Für einen wahren Fan der DIXIE DREGS ist diese DVD unbezahlbar, ist sie doch das einzige qualitativ hochwertige Live-Film-Dokument dieser irren Truppe aus Atlanta, GA. Es kursieren noch zwei Bootlegs mit zum Teil miserabler Kameraführung, die Ton-Qualität läßt ebenfalls mehr als zu wünschen übrig. Einen offiziellen Boot gibt's noch auf der Steve Morse-DVD "Sects, Dregs & R'n'R" mit der Besetzung von 1994, aber auch hier ein bild- und tontechnisches Desaster!
"Live at Montreux 1978" erschien erst 2005 und war bislang nur auf Schleichwegen erhältlich. Seit kurzem ist diese DVD hier bei amazon.de für einen sensationellen Preis erhältlich und ist nunmehr auch endlich einem größerem Publikum zugänglich!
Damals am 23. Juli 1978 spielten die DIXIE DREGS erstmalig in Europa, und zwar auf dem legendären Montreux Jazz-Festival. [Anmerkung: Ihr erinnert Euch? Vier Jahre später sollte dort ein völlig unbekannter Texaner namens Stevie Ray Vaughan von einem snobistischem Publikum gnadenlos ausgebuht werden. Doch es sollte ihm später gelingen, diese schmähliche Niederlage in einen grandiosen Sieg umzumünzen - 3 Jahre nach diesem Desaster lag ihm Montreux ergeben zu Füßen ...... ja, das Montreux Jazz-Festival ist zuständig für Legendenbildung!] Anfangs sieht man noch ein sehr zurückhaltendes Publikum den DIXIE DREGS leicht gelangweilt, aber immer noch höflich, Beifall klatschen - das sollte sich im Laufe des Konzerts in hochgradige Begeisterung steigern!
Zur Musik der Band möchte ich mich nicht weiter äußern, das habe ich an anderer Stelle schon ausgiebigst getan. Was den Neuling sicher überraschen wird ist, daß man diese wahnwitzigen und temporeichen Melodiebögen tatsächlich auch live spielen kann ;-)) und wie kompakt-dicht der Live-Sound an die Studio-Takes heranreicht.
Das Song-Material ist überwiegend von der ersten (regulären) LP "Freefall" - ein Song von der "What if" - vier Songs erschienen niemals in einer Studio-Version, sondern wurden 1979 auf der 'Halb-Studio/Halb-Live'-LP "Night of the living Dregs" veröffentlicht.
Die Cremeschnittchen sind natürlich die frühe Version von "Attila the hun", das erst 1981 als Studio-Track erscheinen sollte, und die unveröffentlichten Zugaben "Kathreen" und "Dixie"!
Zu sehen ist die Ur-Besetzung der DIXIE DREGS (wobei die Besetzung an den Keys öfters variierte), mit Mark Parrish an den Tasten. Vor allem ins Auge sticht Allen Sloan (Violine) als absoluter Publikumsliebling, der damit Mastermind Steve Morse etwas die Show 'stiehlt' - die Bescheidenheit dieses Ausnahme-Gitarristen ist beispiellos! Durch's Programm führt der fabelhaft aufgelegte Bassist Andy West ...... und achtet bitte besonders auf Drummer Rod Morgenstein, der einfach unglaubliche Dinger 'raushaut!!!
Das Bonus-Material stammt von späteren Aufzeichnungen aus amerikanischen Live-TV-Shows: "Punk Sandwich" bereits mit T-Lavitz an den Keys von 1980 - "Crank it up" und "Bloodsucking leeches" mit der letzten DIXIE DREGS-Besetzung von 1982, Mark O'Conner (Violine, Gitarre) hatte Allen Sloan ersetzt.
Eine Erläuterung der Bewertung erübrigt sich - da sind fünf Sterne sowieso viel zu wenig. Die Bild- und Tonqualität ist hervorragend, die Menueführung ebenfalls. Etwas mehr Bonus-Material hätte ich mir schon gewünscht, aber wir Deutschen haben ja immer was zu meckern ;-)) insgesamt: UNBEDINGTE KAUFEMPFEHLUNG!