
Von Caliban TOP 500 REZENSENT VINE-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe|Verifizierter Kauf
Mir erscheint es nicht sonderlich originell, den Don Quijote auf einer Seite wie dieser ganz allgemein als Meisterwerk der Weltliteratur zu preisen. Wer dies über die Göttliche Komödie, die Suche nach der verlorenen Zeit oder den Mann ohne Eigenschaften sagt, bewegt sich wohl immer im sicheren Trend.

Mir persönlich hat es Don Quijote schwer gemacht, weil ich die Größe dieses Werkes schlicht lange Zeit nicht nachvollziehen konnte. Der Roman ist vorsichtig formuliert extrem handlungsarm, weniger vorsichtig formuliert: überaus repetitiv. Quijote und Sancho erleben in unterschiedlichen Episoden, wie Fantasie und Realität aufeinanderprallen, bis Quijote am Ende stirbt. Im Jubliäumsjahr hatte ich mir eine schöne Ausgabe der Tieck-Übersetzung gekauft Leben und Taten des scharfsinnigen Edlen Don Quixote von la Mancha. 2 Bd: 2 Bde. und war irgendwo im zweiten Band nicht mehr interessiert. Die Lektüre der Vorlesungen von Nabokov zu Don Quijote Lectures on Don Quixote war das ehrlichste, was ich zu diesem Werk finden konnte: Der Brachialhumor von Cervantes in allen Gast-, Hurenhaus- und Wegelagerszenen ist als solcher aus heutiger Zeit wirklich nicht mehr witzig, obwohl Nabokov wiederum das Interesse an anderen Aspekten des Werkes steigern. Mein Urteil damals lautete: Das schöne Thema, die Brechung der Wirklichkeit an der eigenen fantasievollen Vision des Helden hätte auch auf gut einem Zehntel des Romanes erzählt werden können.
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19 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen 500 Jahre alt und noch taufrisch 12. Dezember 2009
Format:Gebundene Ausgabe
Man gönnt sich ein großes Vergnügen wenn man diesen Roman in der neuen Übersetzung von Susanne Lange in Ruhe liest. Hat man erst einmal die Kennenlernphase geschafft, so will man kaum mehr aufhören. Die 2 Bände lesen sich gut, trotz Dünndruckpapier kommt man zügig vorwärts, was ja auch wichtig ist, denn das Format ist recht klein und die Scheu vor diesem Werk groß. Völlig unbegründet. Ein Mordsspass und stille Lacher und Schmunzeln werden garantiert. Es lohnt sich, auch die ausführlichen Erlauterungen mitzulesen, Lateinkenntnisse sind natürlich hilfreich aber nicht Bedingung. Endlich mal wieder ein Buch das man mit dem Herzen lesen kann und an das man gerne zurückdenkt
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23 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Meisterwerk der Weltliteratur 9. Dezember 2008
Von Carl-heinrich Bock HALL OF FAME REZENSENT TOP 500 REZENSENT VINE-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
Jeder Leser kennt "Don Quixote de la Mancha" aus eigener Lektüre oder vom Hören Sagen. Cervantes ist unumstritten der größte Schriftsteller der Spanisch sprechenden Welt und "Don Quichote de la Mancha" ist zweifellos eines der wichtigsten Bücher der Weltliteratur und neben der Bibel das meistübersetzte.

Es ist nur vordergründig betrachtet eine Parodie auf Ritterromane, denn Don Quichote, dieser Ritter von der traurigen Gestalt, ist wie Shakespeares Hamlet oder Goethes Faust quasi eine mythologische Figur, denn das zentrale Thema bei Cervantes ist auch, den Konflikt zwischen Ideal und Realität aufzuzeigen. Weder Sinnen noch Worten kann man trauen und deshalb weiß man nicht ob man die beiden streitenden und philosophierenden Helden, Don Quichote und seinen scheinbar Lebens erfahrenen Knappen, als wirklichkeitsfremde Idealisten oder als spaßhafte Einfallspinsel betrachten soll. Was ist Traum, was ist Wirklichkeit? Das ist das beherrschende Thema dieses Romans.

"Don Quichote de la Mancha", erstmals 1605 in Spanien veröffentlicht, ist ein Buch das viele Formen des Humors, der Komik, des hintergründigen Witzes erst entdeckt und nutzbar gemacht hat. Sehr viel von diesem reichen, unerschöpflichen Humor hängt mit den verschiedenen sprachlichen Stilen und Auseinadersetzungen zusammen, deshalb braucht es auch einen guten Übersetzer. Es gibt viele gute Übersetzungen, viele sind schon sehr alt. Eine der besten Ausgaben habe ich 1975 im Vollmer Verlag gefunden, übersetzt vor zweihundert Jahren, von Ludwig Tieck mit 363 Illustrationen von Gustave Doré. Die jetzige Übersetzung von Susanne Lange ist brandneu und sie präsentiert den Don Quichote unserer Zeit.
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22 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Man liest einfach immer weiter und weiter 14. November 2008
Format:Gebundene Ausgabe
Unfassbar, daß nach fünfhundert Jahren ein Roman immer noch auf so kurzweilige Weise lesenswert ist, die beiden Protagonisten, insbesondere natürlich der Sancho Panza, sind plastisch und zum Anfassen nah.

Ohne umständliche Einleitung erfahren wir, wie und warum sich Don Q. in seinen Wahn versteigt - nämlich durch das unablässige Lesen vieler ganz schlecht und elend geschriebender Ritterabenteuerromane - wie er seinen ersten Helm aus pappmaché zusammenbastelt und diesen mit kleinen Eisenstäbchen stabilisiert, sein jämmerliches Pferd rüstet und mutig und stolz durch das Türchen seines Hinterhofs hinaus auf ein einsames Feld reitet. Das Salz dieses Romans hingegegen ist Sancho Panza, dumm, aber nicht doof - die naturgemäß witzigsten, beinahe surrealen, aber auch die anrührendsten und gefühlvollsten Passagen und Reden (so beispielsweise sein in einfachen Worten geführtes Loblied auf den Schlaf, der uns, wie er meint, von Traurigkeit und Unglück löst und alle Menschen gleichmacht) kommen von Ihm, nicht von seinem Herrn.

Ich bin wirklich überrascht, wie leicht, wie flott und mit wiewenig Langeweile sich der "Don" und seine nahezu Comic - artigen Abenteuer lesen. Wohl kein Vergleich mit der überall verbreiteten Übersetzung von Ludwig Braunfels. Ich spreche kein Spanisch und weiss nicht, ob diese neue Übersetzung gut oder schlecht ist, aber sie ist literarischer und frischer als die Vorgänger, die ich immer altertümelnd und geziert fand. Am besten: keine gutgemeinten Illustrationen, die doch nur ablenken.
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