58 von 65 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Das deutschsprachige Standardwerk zum Thema Dissoziation, 18. April 2001
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Dissoziative Störungen und Konversion. Trauma und Traumabehandlung (Gebundene Ausgabe)
"Dissoziative Störungen und Konversion - Trauma und Traumabehandlung" ist das deutschsprachige Standardwerk zu diesem wichtigen und in seiner Bedeutung für die Klinik noch unterschätzten Komplex. Fiedler handelt fundiert sämtliche dissoziativen Störungen (incl. PTBS und Somatisierungsstörungen) ab, wobei in der 2. Auflage die Therapieempfehlungen übersichtlicher und ausführlicher angelegt wurden. Sehr empfehlenswert ist auch das Kapitel "neuro- und biopsychologische Grundlagen", welches einen umfassenden Überblick über den aktuellen Forschungsstand bietet. Sehr lesenswert ist auch sein Beitrag zur Borderline-Problematik ( Borderline versus komplexe Posttraumatische Belastungsstörung) und zur "false-memory"-Debattte. Auch wenn Fiedler ein bekannter Verhaltentherapeut ist, so profitieren doch auch psychoanalytische orientierte Therapeuten von diesem fundierten Werk. Noch einen 6. Stern hätte es gegeben, wenn ein Kapitel zum Thema Dissoziation und desorganisiertes Bindungsverhalten hinzugekommen wäre. Aber vielleicht findet sich dieses in der 3. Auflage, die man diesem wichtigen und wertvollen Buch gerne wünscht.
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25 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Jenseits der Oberfläche, 29. Mai 2003
Rezension bezieht sich auf: Dissoziative Störungen und Konversion. Trauma und Traumabehandlung (Gebundene Ausgabe)
Das Erleben von Gewalt, Krieg, Katastrophen, schweren Unfällen oder dem tragischen Tod eines nahestehenden Menschen hinterlässt seine Spuren in der menschlichen Seele. Oft sind Personen, deren Leben von einer todesnahen Situation geprägt wurde, traumatisiert. Durch Flashbacks kreisen ihre Gedanken ständig um die bedrohlichen Ereignisse und hinterlassen keinen Platz für positive Färbungen. Wird den Patienten nicht rechtzeitig geholfen, können sich Ängste, Phobien oder Depressionen ausweiten und sogar ernstzunehmende Persönlichkeitsstörungen entstehen.
Das vorgestellte Werk beschäftigt sich vorwiegend mit Dissoziation (Auseinanderfallen der Assoziationen) und Konversion (Umsetzung seelischer Konflikte in körperliche Symptome), die Merkmale der Verarbeitung und Bewältigung traumatischer Erfahrungen. Dabei legt Peter Fiedler, Professor des psychologischen Instituts der Universität Heidelberg, grossen Wert auf eine klare Schilderung und beweist viel Einfühlungsvermögen. Beispiele und Schemata dienen zu einem besseren Verständnis.
Eine häufig mit Traumatisierung in Verbindung stehende Persönlichkeitsstörung ist die Borderline Störung. Ursprünglich bezeichnete man mit diesem Begriff eine Gruppe von Erscheinungen an der Grenzlinie zwischen Neurose und Psychose. Inzwischen ist erwiesen, dass diese Anhäufung in ihrer Gesamtheit als emotional instabile Persönlichkeitsstörung anzusehen ist. Sie kann sich durch häufige Stimmungsschwanken, intensive aber unbeständige Beziehungen, Angst vor dem Verlassenwerden und ein chronisches Gefühl von Leere äußern. Oft besteht eine Komorbidität mit Essstörungen oder Selbstverletzendem Verhalten.
Eine weitere häufige Reaktion auf seelische Schädigung, vor allem bei sexuellen Übergriffen, ist die dissoziative Identitätsstörung (=multiple Persönlichkeit). Um mit den schrecklichen Erlebnissen halbwegs umgehen zu können, schaffen sich Betroffene eine neue Daseinsformen durch die Bildung mehrerer Identitäten. Diese können das Geschehene von einem neutralen Standpunkt aus betrachten oder erleben die konkrete Situation mit Hilfe eines Schutzmechanismus wieder.
Laien verwechseln dissoziative Identitätsstörungen gerne mit Schizophrenie. Eine Differenzierung gelingt hier eindeutig.
Zum Abschluss erläutert Fiedler acht verschiedene Behandlungsmethoden für Traumata.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Dissoziative Störung und Konversion: Trauma und Traumabehandlung, 4. Juli 2009
Für mich als angehenden Sozialpädagogen eine gute Grundlage zum Verstehen von Verhaltensstörungen und deren Auswirkungen im Alltag (z.B. selbstverletzendes Verhalten oder posttraumatische Belastungsstörungen). Als reines Handbuch allerdings Hard Stuff, eher für jemanden geeignet, der ein tiefergehendes Interesse an Verhaltenstherapie hat und auch die entsprechenden Verständnissgrundlagen mitbringt, dann allerdings ein tolles Buch mit sehr viel und aktuellem Hintergrundwissen.
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