Bücher über JavaScript gibt es viele, und sich für das richtige Buch zu entscheiden ist nicht immer einfach. Das Referenzwerk von David Flanagan ist sicherlich eine gute Wahl, aber wer sich beim Lesen etwas kürzer fassen möchte, der greift zu "DOM Scripting" von Jeremy Keith. Der Titel ist eher unscheinbar und weist nicht direkt auf eine JavaScript-Einführung hin. Nichtsdestotrotz vermittelt das Buch viele grundlegende JavaScript-Konzepte, auch für komplette Neueinsteiger. Den Auftakt macht ein kurzer Abriß über den Browser-Krieg der 90er und die Geschichte von JavaScript, was ich als höchst informativ empfand. Danach werden die wichtigsten Grundlagen von JavaScript und DOM erklärt, und zwar so präzise auf den Punkt gebracht, daß ich darüber nur noch staunen konnte, denn Jeremy Keith kann im Gegensatz zu anderen Autoren mit wenigen Worten viel zum Ausdruck bringen, während sich die Code-Beispiele nahezu perfekt in die erklärenden Texte einfügen. Mit diesem erlernten Wissen wird dann eine Image Gallery erzeugt. Das ist zwar nichts besonderes, aber man sieht JavaScript und DOM im praktischen Einsatz. Mitten im Buch gibt es dann noch ein Kapitel über Best Practices, in dem der Autor einmal mehr seine Erfahrung bezüglich Web Design zum Besten gibt. Einfach hervorragend und mit unglaublicher Leichtigkeit geschrieben. So macht das Lesen Spaß! In den folgenden Kapiteln werden weitere DOM-Geheimnisse gelüftet, und so nebenbei erfährt man immer wieder wissenswerte Hintergrund-Informationen über Browser und ihre Macken. Des weiteren gibt es ein eigenes Kapitel über Animationen mit JavaScript, was wesentlich weniger spekakulär ist, als es sich zunächst anhört, aber an dieser Stelle merkt man sehr deutlich, daß aufwendige Browser-Effekte in der Regel auch aufwendig programmiert werden müssen. Oftmals muß man dabei tief in die Trickkiste von JavaScript greifen und seine Scripts mit allerlei Kniffen ausstatten, um das gewünschte Resultat zu erhalten. Dies wird zwar immer noch relativ einfach erklärt, aber hier fängt es langsam an, schwierig zu werden. Schwierig insofern, weil man coole Effekte in JavaScript nur dann programmieren kann, wenn man auch das entsprechende Knowhow besitzt und die Erfahrung im Umgang mit ganz speziellen JavaScript-Details sein eigen nennt, so wie das bei Jeremy Keith der Fall ist. Danach folgt ein kleines Abschlußprojekt, in dem eine vollständige Web-Site komplett neu aufgebaut wird, und zwar mit all dem Wissen, das in den vorausgegangenen Kapiteln vermittelt worden ist. Zum Schluß gibt es noch einen äußerst lesenswerten Artikel über Ajax sowie eine kurze DOM-Referenz, die alle in dem Buch vorgestellten Methoden und Properties zusammenfaßt, ein kleines Nachschlagewerk sozusagen.
"DOM Scripting" ist eines der besten Fachbücher, die ich je gelesen habe. Der Autor schreibt dermaßen klar und leicht verständlich, daß es fast schon unmöglich ist, den Inhalt des Buches nicht zu verstehen. Die Texte sind extrem flüssig zu lesen, denn es gibt so gut wie keinen Ballast, jeder Satz sitzt perfekt, und die Code-Beispiele sind nicht nur zahlreich vorhanden, sie erschließen sich dem Leser auch auf Anhieb. Dabei ist es ratsam, das Buch von der ersten bis zur letzten Seite zu lesen, denn das Wissen wird von Kapitel zu Kapitel weiter aufgebaut und erweitert. Besser kann man ein Fachbuch einfach nicht schreiben. Mir hat das Lesen selten so viel Freude bereitet, und ich werde das Buch deshalb uneingeschränkt weiterempfehlen, genauso wie die Fortsetzung "Bulletproof Ajax".