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Doktor Schiwago
 
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Doktor Schiwago [Taschenbuch]

Boris Pasternak
3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (14 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 764 Seiten
  • Verlag: Fischer (Tb.), Frankfurt; Auflage: 13., Aufl. (1. Dezember 1992)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 359629519X
  • ISBN-13: 978-3596295197
  • Größe und/oder Gewicht: 19,2 x 11,9 x 3,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (14 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 82.684 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Audiobook-Rezensionen

Der Krieg, die Oktoberrevolution mit all ihren Schrecken und Platitüden und eine tragische, schicksalhafte Liebe sind die weltberühmten Themen dieses Buches. 1957 erschien der Roman, an dem Pasternak ein halbes Leben gearbeitet hatte, in Italien; in der Sowjetunion durfte er nicht veröffentlicht werden. 1958 lehnte Boris Pasternak aus politischen Gründen den Nobelpreis für Literatur ab. Bis zu seinem Tod 1960 blieb er isoliert. Der Mediziner und Dichter Jurij Schiwago wollte losgelöst von der bolschewistischen Revolution und ihrer Ideologie sein eigenes Leben leben und muss am Ende erkennen, dass er gescheitert ist. Auch wenn er auf seinem Weg seine große Liebe gefunden hat. Denn dem Zauber Laras, die als sehr junges Mädchen vom Freund ihrer Mutter verführt wurde, ist er von Anfang an erlegen. Beide sind verheiratet: Sie mit einem orthodoxen Revolutionär, er mit Tonja, neben der er aufgewachsen ist.

Das Nebeneinander von Tagebuchnotizen, Gedichten, Monologen, Ausschnitten aus dem Leben der einzelnen Figuren und philosophischen Reflexionen wird im Hörspiel weniger verwirrend als im Roman selbst vermittelt. Die unterschiedlichen Stimmen verdeutlichen ganz natürlich die verschiedenen Perspektiven. Als unerlässlicher Erzähler führt Gert Westphal durch die Jahre von 1904 bis kurz vor Stalins Tod. Eine Produktion verschiedener Rundfunkanstalten von 1958. Hörspiel, Spieldauer: ca. 260 Minuten, 3 MC oder 4 CD. Mit Booklet.

-- culture.text -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Kurzbeschreibung

Doktor Schiwago ist die dramatische Geschichte eines Dichters und Arztes vor dem Hintergrund der russischen Revolution. Und es ist die Geschichte einer unbändigen Liebe.1912 studiert Boris Pasternak in Marburg ein Semester Philosophie, und eben dort begegnet er einem Mädchen wieder, das er von Moskau her kennt. Die frühere jugendliche Schwärmerei wandelt sich rasch in eine leidenschaftliche Liebe. Pasternak macht dem Mädchen einen Heiratsantrag und - wird abgewiesen. Die folgende Nacht habe ihn zum Dichter gemacht, wie er später bekennt. Fortan bestimmt die Dichtkunst sein Leben.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen

22 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Das ist Russland, 2. Januar 2007
Rezension bezieht sich auf: Doktor Schiwago (Taschenbuch)
Es nicht gelesen zu haben, ist eine jener Bildungslücken gewesen, die

ich ungern offen lasse.

Was für ein Land! Was für Menschen! Dr Schiwago entstammt der

Oberschicht des vorrevolutionieren Russland. Er ist ein sensibler,

universell begabter Mann mit Interesse sowohl an Poesie und

Naturbeobachtung, als auch an den Naturwissenschaften. Sein Verhalten

und sein Charakter wird von ethischen und humanitären Maßstäben

bestimmt. Folgerichtig wird er Arzt.

Die grausame Geschichte Russlands verhindert eine glanzvolle

Karriere, die seinen Begabungen entsprochen hätte. Er wird im ersten

Weltkrieg als Frontarzt zwangsverpflichtet, dann bricht die russische

Revolution aus. Es gibt bittere Hungersnöte in kalten Wintern. Er

flüchtet mit seiner Familie in den Ural, wird von Partisanen

entführt und gezwungen, ihr Feldarzt zu werden und und und ...

Der Roman ist auch ein Liebesgeschichte, aber er ist vor allem eine

Geschichte Russlands. Tragik ist nicht der richtige Ausdruck für das

Geschehen, weil ihm dazu die Unvermeidlichkeit fehlt. Es sind stets

Menschen, die entscheiden, und sie könnten auch anders. In der Weite

langer kalter Winter bewegt sich eine leidgeprüften Volksseele auf

einen Abgrund zu.

Langsam zieht die Revolution herauf, der Bürgerkrieg. Er kündigt sich

erst durch unheilvolle Vorzeichen an, wird dann allmählich stärker,

grausamer allumfassender. Der Krieg verbündet sich mit der Tundra und

ihrer Winterkälte, mit den Eitelkeiten und den Dummheit der Menschen,

er zerstört uralte Traditionen und gewachsene Strukturen.

