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Doktor Shiwago [Gebundene Ausgabe]

Boris Pasternak
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (12 Kundenrezensionen)

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Ledereinband --  
Gebundene Ausgabe, 1997 --  
Taschenbuch EUR 11,00  

Kurzbeschreibung

1997
Im russischen Zarenreich aufgewachsen, erlebt der Moskauer Arzt Shiwago den Ausbruch der Revolution. Alle Hoffnungen auf eine glänzende Karriere werden mit der neuen Ordnung zerstört, und Shiwago beschließt, mit seiner Familie auf ein Landgut reicher Verwandter zu ziehen. Die Familienidylle gerät ins Wanken, als Shiwago Lara wieder trifft, die er in einem Lazarett kennenlernte … Sein halbes Leben lang arbeitete Boris Pasternak an diesem Roman, der in der Sowjetunion nicht publiziert werden durfte. In der Verfilmung mit Omar Sharif wurde er zum Klassiker.

Mit dem Werkbeitrag aus Kindlers Literatur Lexikon.

Mit Daten zu Leben und Werk, exklusiv verfasst von der Redaktion der Zeitschrift für Literatur TEXT + KRITIK.
-- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe
  • Verlag: Artemis & Winkler (1997)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3538053863
  • ISBN-13: 978-3538053861
  • Größe und/oder Gewicht: 21,7 x 12,7 x 3,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (12 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 1.677.135 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Über den Autor

1912 studiert Boris Pasternak in Marburg ein Semester Philosophie, und eben dort begegnet er einem Mädchen wieder, das er von Moskau her kennt. Die frühere jugendliche Schwärmerei wandelt sich rasch in eine leidenschaftliche Liebe. Pasternak macht dem Mädchen einen Heiratsantrag und - wird abgewiesen. Die folgende Nacht habe ihn zum Dichter gemacht, wie er später bekennt. Fortan bestimmt die Dichtkunst sein Leben.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Bitte dem Denkmal nicht zu nahe treten! 2. Dezember 2010
Von jury HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Darf man Denkmäler nüchtern betrachten? Befangen in der politischen Konfrontation, dem Leid hilflos ausgesetzt und im unreflektierten Versuch einer Rationalisierung der Emotionen neigen Betroffene zu manchmal peinlicher Überhöhung:

"Heute, am Morgen, las ich im "Doktor Shiwago" den Brief der Tonja an ihren Mann Juri Andrejewitsch; ich las und begrüßte dankbar die Tränen in meinen Augen, die aus der Tiefe der Verhärtung dieses sozialistischen Lebens quollen, weil die Sprache dieses Briefes es vollbrachte, den Verhängniskreis des Sozialismus mit einer humanistischen Gebärde zu verlassen..." [1]

Lyrik gedeiht unter Drückung - Prosa mit Hilfe politischer Gegner. Pasternaks Doktor Schiwago hätte vielleicht niemals seine Geltung erreicht, hätten da nicht dem Szenario der auf der einen Seite jahrelangen Unter"druckung" in seinem russischen Heimatexil - die Familie lebte ja in Deutschland - "beflissene" "Freunde" auf der anderen Seite gegenüber gestanden. Veröffentlicht wurde der Roman in Italien [2], bald folgte die für den Nobelpreis erforderliche russische Ausgabe - im Ausland! Nun stand dem Literatur-Nobelpreis nichts mehr im Weg. 1965 erschien der Film, der weltweit die Herzen der Menschen gewann. Aber erst Gorbatschow legalisierte das Werk im Land der Werktätigen, erst 1989, eine Generation nach des Vaters Tod, erhielt stellvertretend Pasternaks Sohn den Preis in Stockholm.

