Zu den vorigen Rezensionen sollte noch hinzugefügt werden, dass Thomas Mann eine weitere Ebene eingefügt hat: Während Serenus Zeitblom die Biographie seines Freundes niederschreibt, erfährt der Leser auch das, was sich in Zeitbloms Zeitfenster ereignet: der Niedergang Deutschlands unter der Nazidiktatur. So wie sich Adrians Leben vollendet und er im Teufel untergeht, so versinkt auch Deutschland in den letzten Jahren des Krieges in Schutt und Asche; so wie Serenus seinen Adrian liebt, so fühlen wir die Liebe des Biographen zum Land, in dem er lebt und schreibt und das von den Nazis in den Untergang getrieben wird. Mit seinen Worten: „Alles drängt und stürzt dem Ende entgegen, in Endes Zeichen steht die Welt, - steht darin wenigstens für uns Deutsche, deren tausendjährige Geschichte, widerlegt, ad absurdum geführt, als unselig verfehlt, als Irrwegerwiesen durch dieses Ergebnis, ins Nichts, in die Verzweiflung, in einen Bankerott ohne Beispiel, in eine von donnernden Flammen umtanzte Höllenfahrt mündet."