Vorweg, ich habe die im 5 min geschnittene Verleihfassung gesehen. Es geht also nicht um diese Version, die nochmal um mehr als das doppelte mit der Zensurschere bearbeitet wurde.
Nun ja, an seine Filme geht Filme geht Ittenbach wohl immer nach der Maxime ran: welche Grenze überschreiten wir denn heute mal. Letzter Streifen von ihm, den ich gesehen habe war Beyond The Limits, und der war ja schon recht derbe. Eins vorweg, da schon eine Menge derbes Zeuch im neuen Film gezeigt wird, hätten denke ich ein paar mehr Details nicht wirklich mehr weh getan, denn Fingerabschneiden und Frauen verprügeln kennen wir dann doch schon aus anderen Filmen. Folter ist uns auch nicht neu. Muss zugeben, dass die Maskenbildner beim ramponierten Gesicht der Dame echte Arbeit geleistet haben. Wie so oft verliert aber die ausufernde Gewalt an Wirkung, durch das teilweise doch recht schlechte Schauspielern. Es sagte bereits Elli Roth in nem Interview, dass extreme Folterungen und andere derbe Szenen nur wirken, wenn man den Figuren ihr Leiden auch wirklich abnimmt. Und dem ist in dem Film meist nicht so. Wenn man so gequält wird steht man schon mal nicht mehr auf. Die Story ist etwas verworren, aber sie hat wenigstens eins paar überraschende Wendungen. Bei den in der Cut-Fassung übrig gebliebenen Gore-Szenen zeigt Ittenbach was er drauf hat - ein Hammer kann schon ne Menge anrichten. Wissen wir ja nicht erst seit Cannibal Corpses "Hammer Smashed Face" - da gib es nix zu meckern im Film.
Die Kameraführung ist erstaunlich professionell, habe die deutsche Synchro gesehen, die auch zum größten Teil i.O. geht. Ittenbach sollte sich endlich mal überlegen, ob nicht manche nicht gezeigte aber angedeuetete Quälerei mehr Sinn machen würde, als immer nur draufhalten. Wir finden aber auch eine recht bizarre Szene (die aber denke ich in der uncut länger sein wird). Man muss wohl einfach akzeptieren, dass es sein Stil ist - immer schön derbe. Gewalt gegen Frauen finde ich en Detail ja immer etwas grenzwertig, nur hat sie weitestgehend keinen sexuellen Kontext in dem Film, weshalb die Gewalt viel besser zu ertragen ist. In der Geschichte des Folterfilms sind aber Frauen wohl beliebter - tradition dies slowly.
Es gibt für Gorehounds sicher nicht genug gezeigte Gewalt in dem Film.
Ich meine, dass davon ne Menge vorhanden ist, und sicher ist der Streifen auch derber als manch anderer Mainstreamquäler. Wenn man ne KJ-Fassung hat und dann noch 5 mins rausgeschnitten sind, dann muss man ja schon einiges erwarten. Freaks holen sich eh die 5 min längere Fassung, wenn die rauskommt, aber der Film ist definitiv nicht so verstümmelt, dass er unguckbar ist oder auf Kindergeburtstagen laufen kann - beiweiten nicht. Wenn die Schauspielerin mehr gegeben hätte, wär mir an manchen Stellen sicher ziemlich übel geworden.
"Härter als Hostel" - ist ja ne Floskel, die keiner mehr braucht, denn fast jeder Gore-Streifen ist übler.
Ob auch Kinder im neuen Ittenbach leiden müssen verrate ich nicht.
Testet die Fassung in der Videothek aus und entscheidet ob ihr noch derber braucht. Asia-Zeitlupen-Folterfilm-Fans wird es eh langweilen;-).
In der Verleihafassung wird der Film einigen immer noch zu derbe sein, anderen wird was fehlen. Kann mir aber absolut nicht vorstellen, dass ein um 15 mins gekürzter Film noch irgendeinen Sinn macht. Hier wird jetzt wohl endgültig ein Exempel statuiert, wie die Schneidepolitik in der Bundesrepublik so abläuft. Was hat so eine Fassung noch mit dem Original zu tun????
Ich kann auch raten die uncut zu kaufen wenn sie in Österreich rauskommt. Man kann aber schon mal die Videotheken-Fassung ausprobieren.
Glaube Hellraiser lief im Tv auch 15 min geschnitten. Es macht überhaupt keinen Sinn. Auch wenns im Auge des Betrachters liegt: wir haben es hier mit einer Form von (evtl. pervers erscheinender) Kunst zu tun.