Sucht man in der Wikipedia nach "Doktor Schiwago", wird man zum Film geleitet - nicht zum Buch. Meines Erachtens spiegelt dies die Bedeutung, ja sogar den Wert, aber selbstverständlich nicht den Verdienst. Gelegentlich werden Bücher "nahe am Original" verfilmt - so zum Beispiel Schnitzlers Traumnovelle in Kubricks Eyes Wide Shut. Hier scheint mir das anders zu liegen. Der Film Doktor Schiwago berührte meines Erachtens weniger wegen der Motive aus Pasternaks Roman, sondern weil dem Drehbuchautor Robert Bolt eine kunstvolle Verflechtung von Charakteren und Hintergründen gelang, die weit über die Ansätze des Buchs hinausreicht. Weil der geniale Regisseur David Lean, sein legendärer Kameramann Freddie Young und der Ausnahmemusiker Maurice Jarre ein Gesamtkunstwerk komponierten, welches in seiner symbolreichen Bild- und Tonsprache überwältigt. Man schaue sich nur den Titel des Buchs an; Lara und Tonja und Jura, Komarovsky und Strelnikow - das sind für Millionen von Menschen anders als sonst bei großen Romanen nicht die Umsetzungen in der Phantasie des Lesers, sondern die realen Gesichter von Julie Christie und Geraldine Chaplin, Omar Sharif, Rod Steiger und Tom Courtenay. Die Choreographie der Schicksalslinien dieses Pentagons von Antipoden kreierten die Schöpfer des Films - nicht der Schriftsteller.

Wofür gab es den Nobelpreis ein Jahr nach der Veröffentlichung? Für "Doktor Schiwago" [3] oder "für seine bedeutende Leistung sowohl in der zeitgenössischen Lyrik als auch auf dem Gebiet der großen russischen Erzähltradition" [4]? Spielt es eine Rolle, wie man es verklausuliert? Es war doch offensichtlich ein politischer Preis, für ein Werk, das mit tätiger Hilfe des CIA [5,6] als Werkzeug der ideologischen Auseinandersetzung eingesetzt worden ist.

"Pasternak hat ein einfaches Buch schreiben wollen, das den Zustand und die Hoffnung seines Jahrhunderts mit einem Mal umfassen sollte. Dieses Buch könnte nur ein Roman sein, denn seine Gedichte hielt er höchstens für Entwürfe, Übungen unterwegs." [7] Lyrik nach Übersetzungen zu beurteilen grenzt an Unfug - hier jedenfalls konzentrieren wir uns auf die Prosa.

"Einfach" trifft es irgendwie. Wer überlegt, den "Doktor Schiwago" zu lesen, sollte sich auf eine spröde Sprache, flatterhafte, oft extrem kurze Sätze, eine Unzahl von Charakteren, hektische Szenenwechsel und kaum erkennbare Linien vorbereiten - das bedeutet auf weit über 600 Seiten frei nach Klitschko wahrhaft "schwere Kost". Oft vermisst man einfach einen Plan. Auch in der Prosa kämpfen noch Phasen des Muts und der Deutlichkeit mit der vorsichtigen, andeutenden Sprache der Angst. Pasternak hat ein Jahrzehnt auf das Buch hingearbeitet, er war ungeachtet seiner internationalen Kontakte kein relativ freier Mensch wie ein Böll oder ein Houellebecq, sondern lebte ja nach wie vor in einem extrem repressiven System auf der anderen Seite des "Eisernen Vorhangs".

Mehr noch, leider: Man findet durchaus schöne Wortmalereien, wie man sie von einem Dichter erhofft. Oft aber drückt er sich geradezu unbeholfen aus, zwar lyrisch blumig, manchmal jedoch mit Bildern, die jeder Deutschlehrer rot markieren würde. Man könnte zudem reihenweise sowohl inhaltlich als auch sprachlich unausgegorene Sätze zitieren, bei denen weder die Berücksichtigung der Zeit noch mögliche Übersetzungsschwächen als Entschuldigung herhalten könnten. In der Reschke-Übersetzung werden solche Defizite durch merkwürdiges Deutsch noch verstärkt.

Am unangenehmsten fand ich jedoch die inhaltsfreie Seitenfüllerei mit unzähligen Protagonisten, die unzählige Alltagsverrichtungen erledigen, ohne dass dies auch nur das Mindeste mit der Handlung oder dem Hintergrundgeschehen zu tun hätte. Und nein, dadurch wird auch keine Stimmung erzeugt oder eine Situation fühlbar gemacht. Man könnte das Buch vermutlich auf ein Drittel zusammenstreichen, ohne dass etwas Wesentliches fehlen würde.

