...für alle (Film)Ewigkeit. Das ist meine persönliche, völlig unbescheidene Meinung zu Kevin Smiths -Dogma-. Es gibt ein paar Filme im Leben eines Menschen, die lassen einen einfach nicht mehr los. Das braucht nicht mal große Kunst zu sein, muss einfach nur ein paar Saiten zum Klingen bringen, deren Melodie man nie mehr aus dem Kopf kriegt. -Dogma- hat genau das bei mir bewirkt.
Es mag zum einen daran liegen, dass sich Kevin Smith in der Fortsetzung seiner New Jersey Reihe(-Clerks, Mallrats, Chasing Amy-) im Storybook an Frechheit, Kreativität, Unsinn, Wahnsinn und Schwarzem Humor geradezu selbst übertroffen hat. Dazu gibt es Ben Affleck und Matt Damon als kongeniales Duo in den vielleicht besten Rollen ihrer Karriere, plus einem Staraufgebot von Alan Rickman, Selma Hayek, Linda Fiorentino, Chris Rock und Alanis Morissette in grandioser Spiellaune. Natürlich nicht zu vergessen: Jason Mewes und Kevin Smith als Prophetenpärchen Jay und Silent Bob. Das alles in einen Topf geworfen, mit einem Schuss christlicher Mythologie gewürzt, gut durchgerührt und letztendlich mit Witz, Wahnsinn und Chaos in Reinform abgeschmeckt...das ergibt, jedenfalls für mich, einen der besten(und witzigsten) Filme aller Zeiten.
Die Engel Loki(Matt Damon) und Bartleby(Ben Affleck) wurden aus dem Himmel verbannt. Eigentlich haben sie keine Chance zur Rückkehr, aber dann öffnet sich unversehens doch eine Möglichkeit. Der Generalablass eines Kardinals ist die Lösung. Das würde allerdings die Unfehlbarkeit Gottes bedeuten. Also setzen die himmlischen Kräfte alles daran, Loki und Bartleby aufzuhalten. Der Engel Metatron(Alan Rickman) "aktiviert" die einzige lebende Nachfahrin Christi, Bethany(Linda Fiorentino), um Loki und Bartleby aufzuhalten. Das ist jedoch nicht so einfach, schließlich war Loki schon für den Untergang von Soddom und Gommorah zuständig. Also braucht Bethany Hilfe. Zum einen ist das der 13. Apostel Rufus(Chris Rock) und die beiden Propheten Jay und Silent Bob. Ob dieses chaotische Kleeblatt jeodch zwei böse Engel und den noch fieseren Dämon Azrael(Jason Lee) mit seinen Schergen aufhalten kann, bleibt fraglich. Irgendwie muss am Ende dann doch der Liebe Gott persönlich eingreifen...
-Dogma- hat, wenn man es aus einem Blickwinkel 11 Jahre nach dem Filmstart betrachtet, in einigen Szenen Kinogeschichte geschrieben. Lokis und Bartlebys Besuch im Führungsstab von Complex Cooperation gehört zu diesen Kultszenen, die unvergesslich bleiben. Ebenso der Auftritt Gottes und Silent Bobs einzige beiden Worte im gesamten Film. Smith hat Anspielungen auf Karate Kid, Hulk und Indiana Jones in die Handlung eingebaut und ist sich selbst zu keinem Gag zu schade. Als Dogma seinerzeit von einer christlichen Gruppe wegen blasphemischer Darstellungen "bestreikt" wurde, stellte sich Smith mit einem Plakat "Dogma ist Dogshit" unter die Protestierenden. Genau diese Art von Humor, der einem manchmal im Hals stecken bleibt und dann immer wieder dafür sorgt, dass man über sich selbst und all seine Vorurteile und Glaubenseinstellungen lachen kann, machen -Dogma- zu einem einzigartigen Filmvergnügen.
Natürlich können und dürfen sie das wieder einmal völlig anders sehen. Für mich ist und bleibt -Dogma- was Kultstatus im Medium Film angeht, noch immer einer der höchsten Gipfel der (Film)Erde. Das merke ich stets daran, dass ich beim Durchswitchen der Kanäle, wenn Kevin Smiths Meisterwerk wieder einmal mitten in der Nacht irgendwo gesendet wird, bis zum Ende vor der Glotze kleben bleibe und es nicht schaffe aus diesem chaotischen Religionstrip der Güteklasse 1A auszusteigen. Falls sie -Dogma- noch nicht kennen und sich humortechnisch für aufgeschlossen halten, dann rate ich ihnen: Nichts wie ran an den Film!