Sicher darf der Giovanni von Bryn Terfel als der große Pluspunkt der Aufnahme gelten, er hat eine sehr klangschöne Stimme und verkörpert die Rolle des Don Giovanni überzeugend, aber etwas eindimensional. Es fehlt ein bisschen die Ironie, die sowohl im Text als auch in der Musik eindeutig vorhanden ist.
Ebenfalls hervorragend ist Fleming, die wie bei ihr üblich mit viel Herzblut ihre Rollen gestaltet und stimmlich ohnehin eine der besten Sopranistinnen der Welt ist.
Der Rest der Sängerbesetzung ist leider sowohl gesanglich als auch von der Rollengestaltung her nur Mittelmaß.
Das wichtigste an einer Aufnahme ist allerdings, ob der Funke auf den Hörer überspringt. Und das ist das wirkliche Problem der Einspielung: Sie reißt einfach nicht mit. Das ist etwas, was schwer zu beschreiben ist, aber beim Hören fühlt man es einfach. Dieses Problem muss wohl größtenteils dem Dirigenten angelastet werden, der durch die Wahl von Tempo und Dynamik den stärksten Einfluss auf die Einspielung hat.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass diese Aufnahme nicht wirklich schlecht ist, es gibt aber eigentlich keinen Grund, sie zu kaufen, da es viel bessere Einspielungen gibt. Meine Favoriten:
Für Leute ohne Angst vor Originalklang: Die mitreißende Aufnahme unter Gardiner, sonst die Einspielung unter Giulini mit hervorragenden Solisten.