Mit etwa acht Jahren habe ich dieses Buch bekomen. Es war der allererste Roman, den ich gelesen habe, und über die Jahre habe ich alle anderen Bücher gesammelt. Dieses ist der zweite Band der "Dolly" - Reihe, wobei angemerkt sei, dass lediglich die Bände 1 - 6 von Enid Blyton verfasst wurden. Man merkt es am Stil; die Bände 7 -18 wurden von anderen Autoren geschrieben ( und sind anscheinend nur auf deutsch erschienen), die deutlich dem Leben moderner Mädchen angepasst sind. Aber gerade das macht den Charme der ersten sechs Bücher aus; man taucht in die Geschichte ein und fühlt doch, dass sie in einer Zeit spielt, die etwa in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts anzusiedeln ist. Der Umgangston zwischen den Mädchen ist entschieden freundlicher und höflicher als heutzutage, trotz der üblichen Probleme und Nöte der Mädchen. Die Hauptfigur Dolly hat ihren Platz in der Klasse gefunden, aber die Neuzugänge machen Probleme. Die prahlerische Diana geht allen auf die Nerven und nutzt die schüchterne Marlies aus, Ellen ist immer mürrisch, und die künstlerisch begabte Britta ist ein genauso grosser Wirrkopf wie Irene. Susanne wird Klassensprecherin, was Alice masslos verbittert... Es kommt zu Diebstählen, aber wer klaut in der zweiten Klasse? Es wird dramatisch...
Und die Lehrerinnen sind auch nicht ohne...
Trotzdem gibt es auch viel zu lachen, und natürlich werden so einige Streiche ausgeheckt!
Die Probleme der Mädchen sind aktueller denn je; es geht um Selbstbehauptung, verzeihen können, Respekt anderen gegenüber, Leistungsdruck und den Wunsch, besser zu sein als man tatsächlich ist.
Ich habe aus den "Dolly" - Büchern einiges für den täglichen Umgang mit anderen Menschen gelernt. Die Geschichten sind auf eine warmherzige Art geschrieben, und es zeigt sich, das in jedem vermeintlichen Versager(fast)immer etwas Gutes steckt. Sie zeigen eine Möglichkeit auf, wie das tägliche Miteinander trotz Differenzen sein kann.