Gehen wir mal davon aus, das wenn wir von einer Oper sprechen, wir meistens den Komponisten nennen - schließlich handelt es sich um ein Komplexes Werk das literarisches dramatisches Geschehen - durch die Musik des Komponisten sublimiert, erhöht.
So ist bei Anhörung der Komposition, dabei dem Libretto folgend, im Gesamtresultat eine Vorstellung des Geschehens möglich, weil bei seriösen Komponisten die Symbiose von Wort und Aktion (oft mit Kämpfen von Komponist/Librettist erreicht) stringent stattfindet. dies wurde bei Mozart von Richard Strauss gerade im Don Giovanni besonders bewundert. (Maskentrio)
Das Argument das die zwischen Menschlichen Verhaltungsstränge dann Zeitlos seien, somit sich ins Heutige transportieren lassen, stimmt nur bedingt. Regie ist sicherlich ei Kreativer Akt, bedeutet aber nicht die gegebene Textpartitur zu verlassen weil man der Auffassung sei es müsste etwas adaptiert werden, angepasst an irgendwelche andere Zeit und Raumstränge um sozusagen eine sehr persönliche aber eigene Vision des Werks zu haben, nach dem Motto - Schaut her was ich daraus mache !
Dies muss irgendwann gegen solches Prallen. Der Traum geht dann nicht Auf.
Musikstil, Lebensformen, Gesellschaftsstrukturen, Geschichte (Kunstgeschichte) sind miteinander verbacken...Somit ist eine Transposition nur von Realisatioren glaubhaft, die behutsam uns durch Intelligentes agieren , ohne den Pfad der Autoren zu verlassen, möglich. Dies gelingt leider nur selten. (ist aber auch verdammt schwer)
Wenn auf dem Bühnengraben die Barockmusik schwelgt, kann das Geschehen schlecht auf der Bühne sich in einer Wohnküche von 1960 abwickeln. Klassenunterschiede müssen auch solche Bleiben, sonst stimmt die Dramaturgie nicht mehr.
Nun, hier :
Spielen die Wiener gut- ich habe es nicht anders erwartet.
Was sich im Orchestergraben abspielt ist Mozart - auf der Bühne wie fast immer bei Klaus Guth, ein anderer Film.
Dieser Regisseur Klammert sich gern an etwas Fest. Mal ist es ein Treppenhaus - diesmal verirrt sich er sich im Wald. Der übrigens von seinem Bühnenbildner toll gebaut ist, man spürt fast den Duft des Mooses...die Pilze....
Sonst - einmal diese Försterdrama angesehen - schon vergessen.
Schade - die Sänger sind diszipliniert mit ihrem gelerntem Spiel, singen mit Gusto, eine an sich homogene Truppe.
Aber Wolfgang aus Salzburg ist nicht Tot zu kriegen ! Don Giovanni schon - der blieb auf der Strecke.