Ich habe den Film vor 1 bis 2 Jahren gesehen und mich einfach nur erschrocken ...
Die Hauptfigur erinnerte mich an Stevenson's Dr. Jekyll und Mr. Hyde, eine schizophrene Persönlichkeit, bei der das Böse im Inneren des Menschen die Oberhand gewinnt und die reine Lust am Kriminellen zur Sucht wird.
Der Film zeigt einen typischen Normalo, der einerseits als Gärtner arbeitet, sich also mit Lebewesen beschäftigt, sie hegt und pflegt - aber andererseits Menschen tötet. Über seine Kindheit, Elternhaus usw. wird der Zuschauer bewußt im Unklaren gelassen. Auch finden hier die sonst üblichen Versuche, solche Straftaten zu begründen: Perspektivlosigkeit, Druck, Frustration, keine Anwendung. Und genau das ist so erschreckend !! Denn wenn man sein Töten nicht begründen kann, kann man es auch nicht verhindern.... weder durch Verbote von Waffen noch sonstwas.
Auch Liebe reicht nicht aus. Höchstens vielleicht mehrere "Lieben" wie Freundschaft, Elternliebe usw.
Auffällig ist, dass die Amokläufer von Winnenden und Norwegen und auch hier dieser Typ eine Sehn-Sucht nach Alleinsein haben.
Ken Duken spielt den Daniel Bauer stoisch emotionslos ohne wesentliche Mimik - eigentlich ohne Gesicht - faszinierend und erschreckend.
Unbedingt ansehen und nachdenken .....