Was - offen gesprochen - dem Buch fehlt, ist einfach ein gutes Lektorat. Man könnte sagen, dass dies in gewisser Weise durch den Film nachgeholt worden ist - aber Pasternaks Roman ist, bei allen indirekten Verdiensten, nicht die Sorte von Roman, die den Leser fasziniert und fesselt. Da gibt ja selbst noch ein Pamuk mehr her. Was nicht heißen soll, dass ich es uninteressant finde, den Roman zu lesen - aber auch enttäuschend. Selbstverständlich ist dies nur eine unbedeutende persönliche Meinung - aber nüchtern betrachtet liegt der Wert dieses Romans alleine in einer gewissen geschichtlichen Bedeutung und in der Tatsache, dass er Anlass zu einem großen Film gegeben hat.

jury 4* A0397 2.12.2010eg

[1] Gert Neumann, Elf Uhr, Siebenter September 1977. Frankfurt a.M. 1981
[2] Giangiacomo Feltrinelli Editore, Milano, 1957
[3] Fischer-Verlag in der Ausgabe von 1997
[4] Wikipedia: Boris Leonidowitsch Pasternak
[5] Anatoli Koroljow: Rätsel gelüftet: CIA half Pasternak bei Gewinn des Nobelpreises RIA Novosti, Januar 2009
[6] Mark Franchetti: How the CIA won Zhivago a Nobel Times, Januar 2007
[7] Fritz Mierau in der Fischer-Ausgabe von 1997

Mir lagen Übersetzungen von Thomas Reschke (Fischer Verlag) und Reinhold von Walter (Bertelsmann) vor. Man kann, soweit es um die Beherrschung der deutschen Sprache geht, eindeutig eine Empfehlung für Herrn von Walter aussprechen.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Heckmann
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
Auf die gute und interessante Geschichte an sich möchte ich hier nicht eingehen. Vielmehr möchte ich darlegen, warum dieses Buch meiner Meinung nach ein "Erlebnis" für den Leser ist, für mich ein Meisterwerk der Literatur.

In einigen Rezensionen wird angeführt, daß in der Handlung zu viele Personen quasi "auftauchen" und wieder "verschwinden", ohne daß sie für den Buchinhalt von Bedeutung sind / erscheinen. Diese Meinung sehe ich anders: ich finde, durch die eingereihten Personen mit ihren "Extra-Handlungssträngen" gewinnt die gesamte Handlung noch weiter an Tiefe. Man kann sich dadurch die im Buch beschriebene historische Zeit und die darin verwobenen Hauptdarsteller mit ihren Beweggründen, Stimmungen etc. sehr gut vorstellen.

Auch finde ich die beschriebene Natur, in welcher sich die Personen aufhalten und handeln von Pasternak super nahegebracht - man wird Teil des Ganzen beim Lesen. Nicht zuletzt hat "Doktor Schiwago" in seiner Geschichte eine Reihe philosophisch beeindruckender Gedanken dargestellt.

Insgesamt ein spannendes und "bewegendes" Buch, dessen Geschichte von seiner Grundausrichtung her (Themen wie Liebe / Beziehungen, Familie, Revolution / Krieg, Freundschaft, Leiden, innere Zerrissenheit, Hoffnung, politisch auseinander gehendende Meinungen und Auswirkungen...usw.) wahrscheinlich auf ähnliche Weise auch in anderen Epochen spielen könnte.

