Die Sinnlichkeit geschmolzener Schokolade, ihr seidiger Glanz und zarter Schmelz stehen im Mittelpunkt dieses auch optisch verführerischen Buches der Autorin Isabel Coe, die in England als Tochter eines jüdischen Vaters und einer italienischen Mutter aufwuchs und von frühester Kindheit zu genießen verstand.
Dieses Buch erzählt von dieser über Generationen weitergegebenen Leidenschaft für das Kochen und Backen im Allgemeinen und für Schokolade im Besonderen. Dazu erzählt uns Isabel Coe ihre Familiengeschichte, beginnend bei den Urgroßeltern, die aus der Schweiz stammten, wo man die Liebe zur Schokolade ja quasi mit der Muttermilch einsaugt. Seit mehr als hundert Jahren wurden die Familienrezepte liebevoll weitergegeben, ergänzt und natürlich auch immer wieder ausprobiert. Wie in vielen Familien üblich, gab es für jeden Anlass eigene Rezepte und Kniffe, die man so ohne weiteres nicht preisgibt. Und da die Familie oft und gerne zusammen kam, haben alle Rezepte eben auch etwas von Wärme und Geborgenheit und gehören zum kollektiven Familiengedächtnis.
Von all' dem erzählt Isabel Coe sehr warmherzig und liebevoll. Man fühlt sich fast zugehörig, wenn sie von langen Sommern auf dem Familiengut oder den Weihnachtstraditionen erzählt.
Natürlich enthält dieses Buch sämtliche Rezepte (die leider nicht ganz so leicht zuzubereiten sind, wie die Autorin verspricht). Darüber hinaus verrät die Autorin Tricks zum Tempern von Schokolade oder der Herstellung von aromatisierten Zuckermischungen. Die hübsche Gestaltung des Buches, der schokoladenbraune Druck und die vielen Familienfotos in sepia runden dieses wahrlich sinnliche Lesevergnügen ab.
Leider ist dieses Buch doch nicht so ganz kalorienarm, da man sich leider nicht satt lesen kann und garnicht anders kann, als dieses Buch mit einer guten Tafel Schokolade oder ein paar klitzekleinen Trüffel zu genießen!