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Ihr neues Album, das auf den reizenden Namen "Dolores' getauft wurde, wird über PIAS veröffentlicht und dann im Oktober auch gleich live präsentiert. Bereits im August haben BOHREN & DER CLUB OF GORE beim Haldern Festival gespielt und im November spielen sie auf persönliche Einladung der Melvins auf dem All Tomorrow's Parties Festival in England.
Überraschung! Draußen brennt noch Licht! Das neue Album "Dolores" offenbart nun ein weiteres Mal eine neue Seite von BOHREN & DER CLUB OF GORE. Man hat bei der Arbeit an den Songs zu "Dolores" selbst eine andere, neue Seite entdeckt oder sie vielleicht erstmals zugelassen. Stücke wie "Karin" oder "Still am Tresen" bezeichnet Christoph Clöser als "Easy Listening-Schleicher". Erstmals wird man das Gefühl nicht los, es hier nicht nur aufgrund der Formate tatsächlich mit potentiellen Singles zu tun zu haben. Die Stücke auf "Dolores" sind für Bohren-Verhältnisse signifikant kürzer, allein "Schwarze Biene (Black Maja)" durchbricht die 8-Minuten-Grenze. Die Songstrukturen sind zudem klarer, die Melodien (Vibraphon) sind greifbarer. Reden wir also nicht lange darum herum: Mit einigen Stücken auf "Dolores" bewegen sich BOHREN & DER CLUB OF GORE für ihre Verhältnisse schon ganz entschieden in Richtung Pop. Ganz beiläufig entwickeln sich die Stücke, scheinen nah, zugänglich und bleiben doch noch immer geheimnisvoll. Die Orgel und eine gewisse Räumlichkeit der Produktion verleihen "Dolores" einen erhabenen, sakralen Touch, der allerdings der Idee der Entschleunigung auf immer schon innewohnte. Jetzt wird er nach außen gekehrt, unüberhörbar. So entschieden sich BOHREN & DER CLUB OF GORE sich mit einigen Stücken neu positionieren (und damit ihre Fans ein weiteres Mal überraschen!), so bleibt "Dolores" insgesamt in der Schwebe. Die bei Bohren stets wichtige Kontextualisierung der Klänge durch Tracktitel und Covergestaltung macht das sehr deutlich: In "Dolores" steckt "dolor" (Schmerz), aber Dolores heißen auch die heißblütigen und patenten Kellnerinnen in B-Western, die south of the border spielen.
Man wird beim Hören von "Dolores" den Eindruck nicht los, gleich würden die Rollläden hochzogen, die Fenster aufgerissen und herein strömten Sauerstoff und Tageslicht. Ganz beiläufig, ganz alltäglich, ganz frisch.
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
27 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Viva Tristesse !!!,
Von
Rezension bezieht sich auf: Dolores (Audio CD)
Jaja, auf BOHREN & DER CLUB OF GORE war schon immer Verlass. Schon seit ewigen Jahren steht das Mülheimer Jazz-Quartett für musikalisches Kopfkino auf allerhöchstem Niveau. Mit beeindruckenden Frühwerken wie "Gore motel" oder "Sunset mission" avancierten BOHREN zu den Pionieren eines Musik-Genres, das es eigentlich gar nicht gibt. Der Sound basierte auf äußerst schleppendem, atmosphärisch dichtem Bar-Jazz im Stile der Kult-Serie TWIN PEAKS und kam über die gesamte Spielzeit ohne Gesang aus. Der Doom-Jazz war geboren !!! Mit ihrem 2002 veröffentlichten Album "Black earth" gelang BOHREN dann ein wahrhaftes Meisterwerk der musikalischen Klangkunst, dass selbst bis heute keinen Deut seiner unheilvollen und schauderhaft schönen Grusel-Atmosphäre eingebüßt hat. Tieftraurige und pechschwarze Nummern wie "The art of coffins" , "Destroying angels", "Constant fear" oder "Maximum black" (geht's eigentlich noch deutlicher?) rangierten allesamt auf Soundtrack-Niveau und bescherten jedem Hörer angespannte, von Alpträumen jäh unterbrochene Kopfhörer-Nächte. Der Nachfolger "Geisterfaust" war hingegen viel sperriger, unnahbarer und hievte die musikalische Monotonie des BOHREN-Sounds auf ein neues Level. Die Instrumente (z.B. das Saxophon) wurden minimalistischer eingesetzt, die Songs wurden dafür langatmiger und überstiegen nicht selten die 20-Minuten-Marke. Selbst als