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Dogtooth - Störkanal Edition (Digipack mit Booklet im Schuber)
 
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Dogtooth - Störkanal Edition (Digipack mit Booklet im Schuber)

Christos Stergioglou , Michele Valley , Giorgos Lanthimos    Freigegeben ab 16 Jahren   DVD
3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (23 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Darsteller: Christos Stergioglou, Michele Valley, Angeliki Papoulia
  • Regisseur(e): Giorgos Lanthimos
  • Format: Dolby, PAL, Widescreen
  • Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Griechisch (Dolby Digital 5.1)
  • Untertitel: Deutsch
  • Region: Region 2
  • Bildseitenformat: 16:9 - 2.35:1
  • FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
  • Studio: WVG Medien GmbH
  • Erscheinungstermin: 15. April 2011
  • Produktionsjahr: 2009
  • Spieldauer: 93 Minuten
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (23 Kundenrezensionen)
  • ASIN: B004MOL0L8
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 4.767 in Filme & TV (Siehe Top 100 in Filme & TV)

Rezensionen

Produktbeschreibungen

Abgeschottet von der Außenwelt werden die beiden Töchter und der Sohn ganz im Sinne der reichen Eltern erzogen. Den pubertierenden Jugendlichen wird dabei ein verqueres Weltbild voller Lügengeschichten vermittelt: Die Welt hinter der Gartenhecke ist angeblich ein böser und gefährlicher Ort und gewohnten Begriffen des Alltages werden neue Bedeutungen zugesprochen. Das Familienleben ist geprägt von emotionsloser Disziplin und den unschuldig-perversen Spielen der drei Geschwister, die sich damit die Zeit vertreiben. Die scheinbar perfekte Idylle erhält erste Risse, als die Töchter und der Sohn sich die Frage stellen, was wirklich hinter der Gartenhecke liegt?

VideoMarkt

Für drei namenlose, bereits fast erwachsene Geschwister endet die Welt hinter der Gartenhecke. Denn Vater und Mutter schüren mit gezielten Lügen die Angst ihrer beiden pubertierenden Töchter und des Sohns vor der feindlichen Außenwelt. In der abgelegenen Landvilla und ihrem Garten herrscht indes perfekte Familienidylle, die notfalls mit brutalen Strafen Disziplin von den Kindern einfordert, die Druck und Langweile mit unschuldigen, inzestuösen Doktorspielen bewältigen - bis das elterliche Kontrollregime bröckelt.

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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ray TOP 500 REZENSENT
Format:DVD|Von Amazon bestätigter Kauf
Dass Eltern ihre Kinder vor einer grausamen Umwelt schützen wollen, ist ja nur allzu verständlich.
In Giorgos Lanthimos Film "Dogtooth" wird aber diese elterliche Angst auf die Spitze getrieben mit einem für die Kinder diktatorischen, unmenschlichen Systems der Isolation und Gefangenschaft:
Der Vater (Christos Stergioglou) ist der Einzige, der das große Anwesen der Familie mit dem Auto verlässt und zur Arbeit fährt.
Die Mutter (Michelle Valley) telefoniert heimlich mit ihm im verschlossenen Zimmer mit dem versteckten Telefon.
Die Kinder sind inzwischen junge Erwachsene, es gibt zwei Töchter (Aggeliki Papoulia/Mary Tsoni) und einen Sohn (Christos Passalis), der in dieser geschützten Umgebung ein bisschen mehr Freiheiten geniesst. Immerhin bekommt er gelegentlich Besuch von Christina (Anna Kalaitzidou), einer verschwiegenen Arbeitskollegin des Vaters, die mit dem Jungen Sex macht und vom Vater Geld zugesteckt bekommt.
Die Kinder leben in einer streng abgeschottenen Welt.
Den nunmehr pubertierenden Jugendlichen wurde von klein auf dabei ein verqueres Weltbild voller Lügengeschichten vermittelt, mit der Botschaft, die Welt hinter der Gartenhecke sei angeblich ein böser und gefährlicher Ort. Gewohnte Begriffe des Alltages, die die Jugendlichen aufschnappenn, werden von der aufmerksamen Mutter neue Bedeutungen zugesprochen.
Ein Zombie ist z.B. eine kleine gelbe Blume, das Wort "Muschi" bezeichnet eine große Lampe und Katzen sind gefährlichste Kreaturen.
Das auf den ersten Blick harmonische Familienleben ist geprägt von emotionsloser Disziplin, aber auch von unschuldig-perversen Spielen der drei Geschwister. Die scheinbar perfekte Idylle erhält erste Risse, als die Töchter und der Sohn sich die Frage stellen, was wirklich hinter der Gartenhecke liegt?
Doch die Kinder dürfen das Areal erst verlassen, wenn als Zeichen von Oben ein Eckzahn ausfällt.
Derweil will der Vater seinen Hund aus der Hundeschule holen, aber der Trainer weigert sich, weil dieser erst die Stufe 2 der fünfstufigen Ausbildung geschafft hat.
Die Kinder werden auf sein Kommen und darauf dass die Mutter noch einmal schwange ist vorbereitet, dass die Mutter zwei Kinder und einen Hund gebären wird.
Verglichen wurde der für den Oscar als bester ausländischer Film nominierte griechische Film "Dogtooth" mit den Werken von Haneke oder Lars von Trier.
Wobei mich der Film gleich von Anfang an an die surrealen Meisterwerke von Luis Bunuel erinnerte. Tatsächlich bietet der Film in der heutigen Kinolandschaft das Vergnügen etwas ganz besonderes, auch etwas aufregendes zu sein.
Auch wenn die Jugendlichen das Ausmaß des Lügenkorsetts, in das sie gefesselt sind, nicht erahnen können, merken sie doch langsam, dass etwas nicht stimmt am Erstickungspotential ihrer Eltern.
Das Suchen nach Wahrheiten endet mit einem Schluß, der nur zwei Varianten zulässt: Tod oder Freiheit.
Dem griechischen Filmemacher ist eine grandiose Groteske und eine doppelbödigen Meditation über Abhängigkeit, Kontrolle und Manipulation gelungen.
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19 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:DVD
Was für ein Film. Ich habe seit Michael Haneke's "Der siebente Kontinent" keinen Film mehr gesehen der es schaffte derart suggestiv und intim die Destruktion einer scheinbar funktionierenden Familienidylle darzustellen. Ein unglaublich unangenehmer Film über eine zutiefst dystopische Familie. Man bekommt erst im laufe des Films Stück für Stück die Umstände mit unter denen die drei Kinder jugendlichen Alters vom Verlassen des elterlichen Grundstücks abgehalten werden. Es offenbart sich langsam eine immer komplexere bis ins letzte Detail durchkonstruierte Welt aus verschobenen Normen und einer gesellschaftsfernen Vorstellung von der Umwelt. Sicherlich kein Film für Kinoästheten, denn der Film bedient sich minimalster Mittel und die Kameraeinstellungen sind oft minutenlang auf eine Perspektive gerichtet. Musikalische Untermahlung sucht man vergeblich. Der Film lebt durch seine Stille und der damit verbundenen Unmittelbarkeit der Geschehnisse.
Für mich eine wahre Überraschung 2011!
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14 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Marc Jozefiak TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:DVD
Mama, reichst du mir bitte das Telefon?

