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Doktorspiele. Geständnisse eines Hochstaplers
 
 
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Doktorspiele. Geständnisse eines Hochstaplers [Gebundene Ausgabe]

Gert Postel
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 191 Seiten
  • Verlag: Eichborn (2001)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3821839171
  • ISBN-13: 978-3821839172
  • Größe und/oder Gewicht: 22,6 x 14,9 x 2,3 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (21 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 152.778 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Gert Postel
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Ideales Geschenk für Juristen, Psychologen, Ärzte, Ministerialbeamte und Professoren (allerdings sollte der Schenkende besser nicht gerade Untergebener des Prestige-Inhabers sein). Verächtern und Kritikern oben genannter Berufsstände sei der Band ebenfalls dringend empfohlen, er dürfte ihnen das Herz erwärmen.

Der Rezensent hat Tränen der Schadenfreude gelacht. Man krümmt sich über hoch kriminelle Machenschaften. Andererseits: Wie hier den Stützen des deutschen Expertenwesens in Medizin und Rechtspflege die Hosen ausgezogen werden, bereitet ein Vergnügen, an dessen Stärke sich ablesen lässt, wie bedrückend die Macht dieser Ernsthaftigkeitsverwalter geworden ist.

Es ist alles so plausibel: Ein in der richtigen Tonlage geführtes Telefonat mit den richtigen Reizwörtern und der Hochstapler erhält streng vertrauliche Daten, Zahlen, Fakten. Sitzt Postel dann Entscheidungsträgern gegenüber, versteht es dieses Genie der sozialen Intelligenz (IQ durchschnittlich) jeweils genau das zu sagen, was gern gehört wird; nie merken die Herren (auch Damen), wie sie auf den Leim der eigenen Wünsche kriechen. Fast wäre der Hochstapler Chefarzt geworden und sogar im Ministerium gelandet. Voraussetzung all dessen: Postel ist ein Meister der Mimikry, er spricht bei Bedarf fließend Juristisch oder den qualligen Dialekt der Psychologen. Der Hauptmann von Köpenick hat einst den Militärstaat entlarvt, Gert Postel tut das mit der Expertokratie.

Eine amüsante und lehrreiche Lektüre also. Wie soll es weitergehen mit Herrn Postel? Hat er dieses lustige Buch tatsächlich selbst verfasst? All die perfekt gebauten Pointen, Wortspiele und rhetorischen Finessen? (Der Rezensent hegt da Zweifel.) Dann sollte er schreiben. Falls nicht: Als Kommunikationstrainer oder Spezialist für Windei-Fabrikation lässt sich in der Wirtschaft gutes Geld verdienen. Ganz legal. Fröhliche Weihnachten! --Michael Winteroll

Kurzbeschreibung

Gert Postel ist Briefträger von Beruf - berühmt geworden ist er allerdings als geschätzter Oberarzt für Klinische Psychiatrie. Er verhandelte mit den Ministerialen im Dresdner Sozialministerium erfolgreich um Leitungspositionen, schrieb psychiatrische Gutachten für sächsische Schwurgerichte, genoß eine Privataudienz beim Papst, diskutierte unter vier Augen mit seinem Minister - bis eine kleine Unregelmäßigkeit seiner schillernden Karriere ein jähes Ende setzte.
Mit anderen Worten: Dr. Gert Postel ist ein notorischer Hochstapler. Charmant, belesen, originell, aber: ein Hochstapler. Ein Meister der Verstellung, der mit Witz, Chuzpe und einer großen Portion Menschenkenntnis (und einem Schuß Nonchalance gegenüber den Strafgesetzen) seinen Traum von akademischen Weihen und gesellschaftlichem Aufstieg verwirklichen wollte. Postel fälschte Zeugnisse und Urkunden, bezirzte Professorinnen, schmeichelte Klinikdirektoren - und er erfand sich und seine abstruse Legenden mit jener Leichti gkeit, die nicht nur seine Förderer für das wahre Leben hielten.
So sind seine autobiografischen Geständnisse nicht nur die amüsanten Memoiren eines geläuterten Schwindlers, sondern auch eine doppelbödige Hommage an seine enttäuschte Umgebung: an Anwälte, Politiker, Mediziner, Psychotherapeuten, Richter, Sachverständige, Freundinnen, kurz: an alle, die die unglaubliche Karriere des Dr. Gert Postel erst möglich gemacht haben.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
"Man sagt das nicht gerne über sich selbst: aber eigentlich bin ich ein Nichts. Ein ehemaliger Postbote mit mittlerer Reife, der immer wieder den Akademikern zeigt, dass man nicht unbedingt studiert haben muss, um als Akademiker zu gelten. Erst die schmunzelnde Hochachtung meines Publikums nach meiner Entdeckung macht aus dem Nichts eine reale Person. Obwohl ich eigentlich nichts so sehr fürchte wie das Gefängnis, kommt es mir manchmal so vor, als ob ich die Aufdeckung meiner Untaten herbeisehne, um mich meiner Existenz als wirkliche Person zu versichern."

