"Dogma" ist ein Buch, das ich mir wohl, nur vom Klappentext her, im Laden selbst nicht gekauft hätte. Aber als kostenlose Dreingabe habe ich es natürlich dennoch gelesen - und muss sagen, dass ich wirklich froh bin, das Buch gelesen zu haben!
Ich hatte sehr viel langweiliges, historisches Blabla erwartet, gewürzt mit umständlichen Namen, vielen Jahreszahlen und somit einem heillosen Durcheinander in meinem Kopf. Zum Glück ist das alles gar nicht passiert.
Die eigentliche Geschichte spielt in der Gegenwart, wird aber immer wieder durch Passagen aus dem 13./14. Jahrhundert unterbrochen, sozusagen wenn die Personen der Gegenwart etwas aus dieser Zeit erläutern oder um dem Leser zu erklären, was für die Protagonisten schon klar ist.
Ich habe den Vorgänger "Scriptum" nicht gelesen und bin hin und her gerissen, ob ich dies jetzt noch tun werde - denn laut den Infos, die ich gelesen habe, schließt "Dogma" dort an und ich möchte natürlich ungern jetzt schon Auflösungen kennen, die sich im ersten Buch erst herauskristallisieren...
Der Schreibstil von Raymond Khoury ist trotz der immer mal wieder auftauchenden Fachbegriffe oder historischen Begebenheiten einfach zu lesen und ganz klar, es macht Spaß, mit Reilly und Tess durch die Zeit zu reisen und die Schilderungen von beklemmenden Situationen, die selbstverständlich über das gesamte Buch hinweg immer wieder auftauchen, sind wirklich packend. Punkteabzug gibts aber für die meiner Meinung nach zu ausschweifenden Kampf- und Schussszenen, das hätte etwas abgeschwächt auch nicht geschadet und den Fokus ein bisschen mehr auf die Geschichte als auf den Eindruck, Rocky himself ist mit von der Partie, gelenkt.
Dieses Buch hat aber definitiv dazu beigetragen, dass meine Abneigung gegen Bücher, in denen historisches mit-verpackt ist, um ein deutliches Maß geschrumpft ist - ein tolles Lesevergnügen und trotz der rund 550 Seiten kein langatmiges, zu kürzender Thriller!