bekennender BOHREN-Fan benötigte man schon Nerven wie Drahtseile, um von dieser unnachgiebig nach unten driftenden Gefühlsspirale nicht komplett mitgerissen zu werden. Zu "Geisterfaust" konnte es unmöglich eine Steigerung geben. Das war sicher, wie das Amen in der Kirche...Auf ihrem neuen Album "Dolores" hat die Band ihren Sound daher wiederum etwas "zurückgenommen" und vermehrt an atmosphärischen Kleinst-Details gearbeitet. Dabei sind BOHREN & DER CLUB OF GORE ihrer musikalischen Marschrichtung jedoch beinahe komplett treu geblieben. Wie bereits seine Vorgänger, so ist auch "Dolores" sicherlich nichts für Leute mit schwachem Nervenkostüm...und speziell allen suizidgefährdeten Personen "da draußen" sei von dieser Scheibe deutlich (!) abgeraten. Denn neue Songs wie "Schwarze Biene" , "Still am Tresen" oder der sensationelle Album-Opener "Staub" bieten wieder absolut grandiosen Doom-Jazz in Vollendung, der jeden Hörer auf eine rund 60minütige Traumreise schickt. Hierbei ist der Begriff "träumen" jedoch nicht mehr ausschließlich negativ behaftet. Im Gegenteil, denn einige der neuen BOHREN-Songs ("Karin" , "Unkerich" oder "Faul") wurden vergleichsweise luftig arrangiert und versprühen daher beinahe schon positive Vibes. Es sind diese wunderbar feinfühligen Melodien, die den Hörer phasenweise glauben lassen, ein Licht am Ende des Tunnels erkennen zu können. Etwas aus dem er Kraft schöpfen kann. In diesen Momenten kann die Band ihr durchweg Moll-lastiges Korsett kurzzeitig abstreifen und bewegt sich beinahe schon in musikalischen Sphären, in der sich Klangkünstler wie z.B. SIGUR RÓS ansonsten tummeln. Insofern ist "Dolores" sicherlich das zugänglichste Album der Band-Historie, ohne dabei auch nur ansatzweise am Mainstream zu kratzen. Alles in allem bietet dieser intensive 10-Tracker eigentlich genau das, was man von dieser etwas sonderbaren Combo erwarten konnte. Ein kleines aber feines Meisterwerk, das definitiv nicht für schmalbrüstige Einmalhörer geeignet ist, und welches vor allem unterm Kopfhörer seinen gesamten Charme voll ausspielen kann. Alle Fans haben "Dolores" eh schon im Schrank stehen...allen anderen rate ich, sich unbedingt mal mit dieser Scheibe zu beschäftigen. Entdeckt diese meditative Finsternis, mit jeder Faser deines Körpers spürbar. Furcht erregend und betörend zu gleich. Selten war Tagträumen sooo schön !!! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Möglichkeiten ausgeschöpft?,
Rezension bezieht sich auf: Dolores (Audio CD)
Also mal ehrlich; wer hätte gedacht, daß der Club nach Geisterfaust noch weiter musizieren würde? Wenn, dann hätte das Ergebnis lediglich ein unbeschriebener Rohling sein müssen! Aber falsch gedacht! Was folgt ist unverkennbar eine Rückkehr zu alter Stärke, nur das die Musik jetzt einen kräftigen sakralen Touch erhalten hat; eine Kirchenorgel ist eingebettet worden. Das gibt der Musik einen völlig neuen Aspekt. Alles klingt sehr erhaben, abgeklärt, unglaublich tief --- und das Tenorsaxofon ist zurückgekehrt nur um die allgegenwärtige Trauer noch zu verstärken. Ich bin hin und weg und freue mich schon aufs Gebäude 9. A must have!!!....hoffentlich auch mit Vocoder
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Maximum Black - Maximum Bohren,
Rezension bezieht sich auf: Dolores (Audio CD)
Bohren haben ihren einzigartigen Stil mit dieser CD weiter untermauert. Da wo Sunset Mission jazzig abendlich, Black Earth dunkel-schwermütig und Geisterfaust reduziert und minimalistisch sind ist Dolores eine fast schon logische Weiterentwicklung im Klanguniversum der Herren aus dem Ruhrpott. Es gibt nicht einen einzigen Aussetzer bei den Liedern oder gar ein Stück im Mittelmaß. Alles spielt sich auf gewohnt hohem Level ab und es sei jedem Freund von stimmungsvoller ergreifender Musik eine absolute Kaufempfehlung ausgesprochen.
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