Diese Schlüsselpassage aus Postels "Doktorspielen" verrät nicht nur das Wesentliche seiner Motivation zum Hochstapeln, sondern birgt in sich bereits die tragisch-komische Dynamik einer eher ungewöhnlichen Biografie. Der Autor spielt nicht nur mit den festgefahrenen Strukturen einer hochgezüchteten Akademiker-Klasse, sondern ebenso mit dem vorgefertigten Weltbild einer unbedarften Leserschaft - und dies mit einer durch und durch amüsant-ironischen und teilweise entwaffnenden Eloquenz. Wer bei der Lektüre nicht mindestens einmal pro Kapitel laut lachen muss, ist entweder Narzisst, Politiker, Mediziner oder Jurist ;-)

Bei allen Hochgesängen der Antipsychiatriebewegung: Postel rechnet in seinen Bekenntnissen bei weitem nicht nur mit der psychiatrischen Zunft ab, sondern mit einem gesamtgesellschaftlichen Konglomerat aus Machthabern diverser Fachrichtungen, die er hin und wieder mit gelungener Situationskomik in peinlichen Konfrontationen gegeneinander ausspielt. So begegnet der Hochstapler bei einer seiner pseudo-ärztlichen Tätigkeiten als Dermatologe in einem dubiosen Institut für Haarimplantationen einem ehemals gegen ihn wegen Hochstapelei ermittelt habenden Staatsanwalt, der sich dort inkognito als Patient eingefunden hat. Die beiden machen einen Deal nach dem Motto "Ich verrate nix, wenn Sie auch nix verraten". Eine diplomatisch-kommunikative Glanzleistung, auch wenn der Autor immer wieder einmal auf der Metaebene seine angebliche Unfähigkeit zur Kommunikation und sein mangelndes Selbstwertgefühl in Szene rückt. Ironie pur!

Als eigentlichen Clou dieser Pseudo-Biografie, bei der im Endeffekt nie ganz schlüssig ist, was nun Fakten sind und wo der Postel'sche Münchhausen sein Talent versprüht, empfinde ich das so genannte "Vorwort" durch Prof. Dr. med. Gert von Berg (das Lieblingspseudonym des Hochstaplers). Die Komik dieser Meta-Pathologisierung erschließt sich dem aufmerksamen Leser allerdings erst nach Ende der Lektüre. Der Verfasser des Vorworts ist niemand geringeres als Gert Postel selbst.

Nicht zuletzt positioniert sich der Autor in diesem "Vorwort" in der gesellschaftspolitischen Aktualität. Man dürfe nicht alles "für bare Münze" nehmen, was in den "etwas selbstsüchtig anmutenden Berichten" P.'s steht. "Unendlich bedeutsamer ist nämlich die Tatsache, dass bereits aufgrund der Zeitungsberichte zu P.'s Prozess sich die gegenwärtig wieder im Erstarken begriffene 'Antipsychiatriebewegung' seiner bemächtigt hat und versucht, ihn zu einem ihrer Säulenheiligen zu machen. Diese in den 68er Wirren entstandene, eigentlich schon totgeglaubte Bewegung, die sich auf den Triester Psychiater Franco Basaglia und den Pariser Modephilosophen Michel Foucault beruft, hat auf ihrem letzten 'Antipsychiatriekongress' in Berlin, wenn ich recht informiert bin, einen eigenen 'Gert-Postel-Raum' gestaltet und wohl auch einen 'Gert-Postel-Preis' ausgeschrieben, der Persönlichkeiten, die sich im 'Kampf gegen die Psychiatrie' verdient gemacht haben, verliehen werden soll. Unterlagen zufolge, die bei P. gefunden wurden, war er zu diesem Treffen als 'Ehrengast' eingeladen, konnte aber infolge seiner Inhaftierung zu seinem Glück nicht teilnehmen. Wenn ich sage 'zu seinem Glück', dann deshalb, weil P. nicht gefeiert und in seiner Fehlhaltung noch bestärkt werden sollte, sondern unser aller uneigennütziger Hilfe bedarf."

Gert von Berg alias Gert Postel spielt hier auf das im Frühjahr 1998 von der radikalen Berliner Antipsychiatriebewegung real veranstaltete Foucault-Tribunal an und zieht damit solcherlei Extremisten gleich mit durch den Kakao (was diese bis heute noch nicht gemerkt haben: Das antipsychiatrische Werner-Fuß-Zentrum in Berlin beherbergt mittlerweile einen "Gert-Postel-Fanclub").

