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Moviemans Kommentar zur DVD: Dummerweise leidet das Bildmaterial sehr an Artefakten, aber bis auf die Farbgestaltung können auch die restlichen Bildwerte nicht wirklich überzeugen. Das Material ist hoch ästhetisch, dabei aber (bewusst) grobkörnig und etwas kontrastüberzogen. Akustisch hätte auch ein wenig mehr drin sein können, vor allem was die leicht blecherne Sprache angeht. Das Bonusmaterial ist toll, weil historisch sehr informativ und zudem überaus unterhaltsam.
Bild: Wenn sich auch die Kontraste in Nachtszenen sehr düster gestalten (00:01:41) und sich hier auch gerne Artefakte in Form von flimmernden Streifen abzeichnen (Brust, 00:01:48), die vor allem in den bewegten Skateszenen auffallen, so ergeben sich doch sehr schöne Farbstimmungen, die genauso kühle wie warme, goldene Töne eindrucksvoll lebendig umzusetzen wissen (Fahrt durch die Stadt, 00:02:28). Auch tagsüber sind die Kontrastwerte recht grob gestaltet, was damit zusammenhängt, dass hier künstlich hochgezogen wurde, um eine schroffere Ästhetik zu ermöglichen. Ein mit einhergehendes Problem ist dabei aber die grobe Körnigkeit der Bilder, die es auch der Schärfegestaltung etwas schwer macht (drei Jungs am Strand, 00:04:23). Kräftiges Grieseln (Himmel, 00:04:55) lässt sich sehr häufig bemängeln. Insgesamt überwiegen grobkörnige Ansichten, die aber ästhetisch durchaus ihren eigenen Reiz tragen.
Ton: Zwischen Originalton und Synchronisation ergeben sich keine wesentlichen Unterschiede in Voluminierung, Kulissenverteilung, Richtungsspezifika oder auch in sprachlicher Klarheit. Beide Fassungen sind vor allem räumlich authentisch ausgestattet. PKWs fahren akustisch von rechts nach links durch den Raum und Wellen rauschen wogend von hinten nach vorne. Sprachlich klingen beide Fassungen allerdings ein wenig blechern. Hier hätten mehr Bassanteile nicht geschadet. Auch dichtere Effekte bleiben von hinten leider ein wenig zu sachte bedient. Durchaus hätten die rasanten Surf- und Skateszenen mehr Dynamik und Volumen verdient.
Extras: Das Aufgebot an untertitelten Extras zeichnet sich nicht nur durch Umfang, sondern vor allem durch Vielfalt und eine sehr große inhaltliche Relevanz aus. Man hat tatsächlich das Gefühl, eine Menge über Zeit, Orte und Umstände zu lernen, die Basis für die Produktion waren. Auch treffen wir hier, die in Cameo-Auftritten vorkommenden Stars der Szene und werden durch witzige Anekdoten gut unterhalten. Das Bonusmaterial gestaltet sich dabei wie folgt: Einleitend zum Film gibt die Regisseurin Catherine Hardwicke ein Intro-Interview (1:21 Min.), das erklärt, was sich hinter der unzensierten Version verbirgt. Der Audiokommentar, der eine Menge Details zum Dreh birgt wird von Catherine Hardwicke, John Robinson, Victor Rasuk und Emile Hirsch gesprochen. Ein Making Of (30:01 Min.) bringt rasante Bilder und Kommentare zum Film, die wirklich Lust auf mehr machen. Außerdem gibts hier eine Menge Infos über Hintergründe der Produktion. Spannend wird es bei der Auflösung der Cameo-Auftritte. Hier lernen wir die Legenden Stacy Peralta (1:53 Min.), Jay Adams (1:54 Min.) und Tony Alva (0:51 Min.) persönlich kennen. Die entfallenen und erweiterten Szenen (19:17 Min.) sind umfangreich aber leider unkommentiert. Eine Filmdokumentation (16:45 Min.) bringt witzige wie spannende Anekdoten vom Dreh. So z.B. über Schürfwunden und Unfälle, skatende Hunde, das Making Of einer Szene oder Skater Style und Make Up. Es folgt ein Gag Reel (4:20 Min.) und ein hübsch gemachter und sehr eingängiger Storyboard-Vergleich (4:52 Min.), der sich aufteilt in Downhill, Bus Surfing und Szenen Compilation. Damit ist aber immer noch nicht genug. Zum Bonusmaterial gehört noch das rockige Musikvideo "Breaking Down" von "Rise Against" und eine Trailershow mit fünf Programmtipps. Insgesamt eine wirklich tolle Extra-Mischung. --movieman.de
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Blickpunkt: Film
Die Story - mit einer Dreierbeziehung, Drogenproblemen und diversen Identitätskrisen dramatisiert - folgt wie 'Dogtown and Z-Boys' dem legendären Trio Peralta (John Robinson), Jay Adams (Emile Hirsch) und Tony Alva (Victor Rasuk), die die Prinzipien des Wellenreitens aufs Skateboard übertrugen und unter den Fittichen von Surfer-Guru Skip Engblom (Heath Ledger) 1975 als Anführer des Zephyr-Skateboard-Teams über Nacht zur örtlichen Sensation wurden. Von Sponsoren und Skater-Impresarios wie Topper Burke (ein blondierter Johnny Knoxville) angelockt, gehen die Z-Boys schnell ihre eigenen Wege - Alva als Skateboard-Superstar und Womanizer, Peralta als straighter Sportler, Adams als idealistischer Punk im eigenen Ghetto und Engblom als trinkender und kiffender Dude und Angestellter seines ehemals eigenen Surfershops.
