War Worlds apart die große Party mit allen Gästen, ist "So divided" eher der gemütliche Heimspaziergang, natürlich immernoch mit R O C K-Songs, aber größtenteils eher die Kieselsteine zwischen den Zehen spürend auf dem Weg zum Strand schreitend, manchmal auch nach einem Bus rennend, um dann doch zu merken "ach, ne" und in Erinnerungen zu schwelgen. Und so ist das Album größtenteils im mittleren Tempo gehalten, greifen die Songs noch mehr ineinander und werden Trail of dead einfach noch erwachsener.
Man kann eine richtiges sentimental stimmendes Erwachsen werden der Band erkennen wenn man sich die Vorgänger-Alben anschaut. Source Tags & Codes die Pubertät, das Album das dir zuerst sagt wie sehr es dich liebt nur um dich dann im nächsten Moment in einem urplötzlichen Gefühlsausbruch zu greifen und dich durchzuschütteln, World's apart, der endgültige Auszug aus dem Indie-Elternhaus der immernoch auf teilweise kindlich verspielte Weise einfach alles verband, Rock mit Klassik, altbacken mit avantgarde, jung mit weise und einfach nur überall gewann.
Und nun So divided, mit Reminiszenzen an alte Chicago (!) in "Gold heart mountain top queen directory",manche Erinnerungen an die einfache Kindheit ("Eight day hell"), "Wasted state of mind" was wieder Stakkato-Drums mit Streichern Keyboards, Bläsern Vogelgezwitschern und weiteren Landschaft-mit-Musik-Malereien verbindet, und am besten verkörpert wozu Trail of dead im Gegensatz zum Großteil anderer Rock-bands fähig sind. Stringenz, liest es sich doch eher wie ein Buch als ein heute typisches loses Bilderalbum. Du blätterst eine Seite um, befindest dich in einem komplett anderen Kapitel aber merkst trotzdem "Es ist immernoch die selbe Geschichte, mit den alten liebgewonnenen bekannten". Oh ja,und sie haben viel nachgedacht, wie das mit dem Alter nun mal kommt, sie müssen nicht mehr Instrumente zerstören um die Augen und Ohren der Hörerschaft zu gewinnen, heute kommt sie freiwillig. Sie müssen auch keine Bombast-schichten wie bei "Worlds apart" auftragen die teilweise eher schlecht als recht gesetzt waren, sondern lassen nun auch einfach mal Dinge wachsen und düngen sie nicht mit sonstigem Pomp tot.
Wer behauptet "ach,die haben nach Source tags an Emotion, Wildheit und Tempo verloren", den strafen die Herren im Ledersessel mit der Globus-bar mit dem Titeltrack oder "Sunken dreams" Lügen und demaskieren sich als die immernoch jung gebliebenen ungestümen fordernden Zeitgenossen die nun auch gerne mal die eine oder andere frühere Nuance wieder hervorholen und ihre Elemente kombinieren statt abzukupfern Und spätestens bei "The witches' web", wenn die Slidegitarre im Hintergrund die Schiene am Horizont abfährt und der Chor einen noch nie so schön singenden Conrad Keely begleitet, weiß man "Die Kindheit ist eine schöne Zeit, aber mit dem Erwachsenwerden ist einfach noch mehr möglich".
In diesem Fall alles.
9/10