Insgesamt eine empfehlenswerte Lektüre für Realsatiriker und solche, die es werden wollen...

War diese Rezension für Sie hilfreich?
8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Genial ! 14. August 2002
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Ironie und Sarkasmus pur. Besser geht es nicht. Sogar die Worte des „Herausgebers", Prof. Dr. Gert vom Berg, sind zum Schütteln ! Der Sprachwitz ! Der intelligente Stil ! Hoffentlich schreibt der sympathische Postel noch mehr davon. Auf Lager dürfte er genug haben. Ähnlich hohes Niveau habe ich nur bei Polt und Walser gefunden.
Übrigens, den Herrschaften, die Postel zum kranken Narzissten abstempeln wollen, empfehle ich das nachmittägliche Fernsehprogramm. Da gibt es ganz andere...
Ich möchte Herrn Postel an dieser Stelle noch viel Erfolg bei seiner Tätigkeit als Leiter der Psychiatrie von Odessa wünschen. Alles Gute !
War diese Rezension für Sie hilfreich?
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch|Von Amazon bestätigter Kauf
Er liest FAZ und spielt das bürgerliche Dasein. Herrn Postel reicht der Job als Postbote nicht mehr. Also muß eine neue Herausforderung her.
Er gibt den Psychiater Dr. Dr. Stefan Bartholdy und beherrscht den Jargon. Den Patienten hat er nie geschadet, da er vor Therapien sicherheitshalber immer die Kollegenmeinung einholte. Selbst die Gerichte hat er mit seinen psychiatrischen Gutachten beduppt. Eine köstliche, süffisant und launig geschriebene Köpenickade die in sich die Lebensweisheit birgt: Kleider und Titel machen Leute. Für seine Eulenspiegelei verdient er den Dr. h.c.
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Nette Unterhaltung
Nett und leicht zu lesen. Die ganze Zeit über hat man Schmunzeln auf den Lippen. Es ist interessant, welchen Stellenwert das Thema Eitelkeit bei dem Durchsetzen von Interessen... Lesen Sie weiter...
Vor 20 Monaten von Goliath veröffentlicht
Hochstabler sind außerordentlich intelligente humorvolle...
Gerd Postel hat mit seiner Hochstapelei den Göttern in weiss klar gemacht, wie wenig dazu gehört, ein Psychiater zu sein. Auch ich habe den Prof. Dr. Lesen Sie weiter...
Vor 21 Monaten von Rosel Zierd veröffentlicht
Jajaaa..
Schon interessant, wie einfallsreich dieser Vogel ist. Ich hatte allerdings so einiges in diesem Buch angezweifelt, gerade bei seiner Person muss man ja nicht alles aus der Hand... Lesen Sie weiter...
Vor 22 Monaten von Beispiel: Max Heinrich veröffentlicht
Kaffeeklatsch
Die ganze Sache ist ja mittlerweile vollkommen veraltet, kalter Kaffee, Schnee von gestern. Und trotzdem interessant. Unterhaltsam schildert Postel seine sog. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 7. Juli 2008 von Cen
Keine Geständnisse, sondern eitle Selbstdarstellung
Vor dem Erscheinen des Buches "Doktorspiele - Geständnisse eines Hochstaplers" erklärte Dietrich Schwanitz in der "Zeit", dass vieles davon abhänge, ob Gert Postel... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 30. Juni 2008 von das Häschen in der Grube
der beinahe perfekte Psychiater beichtet seine brilliante Karriere
Dr. Gert Postel erreicht mittels Urkundenfälschung, dass er beim sozialpsychiatrischen Dienst in Flensburg und in Sachsen mit einem Sixt-Mercedes zum Oberarzt, CDU-Mitglied,... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 8. Dezember 2007 von Roman Czyborra
Selbstdarstellung eines Narzisten
Das Buch beginnt mit einem Vorwort des Professors "Gert von Berg", das sich fast wie ein psychiatrisches Gutachten über den Autor, den gelernten Postboten Gert Postel, liest. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 19. Juni 2007 von Wirtshausberater
Chamäleon
Psychiater - das ist nur einer der Berufe, die Gerd Postel ausübte ohne die entsprechende Ausbildung oder ein 'echtes' Abitur zu besitzen. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 28. April 2007 von Eikem
Die tollsten Geschichten schreibt das Leben
Gert Postel hat ein Talent zum Erzählen von Geschichten, das ist aus seiner Vita gut erkennbar. Sein Talent ist auch in schriftlicher Form voll zum Tragen gekommen. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 22. April 2007 von Mat Main
Für mich ein "must read"
Ich konnte die Geschichten nicht glauben.

Die verbalen Erzählungen kamen mir etwas nach "Münchhausen". Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 16. Oktober 2006 von Juergen Salomon
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