Christopher Eccleston war ein toller neunter Doktor, aber David Tennant gelingt es eigentlich sofort, die Zuschauer zu überzeugen. Er ist weniger düster als Eccleston, dafür aber lebhaft, witzig und spielt mit einer unglaublichen Begeisterung. Man fragt sich eigentlich immer, was er wohl jetzt wieder Verrücktest sagen oder tun wird. Was nicht bedeutet, dass nicht immer wieder einmal die Einsamkeit der Time Lords durchscheint. Und dank Tennant stimmt auch die Chemie zwischen ihm und Billie Piper von der ersten Minute an.
Auch die Storys sind sehr gelungen. Irgendjemand hat der Serie einmal vorgeworfen, dass sie eigentlich immer ein- und dieselbe Geschichte erzähle: Der Doktor und seine Begleiterin reisen an unterschiedliche Orte, träfen dort schon kurz nach der Ankunft auf unerwartete Gegner, aber am Ende gelänge es dem Doktor (gemeinsam mit seinem Companion), diese zu besiegen, und dann verließen sie den Ort des Geschehens wieder in der Tardis. Doch das wäre zu einfach und würde der Serie nicht gerecht werden. Denn die Stories, die sich zwischen der Ankunft und dem Whoosh der Tardis entfalten, sind auch in dieser zweiten Staffel der neuen Serie unglaublich kreativ und packend ... Vor allem die beiden Doppelfolgen werden den Zuschauer nicht loslassen. The Impossible Planet/Satin Pit bringt den Doktor an seine Grenzen als Wissenschaftler und lässt ihn fragen, ob es da nicht doch mehr gibt als das, was er sehen kann. Ganz zu schweigen davon, dass diese Episoden auf einer Forschungsstation am Rande eines Schwarzen Loches schon allein aufgrund des genialen Konzeptes funktioniert. Und in Army of Ghosts/Doomsday treffen zwei der stärksten und ältesten Gegner des Doktors aufeinander, und wer schon immer einmal wissen wollte, ob die Cybermen stärker sind als die Daleks (die offenbar einfach nicht totzukriegen sind), der ist hier genau richtig.
Zu empfehlen ist auch Disc 6 der Box, die keine Folgen mehr enthält, sondern u. a. ausführliche Hintergrundinfos zu jeder einzelnen Episode.