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Domra: Am Ufer des Ganges. Roman (suhrkamp taschenbuch)
 
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Domra: Am Ufer des Ganges. Roman (suhrkamp taschenbuch) [Taschenbuch]

Josef Winkler , Christina Schwichtenberg
3.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
Preis: EUR 10,00 kostenlose Lieferung. Siehe Details.
  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 283 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 2 (27. März 2000)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518395947
  • ISBN-13: 978-3518395943
  • Größe und/oder Gewicht: 18 x 10,6 x 1,9 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 278.485 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Josef Winkler
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

"Domra" ist die Bezeichnung einer Berufsgruppe, die in Indien zur Kaste der Unberührbaren gehört. Die Domra sind verantwortlich für die Totenverbrennungsstätten am Ganges. Sie verkaufen Holz, kassieren Gebühren, hüten das ewig brennende heilige Feuer, kümmern sich um die Scheiterhaufen, übergeben die Asche dem Fluß. Winkler beschreibt in seinem Roman nichts anderes als diese Stätten der Rückverwandlung des Menschen in Asche und Staub. Monatelang hat er sich dort aufgehalten. Eindringlich schildert er neben den Verbrennungsritualen das vielfältige, überbordende Leben an diesen Orten des Todes.

Klappentext

Ein bloßfüßiger, halbwüchsiger, nur mit einen rotweißkarierten Lendentuch bekleideter Junge mit schwarzgefärbten Augenlidern trug ein zwischen zwei getrocknete Kuhfladen geklemmtes, heißes, mit einem grauen Aschfilm überzogenes, kleines Holzkohlestück, das er vom ewig brennenden heiligen Feuer genommen hatte, von dem alle Scheiterhaufen angezündet werden, über die Steinstiege hinunter ans Ufer des Ganges. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Josef Winkler ist für mich der beste Literat im deutschsprachigen Raum. Leider erreicht er das breite Publikum nicht; verdient hätte er es alle mal.

Hier gibt es schon hervorragende Zusammenfassungen des "Romans", so dass keine weitere Inhaltsangabe erforderlich ist. Ob es wirklich ein Roman ist, wie der Verlag Glauben machen will? Ich habe Zweifel!

Dieses Buch ist keine entspannende Unterhaltung. Im Gegenteil, manchmal ist es schwer auszuhalten. Der Scheinwerfer der Aufmerksamkeit leuchtet Details brutal aus. Wo viele weggucken, zwingt Winkler uns hinzuschauen. Messerscharf beschreibt er seine Beobachtungen "am Ufer des Ganges". Natürlich sind es "seine" subjektiven Beobachtungen; seltsam dass einer der Leser / Mitkritiker ihm seine Perspektive zum Vorwurf macht und kurzgegriffene Interpretationen dafür bereit hält. Für Homophobiker sind die Bücher Winklers in der Tat nicht der richtige Stoff.

Ich war erstaunt, wie das Buch wirkt. Man kann es nicht weglegen und unbeeindruckt zur Tagesordnung übergehen. Die Bilder, die er erzeugt, sind nachhaltig. Es ist fast, als sei man selbst Zeuge dessen, was dort Alltag ist.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Das nackte Leben 12. Juli 2000
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Am Ufer des Ganges in der heiligen Stadt bietet sich das ganze Leben. Nach strengem Brauch äschern hier "unberührbare" Domra die Toten ein. Zwischen Knochenresten, schmorenden Gliedmaßen, Geruch von Leichen, Blüten und Mangoholz herrscht aufregendes, armes Treiben: rituelle Waschungen, verschmutzte Kinder, Aussätzige, Haustiere, bewunderte Jünglinge und Hinterbliebene sammeln, handeln, weinen und balgen sich. Schmutz und Leben. Die monatelangen Aufzeichnungen Winklers sind von präzise unterscheidendem Blick. Die unaufhörliche Exaktheit der Rituale entlarven jedes hoffen auf Erlösung. "Domra" ist wohltuende Befreiung von Begrenzungen und Ängsten der "Sittsamen". Jeder Anstand ist hier fehl am Platze, alle Offenheit wünschenswert, wenngleich Winklers Sprache schon einmal gnadenloser war.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von J.Hacker
Format:Taschenbuch
Vorweg eine Warnung: dies ist ein gleichermaßen nekrophiles wie pädophiles Buch, das die Ekelschwelle für die meisten Leser überschreiten dürfte.
Der Untertitel 'am Ufer des Ganges' ist nicht falsch, aber irreführend, da es sich fast ausschließlich um Winklers Beobachtungen am Harichandra Ghat, dem Ort der Leichenverbrennungen in Varanasi handelt. Vom Leben in der Stadt Varanasi und am Ganges erfährt man so gut wie nichts.
Mit der Monotonie immer gleicher Formulierungen und Beschreibungen versucht Josef Winkler uns vielleicht in den Rhythmus des ständigen Werdens und Vergehens des menschlichen Daseins zu versetzen, wie es am Verbrennungsghat, eines heiligen Ortes wie Varanasi intensiv erlebt werden kann. Beim Leser wird durch diese Gleichförmigkeit der Wortwahl aber eher eine schläfrige Trance erzeugt, die zunehmend vorhersehbar ist und in ihrer Monotonie langweilt.
Der Blick des Autors ist beständig auf die Verbrennung der Leichen aller Altersstufen auf den von den Domra betreuten Scheiterhaufen gerichtet, während Kinder festgebunden auf Bambustragen und beschwert mit Steinen in der Mitte des Flusses versenkt werden. Neben diesen Verbrennungsriten scheint der Autor im Wesentlichen an jungen 12 bis 15 jährigen Knaben und ihren Geschlechtsteilen interessiert zu sein, die sich ihm immer wieder beim Öffnen der Lendentücher darbieten. Und wenn nicht vollständig, dann wenigstens der Ansatz der schwarzen Schamhaare. Frauen kommen in diesem Text nur am Rande vor, und dann meistens als Leiche auf dem Scheiterhaufen.
Winkler bringt die Erlebnisse in Varanasi immer wieder in Verbindung mit traumatischen Todeserlebnissen, die er als Kind in seiner Heimat Österreich hatte.
Für die meisten Leser dürfte die Ekelschwelle überschritten sein, wenn mit enervierender Penetranz von berstenden Schädeln, verkohlenden Extremitäten, im Wasser treibenden Kinderleichen und auf Kadavern sitzenden Geiern berichtet wird. Und eine Fellatio wurde wohl auch schon appetitlicher beschrieben als mit einer 'knittrigen über die Eichel hängenden Vorhaut, die nach Kabenurin roch'.
Für hartgesottene Winkler Fans mag dies Voraussetzung zum Lektüregenuß sein, den meisten Lesern dürfte der Appetit nachhaltig verdorben sein. Auch wenn Winkler immer wieder eindrucksvolle, stilistisch hervorragende Beschreibungen gelingen, dieses Buch sollte nur derjenige lesen, der weiss, auf was er sich einläßt.
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