Ich glaube ich habe noch nie ein Buch gesehen welches derartig fragwürdige Theorien aufstellt. Und es ist das erste Buch was ich jemals mit nur einem Stern bewertet habe. Obwohl kein Stern mir lieber gewesen wäre. Ich nutze einfach mal ein paar Aussagen des Buches um zu illustrieren was ich meine:
1) Man sollte Welpen am Nacken hochheben und schütteln um sie zu bestrafen, da ein Schnauzengriff beim Dobermann nicht angemessen ist:
Also, Dobermänner neigen zu "Wobbler Syndrom", einer Schädigung der Halswirbelsäule die letztlich zur Lähmung und Schmerzen führt und die Lebensqualität stark einschränkt. Daher empfehlen die meisten Züchter die ich kenne in der Wachstumsphase kein Halsband zu benutzen (sondern ein gut passendes Geschirr) oder Ziehspiele zu spielen. Da ist es sicherlich NICHT sinnvoll den Hund am Hals hochzuheben und zu schütteln. Mal ganz abgsehen davon, daß es wesentlich sinnvollere Methoden gibt einen Hund zurecht zu weisen. Es ist beispielsweise sehr viel hilfreicher die Beißhemmung anzuerziehen indem man dem Hund klar macht, daß das sehr unangenehm ist für den Menschen und wenn man den Menschen beißt dann "jammert" er und spielt nicht weiter mit einem. Meine Hündin hatte im Alter von zehn Wochen kapiert, daß beißen keine tolle Idee ist. Und das alleine dadurch, daß ich "gejault" habe wenn sie mich gebissen hat. Mehr war nie nötig.
2) Man sollte Dobermänner nicht mit ins Bett nehmen weil sie sonst verweichlichen:
Hallo??? Geht's noch???
3) Man sollte Dobermänner hauptsächlich im Zwinger halten um ihren Wachinstinkt zu erhalten und den Hund nicht zu verweichlichen:
Sehr interessante Theorie. Ich glaube die war schon vor hundert Jahren nicht mehr aktuell... zumindest haben mir meine Großeltern das gesagt.
4) Man kann nicht mehrere Dobermänner gleichen Geschlechtes gemeinsam halten, man muß sie separat und getrennt in eigenen Zwingern halten:
So ein geballter Schwachsinn! Ich habe Hündinnen, die verstehen sich super. Ich kenne sehr viele Leute die mehrere gleichgeschlechtliche (nicht kastrierte/sterilisierte) Dobermänner halten und die haben damit kein Problem. Ich kenne fast jeden im regionalen Dobermmanverein, die meisten haben mehrere Hunde und meist gleichgeschlechtliche um unkontrollierte Vermehrung zu vermeiden. Von all denen kenne ich EINE Frau die einen Junghund mit fehlender Sozialisierung übernommen hat und der konnte Zeit seines Lebens keinen anderen Rüden dulden, aber das ist eine AUSNAHME, nicht die Regel.
Desweiteren bin ich von den Empfehlungen der Autorun bezüglich Halsband und Leine nicht einverstanden. Ich kann meinen Dobermann sehr wohl ohne Würgekette und Stachelhalsband kontrollieren. Und, ja, sie ist sehr groß und schwer, wiegt 2/3 von meinem Gewicht.
An alle die dieses Buch kaufen möchten: BITTE! Im Interesse Eurer Freude an Euren Hunden, setzt Methoden ein die eine Aggressivität Eures Hundes Euch gegenüber, anderen Hunden gegenüber und anderen Menschen gegenüber nicht fördern. Und, bitte, glaubt nicht, daß Dobermänner alle anderen Hunde anfallen wollen. Ich kenne viele Dobermänner und die allermeisten davon haben kein Problem mit anderen Hunden selbst wenn sie die noch nie vorher getroffen haben, ob groß, ob klein, ganz egal. Ich kenne auch sehr viele Dobermänner die Katzen mögen.
Meine Dobermannhündin beispielsweise verteidigt ihr Rudel kompromisslos. Vor ein paar Tagen habe ich zufällig einen Mann gesehen, der von Jugendlichen belästigt wurde und bin mit ihr an der Leine eingeschritten und die haben es nicht gewagt diesem offensichtlich sehr verteidigungsbereiten Hund zu nahe zu kommen (um mir zu sagen, daß sie von meiner Einmischung nichts halten) und haben sich lieber aus dem Staub gemacht. Bei einem versuchten Straßendiebstahl hat sie auch schon gebissen (Angriff zur Verhinderung einer Straftag ist nicht illegal). Der selbe Hund hat im Urlaub in Polen versucht ihr Futter einem Straßenhund zu bringen (Schnauze voll und vor dem Hund fallen gelassen). Desweiteren hat sie letztens einen Jungvogel der aus dem Nest auf den Gehweg gefallen ist aufgehoben und mir in die Hand gelebt und der Vogel lebte noch. Klingt das nach einer Bestie wie die Autorin sie beschreibt?