Nachdem Snoop Doggy Dogg schon viele Rap-Parts auf Dr. Dre's Meisterwerk "The Chronic" übernommen und sich damit einen Namen im Rapbiz gemacht hatte, durfte er ein Jahr später, also 1993, sein Debüt über Death Row Records, einem der besten Labels aller Zeiten, veröffentlichen. Die Produktionen wurden komplett alle von Dr. Dre übernommen, dessen Beats sich noch besser und harmonischer als auf seinem eigenen Album anhören. Leider stand der Doktor nicht als Feature am Mikrofon, wurde aber durch großartige Leute wie Tha Dogg Pound, The Lady Of Rage, RBX, The D.O.C., Warren G, Nate Dogg und andere hervorragend ersetzt. Lyrisch dreht sich fast alles um das Gangsterleben in Los Angeles, Frauen, Drogen, Kriminalität und Party. Schon gleich der erste Song, "G Funk Intro", ist ein echter Hammer. Es ist ein Partytrack, dessen schnelles Instrumental einfach richtig gut abgeht, genau wie Snoop und The Lady Of Rage, die sich beide hervorragend ergänzen. Die Single "Gin And Juice", die mittlerweile ein Klassiker ist, muss eigentlich jeder kennen, der von sich behauptet ein Rap-Fan zu sein. Zusammen mit Dat Nigga Daz läuft Snoop Doggy Dogg mit seinen lässigen Rhymes zu Höchstform über den chilligen Beat auf. Fast genau so bekannt ist "Lodi Dodi", eine Coverversion von Slick Rick's und Doug E. Fresh's Megahit "La Di Da Di". Snoop's Version ist insgesamt etwas langsamer und entspannter, was er mit seinen klasse Raps wunderbar unterstreicht. Auch Feature Nanci Flechter macht mit ihrem kurzen Auftritt alles richtig und liefert eine sehr coole, nicht ganz jugendfreie Strophe. Einen weiteren Smash von "Doggystyle" hätten wir mit "Murder Was The Case". Wie der Name schon vermuten lässt, ist dies ein eher härterer Track, der sich um die damaligen Mordanschuldigungen an Snoop dreht. Auch hier hat Dr. Dre ein musikalisches Wunder vollbracht und einen leicht düsteren und dramatischen, aber dennoch dynamischen Beat gezaubert über den Doggy Dogg glänzend performt. Eine schnelle und kraftvolle Nummer gibt es mit "Serial Killa", auf dem Tha Dogg Pound, RBX und D.O.C. als Gäste vertreten sind. Auch dieser Track zeigt den G-Funk von seiner besten Seite und macht den Hörer fast süchtig nach sich. Der wohl bekannteste Song von "Doggystyle" dürfte die Party-Bombe "Who Am I (What's My Name)?" sein. Das Instrumental ist schlicht gesagt göttlich und rockt auch heute noch jeden Club. Was Snoop hier am Mic abliefert ist ebenfalls unbeschreiblich! Ebenfalls richtig partytauglich ist "For All My Niggaz & Bitches". Während der Strophen ist es etwas verhaltener, sodass man die grandiosen Rhymes von Kurupt, Daz, Snoop und Rage genießen kann. Im Hook geht dann richtig die Post ab, wenn Dre's einzigartige G-Funk Sounds einsetzen, die dieses Lied zu einem weiteren Smash machen. Etwas entspannter ist "Aint No Fun (If The Homies Cant Have None)", das ein richtig melodisches und chilliges Instrumental hat, über das neben dem Doggfather auch Nate Dogg, Warren G und Kurupt grandios performen. Mein absoluter Favorit von "Doggystyle" ist "Gz And Hustlas". Schon das Intro zu dem Song, in dem der damals 6 jährige Bow Wow seinen ersten Auftritt bekommt, ist richtig cool. Der Beat zum Track ist schlicht, hart und schnell, sodass Snoop Doggy Dogg seine Klasse noch einmal perfekt zeigen kann.
"Doggystyle" wurde ein wahres Meisterwerk. Es ist nicht nur Snoop's bestes Album, sondern auch eines der besten aller Zeiten. Es bietet jedem Fan von Westcoast-Rap und G-Funk einfach das Beste, was man sich wünschen kann. Geniale Beats und Raps, die einfach zeitlose Klassiker sind und bestimmt auch noch in 20 Jahren gerne gehört werden. Jeder, der auf die Alben von Death Row Records bzw. von Leuten wie Eazy-E, DJ Quik, Warren G, King T oder anderen G-Funk Legenden steht, der kommt an "Doggystyle" nicht vorbei, aber auch jeder andere, der auf Hip Hop steht, sollte sich diese Platte unbedingt ins Regal stellen.