Die Journalistin und Buchautorin Katharina von der Leyen lebt in Berlin, hat vier Hunde, einen Kater und einen Mann. Dass in so einem außergewöhnlichen Haushalt gelegentlich der Bär steppt, wird niemanden verwundern. In diesem Buch erzählt uns die Autorin mit viel Humor und Sachverstand von den tierischen Turbulenzen des Alltags.
Wenn Katharina und ihr 'Rudel', anfangs bestehend aus zwei eigenwilligen Königspudel-Damen und einem Mops mit Star-Allüren, durch die Stadt gehen, erleben sie die unterschiedlichsten Reaktionen: freundliches Interesse, neugierige Distanzlosigkeit und hysterische Hundefurcht. Sie treffen auf verständnisvolle Mitmenschen, übermotivierte Tierfreunde, ergebene Bewunderer und auf den einen oder anderen nervigen Besserwisser. All diese Anekdoten sind so unterhaltsam erzählt, dass man am liebsten sofort auch mit Mops und Pudeln durchs Leben gehen würde. Oder zumindest durch die Stadt. Und auf jeden Fall zum Agility-Training!
Und dann kommt Harry ins Haus, und der Leser sieht, was Katharina von der Leyen aufgrund ihrer Hunde-Erfahrung längst weiß: Nicht immer ist das Leben mit Hund(en) eitel Sonnenschein. Harry ist Hund Nr. 4, ein italienisches Windspiel, ein Welpe aus jener Rasse, die schon Friedrich der Große mit Begeisterung gehalten hat. Und Harry hat ein Problem: Er wird immer schüchterner und traut sich nach ein paar Tagen überhaupt nicht mehr aus dem Haus. Katharina bemüht sich nach Kräften, Klein-Harry zu therapieren. Wird es ihr gelingen, aus dem Nervenbündel einen glücklichen Hund zu machen, der selbstbewusst mit seinen Rudelkumpels durchs Leben tobt?
Katharina von der Leyen erzählt so wunderbar, dass man von den humorvollen Geschichten und den treffenden Porträts der höchst unterschiedlichen Tierpersönlichkeiten gar nicht genug bekommt und noch ewig so weiterlesen könnte. Man ist amüsiert und gerührt und wird ganz nebenbei noch sachkundig informiert.
Auf den Farbtafeln in der Mitte des Buchs kann man die tierischen Helden bewundern und selbst sehen, dass die Autorin nicht übertrieben hat: Die Hunde und Kater Noah sind hinreißend. Und die kleine 'Frisurengalerie' von Pudeldame Ida ist der Brüller schlechthin.
Hundehalter werden Katharina von der Leyen aus vollem Herzen zustimmen, wenn sie schreibt: "Ich kann mir keinen Tag ohne die weiche Schnauze eines Hundes auf meinem Bein vorstellen, das Geräusch, das Schlappohren beim Schütteln machen, das Hurra in den Gesichtern meiner Hunde jeden Morgen, wenn ich sie begrüße, weil es wieder Tage geworden ist und sie kaum fassen können, dass sie an ihm teilhaben dürfen.'" (S. 178) Und wer bislang unbehundet durchs Leben gekommen ist, wird sich nach der Lektüre dieses Buchs fragen, ob er nicht was ganz Wesentliches versäumt hat ...