John Oldale ist viel rumgekommen. Und aus jedem Land hat er etwas mitgebracht. Genug, um ein Lexikon herauszugeben? Ja! In jedem Land der Erde hat er Ungewöhnliches, Witziges, Erstauntes gefunden. So manches Land sieht man nach dem kurzweiligen Genuss mit anderen Augen.
Was wissen wir schon von Andorra? Oder Nigeria? Oder Dschibuti? Eine Reise dorthin zu planen, ist dank Internet und zahlreicher Reisebände und Reiseimpressionen ein Klacks. Selbst Länder, die wir selbst schon bereist haben, die uns also ein wenig vertraut vorkommen (sollten), werden hier in ein anderes Licht gerückt. Wer weiß schon, dass Portugals Hauptstadt von 1808 bis 1821 Rio de Janeiro hieß und überm großen Teich lag? Oder wo das tiefste Bergwerk der Welt liegt? Kleiner Tipp, das Land war erst vor wenigen Jahren Ausrichter der Fußball-WM und das erste, das auf diesem Kontinent die WM ausrichten durfte.
Kennen Sie Kalaallit Nunaat? Das ist nichts zu essen ' es ist ein Land, das flächenmäßig sechsmal Deutschland schluckt. Der Autor überschreibt jedes Kapitel mit dem Landesnamen in der Landessprache.
Man könnte an dieser Stelle so viel über dieses Buch schreiben. Doch selber lesen, macht schlau. Dieses Buch kann man mit gutem Gewissen jedem ans Herz legen, der sich gern außerhalb der eigenen (auch geografischen) grenzen bewegt. Jedes Kapitel ist eine kleine Reise in eine andere Welt. Ob man jede Information behält oder behalten muss, muss jeder für sich entscheiden. Eine Art eierlegende Wollmilchsau, die den Leser sofort und ohne Umschweife in ihren Bann zieht und den manchmal so ungeliebten Erdkunde-Unterricht zur Entspannungsübung geraten lässt.
Am Ende eines jeden Kapitels findet man ' und es ist erstaunlich, dass man Länder tatsächlich ohne Reue und Vorurteile (!) klassifizieren kann ' eine Art Rangliste. Zuerst die GSR, die Google Such-Rangliste (welches Land wird am meisten gegoogelt). Gefolgt von einem Auszug aus dem UNSECO-Welterbestätten-Verzeichnis und zum Schluss das so genannte IKE, das immateriellen Kulturerbe, also Hinterlassenschaften, die zwar greifbar, aber nur selten ertastbar sind, wie beispielsweise Märchen und Sagen, die Kultur im allgemeinen Wortsinn.
'Doktor Oldales geografisches Lexikon' als Wissenssammlung für Klugscheißer zu bezeichnen, würde am Thema vorbei zielen. Viele der Informationen sind sicherlich mehr für eine Anekdote in entspannter Runde gut. Das Gros der niedergeschriebenen Zeilen trägt entscheidend zur Vorstellung eines Landes bei. Das, was wir wissen bzw. zu wissen glauben, gehört ins Reich der Fabeln. John Oldale ist von nun an der faktenreiche Märchenonkel, der uns schmunzelnd die Welt erklärt. Das erste Lexikon, das man getrost von A bis Z, von der ersten bis zur letzten Seite lesen kann.