oder
Loggen Sie sich ein, um 1-Click® einzuschalten.
oder
Mit kostenloser Probeteilnahme bei Amazon Prime. Melden Sie sich während des Bestellvorgangs an. Erfahren Sie mehr
Alle Angebote
Möchten Sie verkaufen? Hier verkaufen
Doktor Pasavento
 
 
Den Verlag informieren!
Ich möchte dieses Buch auf dem Kindle lesen.

Sie haben keinen Kindle? Hier kaufen oder eine gratis Kindle Lese-App herunterladen.

Doktor Pasavento [Gebundene Ausgabe]

Enrique Vila-Matas , Petra Strien

Preis: EUR 24,90 kostenlose Lieferung. Siehe Details.
  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o
Auf Lager.
Verkauf und Versand durch Amazon.de. Geschenkverpackung verfügbar.
Nur noch 1 Stück auf Lager - jetzt bestellen.
Lieferung bis Mittwoch, 30. Mai: Wählen Sie an der Kasse Morning-Express. Siehe Details.
‹  Zurück zur Artikelübersicht

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Das ist etwas für Leser, die von Literatur besessen sind. Eine ungemein amüsante Story, die Vila-Matas dem Leser da auftischt. Ein kunstvolles Spiel mit der Literatur in der Literatur. Skurril, spritzig, brillant." Roana Brogsitter, Bayerischer Rundfunk, 20.09.07

"Die Gratwanderung zwischen Fiktion und Realtät absolviert Enrique Vila-Matas wie ein wendiger Seiltänzer, der mit brillanter Akrobatik die Angst vor dem Absturz bezwingt. Dabei demontiert er festgefügte Identitätsbegriffe, konstatiert das Verschwinden des Subjekts und schreibt weiter, obwohl er ständig vom Aufhören redet." Margrit Klingler-Clavijo, Neue Zürcher Zeitung, 22.01.08 "Als Jongleur aber leistet Vila-Matas Beachtliches. Die changierenden Identitäten, die ineinandergeblendeten Schauplätze, der nicht abreißende Strom von Zitaten, Namen, Werken - das alles hält er ordentlich in Bewegung, ohne auch nur einmal abzusetzten oder unter dem munteren Gewirbel irgendwann ächzend zusammenzubrechen. Aber wie gesagt: Mit einer zügigen Lektüre des Buches - begünstigt durch Petra Striens sehr elegante Übersetzung - kommt man dem inneren Rhythmus des Buches am nächsten." Merten Worthmann, Süddeutsche Zeitung, 26.06.08 "Indem er die Literatur selbst zum Medium des Verschwindens macht, durchbricht Vila-Matas hier die angestammten Grenzen der Romangattung. Die wahren Schauplätze seines Buches sind die Bücher, und seine Helden deren Autoren. Montaigne, Walser, Pynchon und Joseph Roth reißen zusehends die Handlung an sich. All dies führt der Roman mit einem eleganten Registerreichtum vor, der für Literaturtheoretiker ein unerschöpfliches Feld neuer Entdeckungen bietet." Florian Borchmeyer, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.08.08 "Ein schwebender, zwischen Melancholie und Skurrilität wechselnder Stil hält den Leser bei der Stange, gerade weil er Distanz und Absichtslosigkeit markiert." Christoph Kuhn, Die Weltwoche, 17.03.08 "Das ist zweifellos ein echter Vila-Matas." Ralph Dutli, Literaturen, 09/07

Kurzbeschreibung

Der Großmeister der spanischen Literatur Enrique Vila-Matas schickt einen Schriftsteller und Psychiater auf die Suche nach der wahren Identität, indem er ihn in einer Art Selbstversuch von der Bildfläche verschwinden lässt. Es ist eine tiefsinnig-amüsante Reise durch die Literaturgeschichte und, en passant, eine außergewöhnliche Hommage an Robert Walser.

Über den Autor

Enrique Vila-Matas, 1948 geboren, lebt in Barcelona. Sein Werk wurde in fünfzehn Sprachen übersetzt. Bislang erschienen bei Nagel & Kimche die Romane "Bartleby & Co." (2001), ausgezeichnet mit dem Premio Rómulo Gallegos und dem französischen Prix du meilleur livre étranger, "Die merkwürdigen Zufälle des Lebens" (2002), "Risiken & Nebenwirkungen" (2004), ausgezeichnet mit dem Premio Herralde für den besten Roman des Jahres, dem Prix Medicis für den besten ausländischen Roman des Jahres sowie dem Kritikerpreis Spaniens, und "Paris hat kein Ende" (2005). Für "Doktor Pasavento" erhielt Vila-Matas 2006 den Premio Lara und den Premio de la Real Academia Española. 2007 wurde Vila-Matas in Frankreich zum Ritter der Ehrenlegion ernannt.

