Ich habe dieses Buch im Zug von Wien nach Innsbruck gelesen, es ist in drei Stunden zu lesen, aber es beschäftigt mich immer noch. Es enthält so viele unterhaltsame Episoden und kritische Denkanstöße aus der Sicht eines Jungarztes, dass sie auch für 400 Seiten reichen würden und es erinnert ein wenig an das amerikanische Kultbuch House of God, ist aber aufgrund seines Bezuges zu Österreich (oder Mitteleuropa), seiner Ironie und des prononcierten Sarkasmus' unterhaltsamer und aktueller. Der Autor findet mit seiner amüsanten Schreibweise einen Weg, der Gesellschaft einen Spiegel vorzuhalten, ohne dabei zu oberlehrerhaft den moralischen Finger zu erheben. Ich sehe diesen amüsanten Roman wie einen Film vor mir ablaufen, mit einem der zeitgenössischen österreichischen Kabarettisten in der Hauptrolle. Viele im Gesundheitsbereich tätige Leser werden in diesem Roman - so wie ich - manches Bekannte wiederentdecken. Ein Text, der nicht durch höchste literarische Qualität besticht, sondern durch seinen Inhalt. Alles in allem eine klare Leseempfehlung, besonders für die junge Ärztegeneration, andere Menschen in Medizinberufen, Medizinstudenten und alle, die wissen, dass sie auch irgendwann einmal Patienten sein werden.