In alledem versucht Schiwago, sich seine Menschlichkeit zu

bewahren. In einem Güterwaggon reist er nach Sibirien, muss die

Geleise vom Schnee freischaufeln und kann dabei (einer völlig

ungewissen Zukunft entgegensehend) dennoch die Schönheit der

Scheelandschaft genießen und Gedichte schreiben.

Er liebt Lara, die er von Jugend auf kennt und mit der er erst viel

später zusammenkommt. In dieser Liebe findet der Roman seinen Höhepunkt,

denn sie kann sich in der neuen nachrevolutionären Zeit nicht erfüllen:

Regimeterror und Denunziantentum lassen nicht mehr zu, dass blüht, was

blühen möchte. Seine nicht-proletarische Herkunft und sein lebenslanges

Ringen um Familienglück, ja nur ums nackte Überleben, haben genügt, ihn

zu einer unerwünschten Person werden zu lassen, die jederzeit mit

ihrer Verhaftung rechnen muss.

Lara und Schiwago lieben sich trotzdem. Sie leben den unmöglichen

Traum, flüchten in die Einsamkeit, Wölfe schleichen ums Haus und

es ist klar, es wird nicht gehen. Letztlich ist es Laras Wunsch,

einfach nur zu überleben, der beide wieder auseinandertreibt.

Sie sind noch nicht mal vierzig Jahre alt. Da ist es einfach noch zu

früh zum Sterben.

Lara ist der schöne Engel in diesem Roman, aber sie ist auch ein Opfer

ihrer Weiblichkeit und der Willkür eines Mannes, der sie in jungen

Jahren verführt und manipuliert. Tugendhaftigkeit und Sinnlichkeit

vereinen sich in ihr, ohne zu einem Widerspruch zu führen: Letztlich

strebt auch sie wie Schiwago nur nach Normalität und Liebe. Auch sie

ist ein Spielball der Zeitgeschichte, der immer dann wieder

fortgetragen wird, wenn er gerade einmal zur Ruhe gekommen ist.

Die Hauptfiguren des Romans wollen einfach nur leben, die Betonung

liegt auf einfach. Das korreliert mit der Aussage Pasternaks, der sich

schon früh vorgenommen hatte, ein "ganz einfaches" Buch zu schreiben.

Damit wollte er wohl auch ausdrücken, dass es vom theoretischen

Ballast des Zeitgeistes frei sein sollte. Es sollte ein Buch sein,

dass die Geschichte so erzählt, wie sie gewesen ist, und wie sie

empfunden worden ist, und nicht mehr. Das ist ihm sicher gelungen,

obwohl Pasternaks poetisches Naturell ihn daran hindert, zum

vollkommenen Realisten zu werden.

Trotzdem gibt es Stellen in dem Buch, in denen Weltanschauliches und

explizit Politisches einfließt. Das macht das Buch erst Recht zu einem

russisches Buch, denn es verankert sich dadurch in der Tradition

russischer Romanliteratur: Diese hatte immer schon eine Tendenz, das

menschliche Einzelschicksal in einen geschichtlichen oder

gesellschaftlichen Kontext einzubinden. Man denke nur an Tolstois

"Krieg und Frieden", man denke auch an Dostojewski.

Die großen Romane Russlands sind immer Romane, in denen man

gewissermaßen durch ein mit Eisblumen der Fantasie bewachsenes Fenster

einen Blick auf das dunkle kalte Land und seine warmen Menschen

werfen kann.

Ja, in Doktor Schiwago brennt die Glut des eisernen Ofens im

russischen Haus. Der Sturm der Zeit weht das Dach davon, und darunter

frieren die Menschen. Sie haben es schwer, sie leiden, sie lieben und

kämpfen. Der Ofen brennt weiter und Schneeflocken fliegen darauf. Das

ist für mich Russland.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen schwere Kost aus dem alten Rußland, 5. Mai 2011
Rezension bezieht sich auf: Doktor Schiwago. (Gebundene Ausgabe)
Dieser große Roman bereitete mir einige Schwierigkeiten und oft war ich versucht, ihn wieder in das Regal zu stellen, wo er so lange ungelesen vor sich hin alterte. Schwierigkeiten vor Allem, weil Pasternak seine Figuren mal mit Vor-, ab und an mit Zu- und manchmal mit Spitznamen auftreten läßt. Die langen russischen Namen sorgten zuweilen für einiges Kopfzerbrechen, wer denn nun eigentlich gemeint sei.

Auch die Ausdrucksweise war schwer zu ertragen. Manche Absätze beinhalten lange Selbstgespräche über Gott und die Welt, die auf den Leser eine Langeweile übertragen, die ans Einschlafen grenzt.

Doch dann besann ich mich darauf, daß diese Menschen zu Anfang der 20. Jahrhunderts lebten. In einer Zeit, in der anders miteinander umgegangen wurde und die Sprache eine Andere war.

Und ich las weiter. 608 Seiten (ohne die Gedichte Schiwagos) umfaßt dieses Werk. Seiten voll Poesie, Liebe, Kampf, Trauer und Krieg.