Diese Frage wird mit dem Anreichen eines Salzstreuers beim Abendessen beantwortet, zu dem sich die in dieser Geschichte beleuchtete Familie eingefunden hat. Dieses eine Beispiel reicht schon vollkommen aus, um dem Zuschauer vor Augen zu führen, das er es in vorliegendem Fall mit einem völlig absurden Szenario zu tun bekommt, das man im Grunde genommen in den Bereich der Fabelwelt abschieben möchte. Zu bizzar und vollkommen absurd gestalten sich die Geschehnisse in dieser griechischen Produktion, die allerdings erstaunlicherweise diverse Parallelen zu einem wahren Fall hat, in der ein Österreicher seine eigene Tochter und die mit ihr durch Vergewaltigungen gezeugten Kinder weit über 20 Jahre im Keller eingesperrt hat. Zwar ähneln sich die Ereignisse lediglich durch die Grund-Thematik, aber auch hier handelt es sich definitiv um eine Familie, die alles andere als normal erscheint, werden doch die 3 mittlerweile fast erwachsenen Kinder seit ihrer Geburt von den Eltern wie Gefangene behandelt, die sich lediglich auf dem eigenen Grundstück frei bewegen dürfen, das von einem riesigen Holzzaun eingesäumt ist. Hinter dem zaun beginnt das Böse, davon gehen jedenfalls die Kinder aus, die diese Ansicht immer wieder von ihren Eltern eingetrichtert bekommen. Zwangsläufig haben sie allein schon aufgrund dieses Aspektes keinerlei Vorstellung von einem realen Leben, kennen sie doch nur die Dinge, die sie aus dem Mund ihrer Eltern erfahren und für bare Münze nehmen.

