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Don Juan: (erzählt von ihm selbst) (suhrkamp taschenbuch)
 
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Don Juan: (erzählt von ihm selbst) (suhrkamp taschenbuch) [Taschenbuch]

Peter Handke
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 158 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 2 (19. Dezember 2005)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 351845739X
  • ISBN-13: 978-3518457399
  • Größe und/oder Gewicht: 17,6 x 10,2 x 1 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 40.359 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Peter Handke erzählt nichts weniger als "die endgültige und die einzig wahre Geschichte Don Juans". Genauer gesagt: Er läßt Don Juan selbst erzählen, sieben Tage lang in einem Maigarten nahe Port-Royal-des-Champs, und nur ab und an findet sich ein Kommentar desjenigen, dem die Abenteuer der vergangenen sieben Tage vorgetragen werden. Dieser Zuhörer bezeugt, daß all die Don Juans im Fernsehen, in der Oper, im Theater oder auch im "primären Leben" die falschen sind. "Don Juan ist ein anderer. Ich sah ihn als einen, der treu war - die Treue in Person." Das heißt nun nicht, daß die Geschichten mit Frauen, Geschichten von geglückten Begegnungen und geglückten Abschieden, ausgeblendet bleiben, im Gegenteil: An jeder Station der Reise, die Don Juan zunächst zu einer Hochzeit in den Kaukasus führt, dann nach Damaskus, am dritten Tag in die nordafrikanische Enklave von Ceüta, weiter auf einen Bootssteg in einem Fjord bei Bergen, zu einer Düne in Holland - überall trifft er Frauen, mit denen er, energisch trauernd, in eine Zeit des großen Innehaltens eintauchen kann, in eine Zeit, in der Augenblick und Ewigkeit in eins fallen.

Über den Autor

Peter Handke wird am 6. Dezember 1942 in Griffen (Kärnten) geboren. Die Familie mütterlicherseits gehört zur slowenischen Minderheit in Österreich; der Vater, ein Deutscher, war in Folge des Zweiten Weltkriegs nach Kärnten gekommen. Zwischen 1954 und 1959 besucht er das Gymnasium in Tanzenberg und das dazugehörige Internat. Nach dem Abitur im Jahr 1961 studiert er in Graz Jura. Im März 1966, Peter Handke hat sein Studium vor der letzten und abschließenden Prüfung abgebrochen, erscheint sein erster Roman Die Hornissen. Im selben Jahr 1966 erfolgt die Inszenierung seines inzwischen legendären Theaterstücks Publikumsbeschimpfung in Frankfurt in der Regie von Claus Peymann.

Seitdem hat er mehr als dreißig Erzählungen und Prosawerke verfaßt, erinnert sei an: Die Angst des Tormanns beim Elfmeter (1969), Der kurze Brief zum langen Abschied (1971), Die linkshändige Frau (1976), Langsame Heimkehr (1979), Die Lehre Sainet-Victoire (1981), Der Chinese des Schmerzes (1983), Die Wiederholung (1986), Mein Jahr in der Niemandsbucht (2004), Der Bildverlust (2002) sowie 2008 Die morawische Nacht.

Auf die Publikumsbeschimpfung folgt 1967, ebenfalls in Frankfurt uraufgeführt, Kaspar von hier spannt sich der Bogen weiter über Der Ritt über den Bodensee (1970), Die Unvernünftigen sterben aus (1973), Das Spiel vom Fragen oder Die Reise zum sonoren Land (1988), Die Stunde da wir nichts voneinander wußten (1991), über den Untertagblues (2002) und Bis daß der Tag euch scheidet (2008) zum großen Epos Immer noch Sturm, das im August 2011 bei den Salzburger Festspielen seine Uraufführung haben wird.

Darüber hinaus hat Peter Handke viele Prosawerke und Stücke von Schriftsteller-Kollegen ins Deutsche übertragen: Aus dem Griechischen Stücke von Aischylos, Sophokles und Euripides, aus dem Französischen Emmanuel Bove (unter anderem Meine Freunde), René Char und Francis Ponge, aus dem Amerikanischen Walker Percy.