Von der Geschichte um Jurij Andreitsch, besser bekannt als Schiwago, der auch Jura oder Jurotschka genannt wurde, dessen Frau Antonia Alexandrowna, genannt Tonja und Schiwagos großer Liebe Lara, mit bürgerlichem Namen Larissa Fjodrowna wissen die meisten Menschen durch die gleichnamige Verfilmung aus dem Jahr 1965.

Der Film stellt jedoch hauptsächlich Schiwagos Beziehungen zu den beiden so unterschiedlichen Frauen Tonja und Lara dar. Das Kriegsgeschehen um die Revolotion tritt dort leider in den Hintergrund. Schiwago wird im Film für meinen Geschmack zu sehr verherrlicht. Trotz Treuebruch ist Schiwago strahlender Held und sein Tod wird tragisch in Szene gesetzt.

Das Buch fand ich viel faszinierender.

Durch die eigenartige Figur Schiwagos werden schonungslos alle Fazetten der damaligen Zeit aufgeführt.

Ursprünglich der höheren Klasse zugehörig, verliert er in Zeiten von Bürgeraufstand und Revolotion alles und muß lernen, selbst auf das Notwendigste zu verzichten.

Da er sich nie einer politischen Seite als zugehörig ansieht und diese Meinung auch öffentlich vertritt, kommt er zwar immer wieder in große Schwierigkeiten, besitzt aber auch nicht den Drang, sich für den Sieg einer Seite einzusetzen.

Er erlebt eine wundervolle Zeit mit seiner Frau Tonja, die zu Beginn der Bürgeraufstände mit ihm und ihrem Vater Alexander Gromenko aus Moskau in die verlassene Wildnis von Warykino flieht.' 'In dieser beschriebenen Zeit ist mir die Figur der Tonja besonders ans Herz gewachsen. Ich fühle Respekt und Hochachtung vor dem, wie sie sich änderte um ihre Familie zu retten und wie sie es an der Seite von vielen Anderen ertrug, in den allerschlimmsten Verhältnissen zu überleben.

Pasternak beschreibt immer wieder in einer sehr trockenen - und dadurch umso erschreckenderen - Art, wie Menschen sich wie Tiere benahmen. Benehmen mußten um zu überleben. Wie grausam Krieg ist und wie sehr die Not das Wesen und die Eigenschaften von Menschen beeinflußt und verändert.

Im Roman ist auch besser verständlich, wie es zu der Liebe zwischen Schiwago und Lara kommen konnte. Und so sehr mir seine Frau Tonja leid tat, daß der von ihr so sehr geliebte Mann sich einer anderen Frau zuwendet, auch in mir wuchs die Hoffnung auf ein glückliches Ende für die Beiden.

Auch wenn Schiwago zum Schluß dem Tod gegenübertritt: glücklich war er mit seiner Lara. Schließlich hatten sie gemeinsam erfahren müssen, wie wichtig es ist, jeden Augenblick des Zusammenseins voll auszukosten und das Beste daraus zu machen.

Wen die Thematik interessiert, würde ich auf jeden Fall das Buch empfehlen. Auch, wenn man damit mehr Zeit, als mit dem 197 Minuten langen Filmepos verbringen muß.
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10 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Ein halbes Jahrhundert russische Geschichte, 9. Januar 2003
Rezension bezieht sich auf: Doktor Schiwago. 4 CDs. (Audio CD)
Jeder, der das Buch "Doktor Schiwago" von Boris Pasternak gelesen hat, wird bestätigen, daß es durch die vielen Notizen und Briefe und die damit verbundenen Zeitsprünge nicht gerade leicht zu lesen ist. Es erfordert in jedem Fall die volle Konzentration des Lesers, damit er der Handlung folgen kann. Es ist kein Buch, daß man so nebenbei lesen kann.

Ernst Schnabel konnte sich deshalb nicht wortwörtlich an die Romanvorlage halten und hat ein selbständiges Hörspiel geschrieben. Hätte er sich detailgetreu an das Buch gehalten, wäre es zu einem heillosen Durcheinander gekommen und der Mißerfolg vorprogrammiert gewesen.

Im Gegensatz zum berühmten Film (mit mit Omar Sharif, Julie Christie und Geraldine Chaplin) hält sich Regisseur Otto Kurth zumindest sinngemäß an den Roman.

Die Hauptverantwortung legt Schnabel in die Hände von Gert Westphal, der als Erzähler durch die Handlung führt und die Geschichte chronologisch, für jedermann verständlich, erzählt.

Die Sprecher (u.a. Bernhard Minetti, Ludwig Cremer und Klaus-Jürgen Wussow) sind großartig. Das Hörspiel stammt aus dem Jahre 1958; der Klangteppich ist, wie damals üblich, eher etwas gedämpft. In diesem Fall ist es eher vorteilhaft, da das Hörspiel von den Dialogen lebt und der Hörer nicht unnötig abgelenkt wird.

Die Hörqualität ist altersbedingt sehr gut. Ein Nachregulierung der Lautstärke ist m.E. nicht erforderlich.

Das Hörspiel ist rundum sehr empfehelnswert.

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