Mag sein, dass sich Catherine Hardwicke durchaus bemüht hat, die Ursprünge des Skatesports im kalifornischen Venice nachzuvollziehen, ein wirklich überzeugendes und vor allem historisch authentisches Portrait um die Jungs der ersten Stunde ist ihr dabei aber leider nicht geglückt. Man muss selbst kein Skater sein, um zu bemerken, dass es sich in erster Linie nun mal um eine hollywoodsche Fiktionalisierung handelt, die weniger die eigentliche Faszination an der außergewöhnlichen Sportart und ihrer Geschichte vermittelt, als dass sie junge Männer zeigt, die wie in jedem x-beliebigen Hollywood-Drama mit Erfolg, Missgunst, der ersten Liebe und Drogen zu kämpfen haben. Mit den eigentlichen, historischen Skate-Legenden Peralta, Adams und Alva hat das eigentlich weniger zu tun aber immerhin kommen drei davon (der Rest der Skater-Szene wird einfach ausgeblendet) als Cameos vor. Im Vergleich hat Stacey Peralta's Dokumentarfilm "Dogtown and Z-Boys" von 2001 selbstverständlich mehr zu bieten, vor allem was Aufarbeitung und Fakten angeht. Dem entsprechend bleibt "Dogtown Boys" leider nur etwas für Freunde von langhaarigen Jungs, die mehr oder weniger sportlich scharfe Kurven kratzen. Immerhin, für einige Jugendliche wird der Film sicher genug Unterhaltungspotential bieten und vielleicht Lust darauf machen, sich selbst aufs Board zu stellen. Alle, die das schon tun, werden wahrscheinlich eher enttäuscht sein. Fazit: Hollywood geht Skaten.
Moviemans Kommentar zur DVD: Dummerweise leidet das Bildmaterial sehr an Artefakten, aber bis auf die Farbgestaltung können auch die restlichen Bildwerte nicht wirklich überzeugen. Das Material ist hoch ästhetisch, dabei aber (bewusst) grobkörnig und etwas kontrastüberzogen. Akustisch hätte auch ein wenig mehr drin sein können, vor allem was die leicht blecherne Sprache angeht. Das Bonusmaterial ist toll, weil historisch sehr informativ und zudem überaus unterhaltsam.
Bild: Wenn sich auch die Kontraste in Nachtszenen sehr düster gestalten (00:01:41) und sich hier auch gerne Artefakte in Form von flimmernden Streifen abzeichnen (Brust, 00:01:48), die vor allem in den bewegten Skateszenen auffallen, so ergeben sich doch sehr schöne Farbstimmungen, die genauso kühle wie warme, goldene Töne eindrucksvoll lebendig umzusetzen wissen (Fahrt durch die Stadt, 00:02:28). Auch tagsüber sind die Kontrastwerte recht grob gestaltet, was damit zusammenhängt, dass hier künstlich hochgezogen wurde, um eine schroffere Ästhetik zu ermöglichen. Ein mit einhergehendes Problem ist dabei aber die grobe Körnigkeit der Bilder, die es auch der Schärfegestaltung etwas schwer macht (drei Jungs am Strand, 00:04:23). Kräftiges Grieseln (Himmel, 00:04:55) lässt sich sehr häufig bemängeln. Insgesamt überwiegen grobkörnige Ansichten, die aber ästhetisch durchaus ihren eigenen Reiz tragen.
Ton: Zwischen Originalton und Synchronisation ergeben sich keine wesentlichen Unterschiede in Voluminierung, Kulissenverteilung, Richtungsspezifika oder auch in sprachlicher Klarheit. Beide Fassungen sind vor allem räumlich authentisch ausgestattet. PKWs fahren akustisch von rechts nach links durch den Raum und Wellen rauschen wogend von hinten nach vorne. Sprachlich klingen beide Fassungen allerdings ein wenig blechern. Hier hätten mehr Bassanteile nicht geschadet. Auch dichtere Effekte bleiben von hinten leider ein wenig zu sachte bedient. Durchaus hätten die rasanten Surf- und Skateszenen mehr Dynamik und Volumen verdient.
Extras: Das Aufgebot an untertitelten Extras zeichnet sich nicht nur durch Umfang, sondern vor allem durch Vielfalt und eine sehr große inhaltliche Relevanz aus. Man hat tatsächlich das Gefühl, eine Menge über Zeit, Orte und Umstände zu lernen, die Basis für die Produktion waren. Auch treffen wir hier, die in Cameo-Auftritten vorkommenden Stars der Szene und werden durch witzige Anekdoten gut unterhalten. Das Bonusmaterial gestaltet sich dabei wie folgt: Einleitend zum Film gibt die Regisseurin Catherine Hardwicke ein Intro-Interview (1:21 Min.), das erklärt, was sich hinter der unzensierten Version verbirgt. Der Audiokommentar, der eine Menge Details zum Dreh birgt wird von Catherine Hardwicke, John Robinson, Victor Rasuk und Emile Hirsch gesprochen. Ein Making Of (30:01 Min.) bringt rasante Bilder und Kommentare zum Film, die wirklich Lust auf mehr machen. Außerdem gibts hier eine Menge Infos über Hintergründe der Produktion. Spannend wird es bei der Auflösung der Cameo-Auftritte. Hier lernen wir die Legenden Stacy Peralta (1:53 Min.), Jay Adams (1:54 Min.) und Tony Alva (0:51 Min.) persönlich kennen. Die entfallenen und erweiterten Szenen (19:17 Min.) sind umfangreich aber leider unkommentiert. Eine Filmdokumentation (16:45 Min.) bringt witzige wie spannende Anekdoten vom Dreh. So z.B. über Schürfwunden und Unfälle, skatende Hunde, das Making Of einer Szene oder Skater Style und Make Up. Es folgt ein Gag Reel (4:20 Min.) und ein hübsch gemachter und sehr eingängiger Storyboard-Vergleich (4:52 Min.), der sich aufteilt in Downhill, Bus Surfing und Szenen Compilation. Damit ist aber immer noch nicht genug. Zum Bonusmaterial gehört noch das rockige Musikvideo "Breaking Down" von "Rise Against" und eine Trailershow mit fünf Programmtipps. Insgesamt eine wirklich tolle Extra-Mischung. --movieman.de
Sie kommen aus Dogtown, einem heruntergekommen Viertel im kalifornischen Venice, und prgen in den 70ern eine revolutionre neue Trend-Sportart das Skateboarden. Die verwegenen Z-Boyz, eine Gruppe tougher, junger Surfer, die rund um das Pacific Ocean Park Pier schon lange als unerschrockene und aggressive Wellenreiter bekannt sind, kombinieren lebensgefhrliche Surf-Techniken mit der Kunst des Skatens und werden dadurch ber Nacht zur rtlichen Sensation und zu gefeierten Helden der Szene. In den leeren Swimmingpools umstehender Huser finden die Z-Boyz - ohne das Wissen deren Besitzer - einen neuen bungsplatz. Dort perfektionieren sie heimlich ihren Stil und ebnen den Weg fr das, was man heute als "Extremsport" kennt. Ihr hipper Lifestyle verbreitet sich wie ein Lauffeuer und wird zu einem weltweiten Phnomen. Doch was einst als Nachmittagshobby einiger unangepasster Jungs begann, wird bald zu einem professionellem Geschft...