Die alte und kranke Vera stirbt. Ihre Haushälterin Dolores (Kathy Bates) sagt es sei ein Unfall, doch trotzdem wird sie verdächtigt, sie umgebracht zu haben, da bekannt ist, dass Vera alles andere als eine nette und liebenswürdige Frau war. Dolores soll angeklagt werden. Das zumindest möchte der Detective des Ortes mit allen Mitteln erreichen. Als Dolores' Tochter davon erfährt, fährt sie zu ihrer Mutter um sie zu unterstützen. Doch auch Mutter und Tochter haben nicht das allerbeste Verhältnis, was auf ihre ziemlich dunkle Vergangenheit zurückzuführen ist. Dolores wurde schon einmal verdächtigt, jemanden ermordet zu haben - niemand geringeren als ihren Ehemann. Damals kam es jedoch nicht zur Anklage. Nach und nach werden alle Geheimnisse von der kleinen (aber nicht harmonischen) Familie aufgedeckt, und man erfährt die ganze schreckliche Wahrheit...
„Dolores" ist keine herkömmliche Stephen King Story. Hier gibt es keine Monster, Kindermordende Clowns oder andere übernatürliche Gestalten. Hier geht es schlicht und einfach um die menschliche Psyche und menschliche Abgründe. Schritt für Schritt wird man in Dolores' Welt eingeführt. Eine Welt voller Angst, Misstrauen, Traurigkeit, Verzweiflung und Hass. Hass auf ihren Mann, der ihr das Leben zur Hölle macht. Doch gleichzeitig ist sie voller Liebe für ihre Tochter, die sie um jeden Preis vor dem gewalttätigen Göttergatten beschützen will.
Stephen King baut zwar wirklich mehr auf Horrorstorys, doch das soll nicht heißen, dass „Dolores" weniger erschreckend wäre. Die Kompromisslosigkeit und stellenweise die Kaltschnäuzigkeit mancher Figuren in der Geschichte, lassen einen manchmal nur noch geschockt und ungläubig den Kopf schütteln. Den Filmemachern ist es wirklich bestens gelungen, Dolores erst als unsympathischen Drachen und dann ziemlich bald als eine Frau darzustellen, mit der man sich leicht identifizieren und zu der man eine Bindung aufbauen kann, da man in so einer Situation wahrscheinlich nicht anders handeln würde. Immer wieder keimt im Zuschauer Verzweiflung auf, da man Dolores gerne aus ihrer ausweglosen und deprimierenden Situation helfen möchte. Zumindest ging es mir so. Dieser Film dringt wirklich zum Zuschauer vor, da die Gefühle und Motive der Protagonisten äußerst glaubwürdig und realistisch dargestellt werden. Die Geschichte ist raffiniert gestrickt, so dass man durchweg gefesselt ist. Über den ganzen Film zieht sich eine düstere Atmosphäre (nicht zuletzt wegen der Sonnenfinsternis am „Tag X"), die einen in ihren Bann zieht, und am Ende wird sogar noch eine Überraschung für den Zuschauer bereitgehalten. Ein durch und durch gelungener Film, der auf vielen Ebenen zu begeistern und zu erschrecken weiß! Top!