Auch wenn R.E.M. schon immer politisch waren, dieses Album ist, so finde ich, ihr politischstes. Gleichzeitig unternahmen sie damit jedoch auch einen weiteren musikalischen Schritt in Richtung Pop, was dieses Album zu einem ihrer spannendsten macht. Die Hits dieses Albums ebneten ihnen den Weg in die internationalen Plattenläden, als da wären: "It's the end of the world...", "Finest Worksong", und nicht zuletzt "The one I love", in dem Michael Stipe das erste Mal wortwörtlich über Liebe zu singen scheint, nur ziemlich sarkastisch. Er selbst bezeichnet diesen Songtext als einen der bösartigsten, die er je geschrieben habe. Doch auch die anderen Songs halten sich mit Ironie nicht zurück, wie z.B. das locker-lustige "Exhuming McCarthy" oder das militärisch-unheilvolle "Welcome to the occupation" Soundtechnisch klingt alles wiederum ein bißchen glatter als bei den Alben zuvor, musikalisch erlauben sich die vier Südstaatler aber wieder ein paar schräge Töne mit "Fireplace" und "Oddfellows Local 151", durchaus liebenswürdige, charaktervolle Songs. Ein Album, das man besitzen sollte, wenn man den Abschluß der frühen Phase von R.E.M. kraftvoll abgerundet haben möchte. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)