Sein Werk wurde mit zahlreichen internationalen Preisen geehrt.

Die Formenvielfalt, die Themenwechsel, die Verwendung unterschiedlichster Gattungen (auch als Lyriker, Essayist, Drehbuchautor und Regisseur ist Peter Handke aufgetreten) erklärte er selbst 2007 mit den Worten: »Ein Künstler ist nur dann ein exemplarischer Mensch, wenn man an seinen Werken erkennen kann, wie das Leben verläuft. Er muß durch drei, vier, zeitweise qualvolle Verwandlungen gehen.«



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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
18 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Der Virtuose des Vermeidens 14. September 2004
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
Peter Handke schreibt von seiner Begegnung mit Don Juan, der bekanntlich seinerseits den Frauen begegnet ist und nun einiges zu erzählen hat. Doch wie erzählt er? Stolze Substantivierungen pflastern seinen Weg: Allein schon das Auge Don Juans führt bei Frauen zu einem „Bewusstsein ihrer bisherigen Einsamkeit", das wiederum führt zu einer „Energie des Begehrens" und daraufhin zu einem „sieghaften Einfordern", der die schönen Frauen sogar noch verschönt bis zum „Schöner-nicht-möglich". Don Juan schafft solcherlei durch seine besondere Trauer: „Don Juan lebte seiner Trauer, als eine Kraft. Sie war mehr als er und überstieg ihn. Von ihr gleichsam - und nicht bloß gleichsam - gewappnet, wusste er sich zwar keineswegs unsterblich, aber unverwundbar. Die Trauer war etwas, das ihn unbändig machte, und im Gegenzug (oder eher Zug um Zug) vollkommen durchlässig und aufnahmefähig für was auch geschah, und zugleich bei Bedarf unsichtbar." Erstaunlicherweise erzählt uns Don Juan das alles, indem er es NICHT erzählt. Sein Chronist will ja auch von ihm keine weiteren Einzelheiten wissen, „jedenfalls keine einschlägigen". Doch in der Art, in der er Don Juan erzählen lässt, offenbart sich zugleich eine Erzähl-Technik von ihm selbst: „Wie es seine Art war, erzählte er, insbesondere wo er zum Handelnden wurde, die Aktionen hauptsächlich in Verneinungen, oder übersprang sie kurzweg, als etwas, das der Rede nicht wert war. So genügte es ihm zu sagen, er sei, an der Saaltür stehend, nicht auf die junge Frau zugegangen. Und er sei auch nicht über sie gekommen oder was denn sonst noch. Und sie waren auch nicht miteinander in einem Nebenraum oder ins Freie hinaus verschwunden." Na gut, dann eben nicht, denkt man sich. Das hatte sich schließlich angekündigt. Schon vorher hatte uns die einleitenden Zusammenfassung überrascht: „Don Juan war kein Verführer. Er hatte noch nie eine Frau verführt ... Und umgekehrt war Don Juan auch noch keinmal von einer Frau verführt worden." Peter Handke erweist sich also wieder mal als Virtuose der Vermeidung, auch im Negativen kann er noch sehr gut differenzieren: „Don Juan vermied das Wort „dick", und „fett" kam ihm noch weniger über die Lippen." Auch andere Texte, die zugegebenermaßen unmittelbar „von ihm selbst" stammen, sind voll von sprachlichen Minus-Zeichen, sie sind prall gefüllt mit etwas, das eben gerade NICHT ist, was sich schon an den Titeln ablesen lässt: ‚Die Abwesenheit', ‚Der Bildverlust', ‚Das Ende des Flanierens', ‚Mein Jahr in der Niemandsbucht', ‚Die Stunde da wir nichts voneinander wußten', ‚Der kurze Brief zum langen Abschied' oder ‚Wunschloses Unglück' (was immer noch, so alt es auch ist, mein Lieblingsbuch von Peter Handke ist). Ja, ich gestehe: Ich bin trotziger Handke-Leser; ich habe auch das neue Buch begierig und gerne gelesen, wenn auch teilweise kopfschüttelnd. Ich möchte mich an dieser Stelle auch nicht festlegen wollen, ob ich die „Tatsache Frau" ebenfalls als „Dürreflucht" ansehe - oder als etwas ganz anderes. Ich will auch nicht klagen. Zu der Lektüre kann ich immerhin sagen: „Es handelte sich dabei freilich um etwas anderes als Langeweile".
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9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Dieses Buch können Sie nur lieben oder hassen. Meine Wertung zeigt, wofür ich mich entschieden habe.

