Aus der Amazon.de-Redaktion
Sharif, der durch Leans vorherigen Film Lawrence von Arabien zum Star wurde, kommt meist edel daher, aber die Nebenfiguren sind ganz schön widerliche Zeitgenossen: Rod Steiger als politisch einflussreicher Geldsack, Tom Courtenay als selbstgerechter Revolutionär, sowie Klaus Kinski und Alec Guinness in kleineren Rollen. Geraldine Chaplin, in ihrem Debüt als erwachsene Schauspielerin, spielt die willfährige Frau des Doktors. Robert Bolts Drehbuch brachte dem Film einen seiner fünf Oscars ein, und ein weiterer ging an das wahrscheinlich am meisten wiedererkennbare Element von Doktor Schiwago: Maurice Jarres romantischer Soundtrack mit der immens populären Erkennungsmelodie "Lara's Theme", die sich immer wieder durch die Handlung schlängelt. --Robert Horton
Amazon.de DVD-Bewertung
Am eindruckvollsten ist die Dokumentation "The Making of a Russian Epic", die sehr ausführlich von der Entstehungsgeschichte des Films und den Dreharbeiten berichtet. Endlich einmal ein Making Of, das diese Bezeichnung verdient und wirklich hervorragend ist. Abgerundet wird das Ganze durch weitere Featurettes, die sich mit verschiedenen Aspekten beschäftigen: David Leans Kameraarbeit sowie seine Bearbeitung der literarischen Vorlage, Boris Pasternak und sein Werk, Madrid als Drehort für Moskau. Außerdem enthält die Bonus-DVD Kurzporträts von Geraldine Chaplin, Julie Christie und Omar Sharif, Trailer und Informationen über die Auszeichnungen des Films. Als kleine Schmankerl kann man über die Mikros in den einzelnen Menüs weiteres Material abrufen und sich die Probeaufnahmen von Geraldine Chaplin ansehen. --Birgit Schwenger
Video Jakob Kurzinhalt
Movieman.de
Moviemans Kommentar zur DVD: Hinsichtlich des Tones mag die Gesamtnote etwas übertrieben wirken, aber das Zwei-Disc-Set (beidseitig bespielte DVD 10 und DVD 5 mit Extras) besticht nicht nur durch das ausgezeichnete Mastering des Filmes, sondern auch durch eine opulente Extravielfalt (s.o.). David Lean setzt in der Verfilmung des Boris Pasternak-Romans trotz aller Monumentalität auf dessen Figuren. Nie überläßt Lean der wahnwitzigen Ausstattung die Führung, sondern stellt immer das Handeln und Denken Schiwagos und Laras in den Vordergrund. Allein diese Fähigkeit, die Bedeutung der Erzählung in ausgewogener Balance zu einer eindrucksvollen Historienschilderung zu setzen, zeichnet Leans Genie aus. Trotz aller Melodramatik gewinnt das Melos nie die Oberhand vor der Dramatik und das grenzt "Dr. Schiwago" von Kitsch ab.MO
Bild: Die anamorphe Luxusabtastung liefert den David Lean-Klassiker in gestochener Schärfe, mit brillanten Farben (inklusiver ausgezeichneter Rotwerte bei den plüschigen Restaurantszenen (00.45.45)) und mit perfektem Kontrast ab. Nun läßt sich ein Mastering bei einer vollendet ausgeleuchteten Vorlage natürlich leichter erstellen, als wenn man mit vergilbtem und unter schlechten Produktionsbedingungen entstandenen Filmrollen zu hantieren hat, aber das Ergebnis ist unumstritten wunderbar. Bestes Beispiel für die Perfektion des Masterings ist eine Massenszene bei 01.23.40, in der die Menschen in Bewegung einzeln erkennbar bleiben - fast artefaktfrei und mit allen Helligkeitsnuancen.
Ton: Nicht ganz mit heutigen Produktionen kann der Tonpart der Disc mithalten. Aber die 5.1-Mischung enthält den kompletten 6-Kanal-Zauber, den die 70mm-Version in der Kinoaufführung besaß (Der Rezensent hatte das Glück, sie im Rahmen eines 70mm-Festivals zu sehen.). Die Ambienz wird krafttvoll und so transparent wie technisch möglich serviert (00.38.50, Bahnhof), die direktionale Stimmführung (00.05.05, Dialog) macht das Klangbild noch lebendiger als es durch die gute Kulissenarbeit bereits ist. Eindringlich und opulent ist auch die Musikmischung, die Maurice Jarres berühmte Musik sehr klangrein abliefert. --movieman.de