Dietrich Schubert gelingt es in seiner Monographie eine perfekte Balance zwischen der Betrachtung von Leben und Werk einzuhalten. Insbesondere die Zeit vor und während des Ersten Weltkriegs findet bei Schubert Beachtung. Die sozialen und politischen Umstände im Deutschen Reich werden prägnant und genial beleuchtet, so daß es für den Leser nachvollziehbar wird, daß sich der 23jährige Dix als Freiwilliger für den Krieg meldete. Eindrucksvoll werden alle Stationen seiner militärischen Laufbahn aufgeführt. Die Einflüße durch den Philosophen Nietzsche auf das Werk des Künstlers werden sachkundig und überzeugend behandelt. Dabei werden die - leider nur als Schwarz/weiß-Aufnahmen abgebildeten Werke präzise erläutert und in den Themenkontext eingeordnet. Die fünf Sterne verdient sich das Buch vor allem durch die souveräne Art, wie Schubert die unterschiedliche Rezeption des Werks von Otto Dix in Ost und West beleuchtet: Sowohl die Adenauer-Arä als auch das DDR-Kunstverständnis werden kritisch hinterfragt. Ein kraftvoll geschriebener Text, der dem Leser über die Betrachtung von Leben und Werk hinaus einiges zu bieten hat.