Hassen kann man es, weil Handke in seiner Sprache jedem einzelnen Wort nachhorcht, gleichsam dem Duft der Silben frönt und der geneigte Leser hinter der voll Sprachmagie wabernden Wortwolke kaum noch dem Inhalt folgen kann.

Ja, nein, Inhalt? Die Handlung beschränkt sich auf das Zusammentreffen des Zuhörerenden und Beschreibenden mit Don Juan. Dieser (Wer?) berichtet von einer Woche seines Lebens, nein, der Erzähler verwebt seine Beobachtungen mit den Berichten Don Juans. Wenige Frauen nur, wenig Konkretes, gar keine Musik.

Liebe werden Sie es, wenn Sie unvergleichliche Ideen in hochstilisiserter Kunstsprache schätzen. Da erobert Don Juan eine soeben Verheiratete. Aber erobert sie eben nicht, er wird nicht erobert, es passiert - unausweichlich. So fängt Handke sieben Versuche über die Liebe ein - beschreibt die Schwingung zwischen Mann und Frau auf unerhörte Weise.

Ich hatte es in wenigen Momenten einmal gelesen, aber eben nicht "ausgelesen". Das tue ich immer noch, immer wieder.

Handke muss man mögen, um dieses Buch zu mögen. Ich liebe es.

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8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Wenig leichtfüßig! 22. August 2004
Von Helga König #1 HALL OF FAME REZENSENT TOP 10 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
An einem sonnigen Maien-Nachmittag wird der Bewohner des Pförtnergebäudes der einstigen Klosteranlage " Port-Royal-des Champs " auf der Ile de France aufgesucht von dem legendären Frauenhelden Don Juan, dem Zeitlosen. Über seine Erlebnisse der vorangegangenen sieben Tage berichtet er skizzenhaft dem Gastgeber. Der Autor präsentiert dem Leser in seinem Don Juan eine Person, die keinesfalls frohgemuter Verführer ist, sondern ein trauriger Mensch, der offensichtlich das Begehren der Frauen ganz ungewollt freisetzt. Die Macht kommt über seine Augen. Man erfährt, dass die ausnahmslos bildhübschen Frauen, sofern er diese anblickt, sofort ihren Herren ( nicht Gebieter) in ihm sehen. Retten soll er sie alle, wovor ist den Frauen zunächst selbst nicht klar. Der sich stets treue Don Juan möchte die Frauen nicht besitzen, sondern hofft eigentlich nur, dass sich für Momente die jeweiligen Körper aneinander erfreuen. Auf diese unverbindliche Art und Weise achtet und würdigt er die Frauen als Individuen und genau deshalb schätzen die Damen ihn. Während der vergangenen Tage war er hauptsächlich in Georgien, Syrien und in Nordafrika unterwegs. Dort begegneten ihm weibliche Wesen, welche die zeitlose " Frauen-Zeit " noch kennen und deshalb den Takt noch nicht verloren haben. In Mitteleuropa wirkt die Gestalt des Don Juan, so wird deutlich, eher lächerlich. Hier begreift man diesen Typus wohl mehr als irgendwie unzeitgemäßen Spinner, den man sich in einem morbiden russischen Fahrzeug oder ähnlichem vorzustellen hat. Zurückziehen möge sich diese schräge Gestalt alsbald in den Kaukasus oder nach Syrien, wo die Pfauen gellen, auch die Truthähne kollern und die schönen Damen, noch immer in einer panischen Welt lebend, von Don Juan gerettet werden möchten, in einer lauen Maien-Nacht.........
Ein wunderbar poetischer Text, der Abgesang und Ode an den legendären Frauenhelden zugleich ist.
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