'Dogtown Boys' setzt der aufregendsten Sub- und Jugendkultur der späten Siebziger und den rebellischen, freiheitsliebenden Scheidungskindern der Hippie-Ära ein Denkmal, die spät bemerken, dass sie trotz ihrer sportlichen Weigerung, gesellschaftlichen Regeln zu folgen, genauso leicht wie der Rest der Gesellschaft vom Traum des materiellen Erfolgs verführt wurden.
'Dogtown Boys' ist ein Dokudrama, das seiner Realität und seinen Protagonisten mindestens so nahe kommt wie Curtis Hanson der Hip-Hop-Kultur in '8 Mile'. Der staubige, sepiagetönte Look dagegen ist den jungen Wilden des New Hollywood geschuldet, der Unmittelbarkeit eines Jerry Schatzberg oder Monte Hellman, deren Figuren aus dem gleichen Milieu stammten.
Hardwicke ist der Straße in jeder Hinsicht nahe. Wenn sie ihren 'Boy Kings' auf den Brettern folgt, streift die Kamera fast den Asphalt und rast zwischen Autoreihen und durch heruntergekommene White-Trash-Viertel, lässt den Beton unter den Füßen förmlich spüren. Hardwicke trifft das Wesen des Sports, der nie ein anderes Motiv hatte als den Impuls, die nächste Kurve zu nehmen.
Die atemberaubenden Skate-Stunts, von Tony Alva einer Jerry-Bruckheimer-Produktion würdig choreographiert, werden oft genug von den vor Rebellion sprühenden Akteuren selbst ausgeführt, während Heath Ledger das Motto 'We will be on summer vacation for the next 20 years' durch und durch verkörpert. Mal abgesehen von seiner eigenen Figur, bei deren Charakterisierung Peralta auffallend zurückhaltend geblieben ist, sind Alva und vor allem Adams überzeugend. Besonders Emile Hirsch füllt seine Rolle des Punks Adams, der sich von Geld nicht beeindrucken lässt, Dogtown treu bleibt und stets nach dem nächsten Kick und der nächsten Revolution auf dem Board strebt, mit einer Körperlichkeit und Ausdrucksstärke, die ihresgleichen sucht.
Daneben zelebriert Hardwicke in zwei Wettbewerbssequenzen des Zephyr-Teams, wie Sport-Asse lässig Herzen gewinnen und Euphorie verbreiten; ihr piece de résistance ist allerdings die Montage-Sequenz, in der die Skater die leeren Pools südkalifornischer Villen stürmen und die nierenförmigen, steilen Poolbecken zur perfekten Skaterampe umfunktionieren. Kameramann Elliot Davis gelingt dabei die exakte Wiedergabe von Fotografien des Szene-Dokumentaristen Craig Stecyk (im Film von Pablo Schreiber gespielt), Musik-Supervisorin Liza Richardson sorgt mit Klassik-Rock von Black Sabbath über T.Rex bis Ted Nugent für den vielleicht nicht immer originellen aber geschmeidigen Sound, der den Tonfall des Films so frech und trotzig macht wie die Haltung der Z-Boys auf dem Skateboard. deg.