Wenn man jetzt zu der Meinung gelangt, das die Geschwister doch durch die Medien wie Radio oder Fernsehen über das wirkliche Leben informiert sein müssten erliegt einem Trugschluß, denn das Einzige, was sie im Tv zu sehen bekommen, sind selbstgemachte Home-Videos, auf denen die eigene Familie bei diversen Aktivitäten zu sehen ist. Zudem werden diversen Dingen vollkommen abstruse Namen gegeben, ein Salzstreuer gilt hier als Telefon und eine Computer-Tastatur ist auf einmal eine Muschi. Was sich hier im ersten Moment eventuell als witzig darstellt, schockiert den Betrachter allerdings mit zunehmender Laufzeit immer mehr und hinterlässt gleichzeitig ein extremes Gefühl der Beklemmung, dessen man sich beim besten Willen nicht erwehren kann. Möchte sich doch der eigene Verstand weigern, das Gesehene zu akzeptieren so kann man sich andererseits durchaus zu der Vorstellung hinreissen lassen, das es wirklich Menschen gibt, die in einer solch dysfunktionalen Gemeinschaft zusammenleben, obwohl man sich selbst beim besten Willen nicht vorstellen kann, aus welchen Gründen und Motiven das der Fall sein sollte. Die einzig logische Erklärung wäre wirklich, das bei beiden Elternteilen eine psychische Erkrankung vorhanden ist, die sie zu solchen "Erziehungsmethoden" greifen lässt, wie sie einem hier präsentiert werden. Das artet sogar darin aus, das die Geschwister im Laufe der Zeit sogar zum Inzest animiert werden, was schon extrem perverse Züge zum Vorschein bringt, die den Betrachter nahezu fassungslos und schockiert zurücklassen, denn es ist doch schier unmöglich, das pervertierende Szenario sofort sacken zu lassen und zu verarbeiten. Das geschieht nämlich erst, wenn der Film schon lange zu Ende ist und man immer noch über die Geschehnisse nachgrübelt, die sich einem da präsentiert haben. Der nachhaltige Eindruck dieser aussergewöhnlichen, aber gleichzeitig auch extrem faszinierenden Geschichte wirkt noch sehr lange nach.

Die Dysfunktionalität dieser Familie wird auch insbesondere durch die vorhandenen Dialoge untereinander ausgedrückt, was sich allerdings nicht nur auf die absurden namen für bestimmte Dinge und Gegenstände bezieht. So kommt beispielsweise kein echter Redefluss auf, die Gespräche wirken seltsam abgehackt und ganz davon abgesehen ergeben sie zudem auch in den seltensten Fällen einen wirklichen Sinn. Das mag nun auf manche Leute vielleicht einen eher befremdlichen Eindruck hinterlassen, doch meiner Meinung nach hat Regisseur Giorgos Lanthimos ganz bewust dieses Stilmittel für die Erzählstruktur seiner geschichte gewählt, um die Perversität der Ereignisse noch stärker herauszustellen, was ihm auch eindrucksvoll gelungen ist. Der Film hinterlässt nämlich auf jeden fall einen äusserst verstörenden Eindruck beim Zuschauer, was auch auf die Abfolge der schockierenden Bilder zutrifft, die teilweise doch stark an aneinandergereihte Video-Clips erinnert, die zu einem Spielfilm zusammengefügt wurden. Das Einzige, was in diesem Werk ein wenig an ein reales Leben erinnert, ist die Figur des Vaters, der als Einziger auch das heimische Grundstück verlässt, geht er doch einer geregelten Arbeit nach und ist gleichzeitig Beschaffer für Nahrung und alle anderen Dinge, die man zum täglichen Leben braucht. Das war es dann aber auch schon mit der Realität und so kann man sich ganz bestimmt sehr gut vorstellen, mit was für einem Filmerlebnis man es hier zu tun hat.

Ich persönlich kann es äusserst gut nachvollziehen, das "Dogtooth" ein Film ist, der ganz sicher die Meinungen spalten wird. Es wird genügend Leute geben, die mit diesem Film wahrscheinlich gar nichts anfangen können, ich jedoch zähle mich zu denen, die in diesem Werk einen mehr als nur aussergewöhnlichen Film sehen, dem man sich aber auch gänzlich öffnen muss, um die schockierende Intensität der Ereignisse in sich aufnehmen zu können. Es fällt dabei sehr schwer ein Urteil zu fällen, das entweder gut oder schlecht ausfällt, denn in vorliegendem Fall kommt es wohl noch stärker auf den persönlichen Geschmack an, als wie es bei vielen anderen Filmen der Fall ist. Für mich ist mit "Dogtooth" ein filmisches Meisterwerk, in dem sein Regisseur eine äusserst aussergewöhnliche Thematik in den Vordergrund stellt, die dem Zuschauer auf absurde Art und Weise präsentiert wird. Und auch wenn man kaum glauben kann, was man hier zu sehen bekommt, hinterlässt das Geschehen einen erschreckend authentischen Eindruck, der einem phasenweise die Luft zum Atmen nimmt und eine erschreckende Ungläubigkeit hinterlässt, die man erst im Laufe der Zeit so richtig verarbeiten kann.

Fazit:

Wenn man von aussergewöhnlichen Filmerlebnissen spricht, muss man "Dogtooth" fast schon zwangsläufig ganz oben in dieser Kategorie ansiedeln, denn ein ähnliches Szenario bekommt man doch wohl eher sehr selten geboten. Jenseits jeglichen Mainstreams angesiedelt erzählt der Film die Geschichte einer Familie, die nicht kaputter sein könnte und tut dies auf eine Art, die dem Betrachter doch ziemlich oft eine Gänsehaut verpasst, da man das Gesehene einfach kaum glauben kann. Giorgos Lanthimos hat wirklich ganze Arbeit geleistet und offenbart ein Werk, das durch seine absurden und bizzaren Bilder einen äusserst nachhaltigen und verstörenden Eindruck beim Zuschauer hinterlässt.
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