Auszug aus Doktor Pasavento von Enrique Vila-Matas, Enrique Vila- Matas, Petra Strien. Copyright © 2007. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Wir schlenderten die sogenannte Pappelallee am Ende der Welt entlang, einen Weg voller Melancholie beim Schloss Montaigne, als mich jemand fragte: »Woher kommt es, dass du so besessen bist von der Idee zu verschwinden?«
Mein Begleiter wollte wissen, warum ich so fasziniert sei von dieser Vorstellung, die ich ständig in meinen Texten und Interviews erwähne, doch nie in die Tat umgesetzt habe. Ich war gerade ein wenig zerstreut und dachte absurderweise an ein Tor, das Pelé während der Weltmeisterschaft in Schweden geschossen hatte. Da ich die Frage nicht ganz mitbekommen hatte, bat ich ihn, sie noch einmal zu wiederholen.
»Also, ich weiß nicht«, sagte ich schließlich, »keine Ahnung, woher das kommt, aber ich vermute, diese fixe Idee zu verschwinden, all die ersehnten, wie soll ich sagen, Selbstmorde sind nur Versuche, mich meiner selbst zu vergewissern.«
Dieser Versuch einer Erklärung klang an dem Ort, wo wir uns gerade befanden, nämlich unmittelbar an der Wiege der literarischen Gattung des Essays, nicht ganz unpassend. Bekanntlich schrieb Michel de Montaigne seine Bücher hier im Turmzimmer seines Schlosses bei Bordeaux, in seiner Schreibstube neben der Bibliothek im dritten Stock. Hier schuf er den Essay, eine literarische Gattung, die fortan eng mit der Herausbildung der modernen Subjektivität einhergehen sollte, wozu nicht zuletzt auch Descartes beigetragen hatte, der sich zum Philosophieren ebenfalls an einen einsamen Ort zurückzog, in seinem Fall in die gut geheizte Kammer seines Ulmer Winterquartiers. Man kann also mit Recht behaupten, dass sich das moderne Subjekt nicht im Kontakt mit der Welt entwickelt hat, sondern in einsamer Klausur, wo die Denker mit ihren Überzeugungen und Zweifeln mit sich allein waren.
Während ich die enge, steile Wendeltreppe zu Montaignes Schreibstube und Bibliothek hinaufstieg, dachte ich, angeregt von der Antwort, die ich eben meinem Begleiter gegeben hatte, darüber nach, wie rätselhaft doch das Verschwinden der Menschen ist.
Montaigne etwa hatte sich unzählige Male hier aufgehalten, die Spitze des Turms war quasi sein Zuhause gewesen, wo er den Essay schuf; dennoch hatte man nicht das Gefühl, an den von ihm frequentierten Orten auch nur einen Schatten seiner Präsenz wahrzunehmen.
Ich schaute meinen Begleiter an, und plötzlich bildete ich mir ein, ihn mit anderen Augen zu sehen als bisher. Bei genauerer Betrachtung erkannte ich Gott in ihm, oder glaubte es zumindest.
»Wie kommt es, dass du so besessen bist von der Idee zu verschwinden?«, fragte er wieder.
»Fortis imaginatio generat casum«, eine lebhafte Phantasie schafft Fakten, wie die Geistlichen zur Zeit Montaignes zu sagen pflegten. Das konnte man in diesem Moment auch von meiner Gottesvision behaupten. Dort oben im Turm glaubte ich zu bemerken, dass Gott seine Fragen mindestens zweimal wiederholt. Mindestens, was leicht unbeholfen wirkt. War dieser Gott überhaupt intelligent genug, um zum Beispiel Essays zu schreiben? Als ich mich meinem Begleiter erneut zuwandte, um meine Antwort zu wiederholen, stellte ich fest, dass er aufgehört hatte, Gott zu sein, und wieder mein Begleiter war. Meine flüchtige Vision hatte sich in Luft aufgelöst. Ich atmete erleichtert auf. Sicher hatte er mir nicht einmal diese Frage gestellt. Mein Begleiter war nämlich nicht so dumm, auf längst beantworteten Fragen zu beharren. Ich blickte zu den Deckenbalken auf, wo Montaigne, noch heute gut lesbar, griechische und lateinische Sentenzen ins Holz geschnitzt hatte.
»Wie kommt es, dass du so besessen bist von der Idee zu verschwinden?«, hörte ich zum dritten Mal.
Mein Begleiter hatte es nicht gesagt. Er stand an einem der Fenster, als wolle er genau das sehen, was Montaigne seinerzeit durch diese Öffnung gesehen hatte. Er rührte sich nicht. Nein, er konnte es nicht gewesen sein. Außerdem war er völlig in seine Gedanken vertieft. Aber, wer hatte es dann gesagt? Ein Echo? Eine Stimme tief aus meinem Inneren? Der Geist an der Wiege des Essays?
‹  Zurück zur Artikelübersicht

Datenschutzerklärung von Amazon.de Versandbedingungen von Amazon.de Umtausch- & Rücknahme bei Amazon.de