Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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20 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Keine leichte Kost!, 18. August 2005
Mit "Dolores" hat Stephen King meiner Meinung nach eines seiner herausragenden Werke geschaffen!Es hebt sich allein schon deshalb von vielen seiner (vielleicht populäreren) Werke ab, weil hier keine Horror-Elemente im klassischen King'schen Sinn auftauchen. "Dolores" ist mehr eine Charakterstudie, die nichtsdestotrotz überaus spannend ist. Einmal mehr beweist King, dass es für Spannung nicht nur der üblichen übernatürlichen (o.ä.) Horror-Effekte bedarf, sondern dass der wahre Horror im ganz alltäglichen Leben - hier in den Schilderungen der Haushälterin Dolores Claiborne - lauert. Die Lebensgeschichte der Dolores ist gleichzeitig ergreifend und doch schockierend, was noch dadurch verstärkt wird, dass es sich bei dem Buch quasi um einen einzigen Monolog (ein Verhör) handelt, ohne einen einzigen Absatz auf 350 Seiten. Kings Sprache ist wie so häufig sehr blumig und bisweilen etwas derb, was der einfachen Frau Dolores Claiborne enorme Glaubwürdigkeit verleiht. An dieser Stelle ein großes Lob an die Übersetzerin; für mich eine der gelungensten King-Übersetzungen überhaupt! Alles in allem ist "Dolores" überaus spannend zu lesen, obwohl es sicher kein leichter Stoff ist. Wegen des Fehlens der übernatürlichen Elemente würde ich das Buch auch durchaus Nicht-King-Fans empfehlen. Ich kenne nämlich einige Leute, die noch nichts von Stephen King gelesen und sich dementsprechend vorbelastet (Oh, Horror ...) an die Lektüre gemacht hatten und die sich sehr positiv überrascht von dem Buch zeigten. Definitiv eines seiner besten und bewegendsten Bücher, das gleiche gilt übrigens auch für den Film, der allerdings wie das Buch keine leichte Kost ist!
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Darf King nur Horror schreiben?, 18. Juli 2007
Einmal mehr muss ich feststellen, dass Fans an ihre Idole offensichtlich ganz spezielle Erwartungen haben. Sei es in der Musik, wo manche Engstirnigen immer nur ein und dasselbe Album ihrer Lieblingsband hören wollen - oder sei es in der Literatur, wo die Fans von einem der größten Horror-Schriftsteller aller Zeiten immer nur Horror erwarten.
Und wehe, wenn die Band - oder hier eben der Schriftsteller - von seiner Linie abweicht...
Nee, Leute, das vorliegende Buch ist absolut erste Sahne und Stephen King beweist einmal mehr, dass er nicht nur ganz hervorragend Geschichten über unheimliche Clowns, untote Kater etc. erzählen kann, sondern auch exzellente Psychodramen, die gänzlich ohne übernatürliche Elemente auskommen (was er im Prinzip ja schon mit dem hervorragenden Roman "Sie" bzw. "Misery" gezeigt hat).
Klar, man muss sich ein bisschen an die Struktur des Buches gewöhnen, das keine Kapiteleinteilung enthält und praktisch aus einem einzigen Monolog besteht, aber das ist schnell geschehen und führt nur dazu, dass man das Buch ratzfatz durchliest.
Für mich war das jedenfalls kein Problem, denn es liest sich wie immer bei King flüssig und auf eine gewisse Weise spannend war es außerdem.
Glänzend wie immer baut er den Roman auf, charakterisiert behutsam, schafft es exzellent, Situationen und Gefühle zu beschreiben und zaubert erneut ein Finale aus dem Hut, das es in sich hat. Es ist schon geil, wie er dem Leser am Ende deutlich macht, in welcher Weise die beiden Frauen - Dolores Claiborne und Vera Donovan - Parallelen in ihrem Leben haben und was das "dunkle Geheimnis" der verbitterten, alten, reichen Witwe ist.
Und dann seine generellen Beschreibungen des Lebens in einer amerikanischen Kleinstadt - niemand vermag das so gut wie er, einfach fesselnd und authentisch.
Ist das wahrhaftige Leben nicht der schlimmste Horror? Jedenfalls, wenn es so abläuft wie bei Dolores Claiborne? Ein saufender, ewig meckernder Ehemann, der seine Frau verprügelt und seine eigene Tochter ins Bett kriegen will und dabei noch versucht, dem armen Mädchen durch Psychoterror einzubleuen, es wäre ihre Schuld, wenn jemand etwas davon erfährt? (Wirklich das Widerlichste, was es gibt, aber leider alltäglich). - Manchmal braucht es eben keine Metaphorik, um Horrorgeschichten zu erzählen...
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
kein typischer King, 9. Juni 2007
Als die 65-jährige Dolores Claiborne unter dem Verdacht des Mordes an ihrer langjährigen Arbeitgeberin auf dem Polizeirevier vernommen wird, beginnt sie von ihrem Leben zu erzählen. Einem Leben voller Bitterkeit mit einem nichtsnutzigen Versager an ihrer Seite, der einzige Lichtblick sind ihre 3 Kinder. Bereits in jungen Jahren findet sie einen Job als Haushaltshilfe bei einer arroganten Witwe, zu der sie im Laufe der Jahrzehnte dennoch eine ganz besondere Verbindung aufbaut und die sie nun umgebracht haben soll. Im Laufe der Erzählung stellt sich heraus, dass die beiden Frauen ein ganz besonderes Geheimnis gehütet haben, welches ihre Männer betraf und das sie für immer zusammengeschweißt hat.
Der knapp 350-seitige Monolog ist zu Beginn etwas gewöhnungsbedürftig. Die Lebensbeichte einer Frau, die ihr Leben lang viel einstecken musste, zum Wohl ihrer Kinder buchstäblich bereit war, jede Grenze zu überschreiten, ist aber schon allein deshalb nie langatmig geraten, weil sie gut nachvollziehbar geschildert wird.
Nachdem ich in den letzten Jahren keine einzige wirklich gute Horrorgeschichte mehr von Stephen King gelesen habe, hat mich dieses Buch gereizt, weil die Story mal nach was ganz anderem klang. Womit ich auch nicht enttäuscht wurde. Dass King auch außerhalb seines ursprünglichen Genres Talent hat, hat er z.B. auch mit "Atlantis" bewiesen. "Dolores" ist in jedem Fall eine Empfehlung wert für jeden, den das Psychogramm einer recht durchschnittlichen Frau interessiert, die durch ihre private Hölle gegangen ist.
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