Man sollte sich möglichst regelmäßig etwas Zeit nehmen, um dieses Buch zu genießen.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Naja...gut... 9. Mai 2009
Format:Taschenbuch
Die Handlung des Romans beginnt 1903 und endet 1929 bzw. 1943, wenn man den Epilog mitrechnet. In dieser wirren und gefährlichen Zeit in Russland spielt sich die Liebesgeschichte zwischen dem Arzt Juri Schiwago und Lara Antipova ab. Beide eigentlich mit anderen Partnern verheiratet, lernen sie sich während des 1. Weltkrieges kennen (begegnet sind sie sich allerdings schon vorher), in dem Schiwago als Arzt gebraucht wird und Lara freiwillig als Krankenschwester arbeitet. Allerdings trennen sich ihre Wege, als er wieder nach Moskau zu seiner Familie geht und sie mit ihrem Kind zurück nach Sibirien zieht. Im Laufe des Romans werden die beiden sich noch mehrere Male wiederfinden und wieder verlieren. Letztgenanntes irgendwann für immer und das auch fast noch aus freien Stücken. Aber sie kämpfen beide so lange es geht.
Doch Doktor Schiwago ist natürlich mehr als "nur" eine Liebesgeschichte. Vielmehr versuchte Boris Pasternak ein Bild seines Heimatlandes im oben erwähnten Zeitraum zu erschaffen. Die Wirren des Krieges und der Revolution, Entbehrungen, politische Kehrtwendungen und die Unmöglichkeit gegen diesen Strudel anzukämpfen, auch als aufrichtiger Mensch. Aber dazu haben die anderen Rezensenten schon genügend geschrieben und eigentlich dürfte der Inhalt ohnehin den meisten bekannt sein.
Kommen wir also zur Kritik: Es wundert mich immer noch ein bisschen, dass ich diesem Buch nicht mehr Sterne geben kann! Denn eigentlich ist es doch ein typisches Stück russischer Literatur. Wie man es von vielen Landsmännern Pasternaks kennt holt auch er sehr weit aus. Viele Personen mit den verschiedensten (politischen) Ansichten werden eingeführt, die Landschaften und Leute mit all ihren Eigenheiten werden eingehend beschrieben, über viele Seiten werden Gedanken und Begebenheiten erzählt, die im ersten Moment ganz und gar unwichtig erscheinen, es aber überhaupt nicht sind. Ich mag das eigentlich sehr gern, aber "Doktor Schiwago" hat mich schlicht und ergreifend einfach nicht gefesselt. In wirklich guten Büchern, gerade von dieser Dicke, kann man regelrecht versinken, man ist drin, man nimmt Anteil und begleitet die Figuren, man will immer weiter lesen, im besten Falle riecht, schmeckt, fühlt und sieht man alles was beschrieben wird. Dieses Buch hat mich aber weitestgehend kalt gelassen. Es war ganz schön zu lesen, aber es hat mich nicht "reingezogen". Ich las es (und ich habe für meine Verhältnisse sehr lange für die 750 Seiten gebraucht!), ich schlug es zu und das war es dann. Wie gesagt, Pasternak macht eigentlich nicht viel falsch, höchstens diese sehr abrupte Erzählweise, die keinen wirklich schönen Lesefluss zulässt, kann ich ihm vorwerfen (Tolstoi, Dostojewski und auch Solschenizyn waren meiner Meinung nach die deutlich besseren Erzähler!), aber das Buch hat mich einfach nicht begeistert.
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Da dies ein Geschenk war kann ich nur den Zustand und Bestellabwicklung kommentieren, Versand ging sehr schnell und das Buch war wie erwartet in einem super Zustand. Lesen Sie weiter...
Vor 1 Monat von Karola veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Eine Welt in der Schwebe
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Vor 5 Monaten von Rolf Dobelli veröffentlicht
4.0 von 5 Sternen Voller Liebe zum Leben
"Doktor Shiwago" ist in seiner künstlerischen Qualität zurecht umstritten, ist aber zweifelsohne wichtiger Bestandteil des russischen literarischen Erbes. Lesen Sie weiter...
Vor 7 Monaten von Michael Pietrucha veröffentlicht
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Veröffentlicht am 28. Februar 2011 von Helrung
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Veröffentlicht am 23. Januar 2011 von Helmut Schmid
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Was für ein Land! Was für Menschen! Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 2. Januar 2007 von lyrx
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Gerade in marburg lernen sie sich kennen unvorstellbar den ich selber wohne hier und finde es super das ein buch sich auf die unistadt beziet toll
und auch sonst historisch... Lesen Sie weiter...
Am 20. Dezember 2005 veröffentlicht
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Veröffentlicht am 26. Februar 2004 von Leonard Lord Paine
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