Der französische Dichter und Schauspieler seiner eigenen Stücke Jean Baptiste Moliere (1622-1673) hat eine Fülle von Komödien geschrieben und ist damit in die Weltliteratur eingegangen. 1665 führt er am Theater des Palais Royal den viel älteren Sagen-Stoff des Verführers Don Juan in einer weiteren Komödie auf ("Don Juan ou le Festin de Pierre"). Dabei kommt der adlige Herr überhaupt nicht gut weg und wird schließlich in die Hölle gezogen, eine handfeste Kritik an den höheren Ständen ausdrückend, die doch so untadelig sein sollten, was denn auch fast Moliere den Kopf gekostet hätte.
1787 wird Mozart mit Don Giovanni die klassische musikalische Umsetzung des Themas nach der Textfassung von Da Ponte uraufführen, die Sören Kierkegaard wiederum schließlich 1843 in "Entweder - Oder" als die adäquate Ausdrucksform des Verführer-Themas feiern wird.
Die Komödie liest sich auch heute noch sehr gut, ähnliche Gestalten gibt es halt zu allen Zeiten. Don Juan ist bei Moliere ein völlig triebgesteuertes Charakterschwein, den nichts und niemand zu beeindrucken vermag, weder der Mord an dem Komtur, der ihm als Gespenst erscheinen wird, noch sein sympathisch geschilderter Diener Sganarelle, der zwar Kritik äußert, aber dennoch auch seinem Herrn weiter treu bleibt, weder Elvira, seine letzte Geheiratete, die er sofort wieder verlässt, um den nächsten Frauen nachzujagen, noch auch die anklagenden Worte seines Vaters, der ihm ernste Konsequenzen androht. (27.09.11)