Fangen wir so an: Als konventioneller digitaler Bilderrahmen macht der Jobo PIANO 8 3D eine extrem gute Figur. Er besitzt Steckplätze sowohl für SDHC als auch USB-Sticks (oder Festplatten mit eigener Stromversorgung) und darüber hinaus auch internen Speicher, der sich wiederum per USB vom Computer aus befüllen lässt. Mit der beiliegenden Mini-Fernbedienung hat man die Funktionen angemessen im Griff. Sehr schön ist darüber hinaus, dass das Gerät an der Rückseite einen fast vollständigen Satz Tasten besitzt.
Die hohe Auflösung von 1280x768 (etwas mehr als 720p - weder exakt 16:9 noch exakt 16:10) sorgt für gestochen scharfe Bilder. Dabei spielt das Gerätchen auch AVI (z.B. XviD oder MJPG), MP4, MKV und MOV (H.264) ab, auch 1080p-Videos ruckeln nicht.
Hinter der bravourösen Video-Wiedergabe bleibt die Audio-Wiedergabe weit zurück. Sicherlich: Das Panel spielt so ziemlich alles ab, was man ihm vorsetzt - allein: Es verfügt nur über einen quäkigen Mono-Lautsprecher. Die Hersteller haben sich hier dummerweise den Kopfhörerausgang gespart, den man auch zum Anschluss des Bilderrahmens an Aktivboxen hätten nutzen können. So macht die Video-Wiedergabe trotz brilliantem Bild leider wenig Spaß. Hierfür muss ich den ersten Punkt abziehen.
3D-Inhalte gelangen auf dieselbe Weise aufs Gerät. 3D-Fotos im LR-Format funktionieren, hier geht aber gerne das Seitenverhältnis verloren. Besser geeignet sind die von den Schnappschüssen mit der 3D-Kamera des Nintendo 3DS bekannten .MPO-Dateien. Diese sollte man aber vor der Übertragung noch am Computermonitor mit StereoPhotoMaker überprüfen und (mit Hilfe einer Anaglyphen-Brille) justieren. Allzu leicht rutschen sonst 3D-Fotos vom 3DS mit viel zu starkem 3D-Effekt auf das Display.
3D-Videos kann man sich z.B. von YouTube 3D herunterladen (z.B. mit Greasemonkey/YouTube EZ Download). Der Bilderrahmen schluckt wiederum klaglos 1080p-LR-Videos. Selbst gefilmtes 3D-Material, z.B. wiederum per Nintendo 3DS (ab Firmware 3.0), muss man ggf. noch justieren und konvertieren: Die AVIs direkt aus dem 3DS werden vorerst nur zweidimensional abgespielt. Hier hilft, ähnlich wie bei Fotos der StereoPhoto Maker, der StereoMovie Maker (mit Hilfe ffdshow zur MJPG-Dekodierung). Enkodiert man sie z.B. als XviD-LR-AVIs, werden sie am Bilderrahmen dreidimensional abgespeilt.
Den zweiten Punkt muss ich nun ganz am Ende für die 3D-Darstellung als solche abziehen. Das autostereoskopische Bild des Jobo PIANO 8 3D neigt stark zum Ghosting - stärker als am Nintendo 3DS. Auch, wenn man den "Sweetspot" gefunden hat, der freundlicherweise etwas weiter vom Panel entfernt liegt als nur eine Armlänge beim 3Ds, neigen vor allem starke 3D-Effekte (tief "hinter" dem Display oder weit "davor") zu Doppelbildern.
Fazit: Das 2D-Bild ist sowohl bei stehenden als auch bewegten Bildern brilliant, die Format-Unterstützung lässt kaum Wunsch zur Klage. Die ernsthafte Videowiedergabe scheitert allerdings am schlechten Ton, den man auch nicht durch externe Boxen verbessern kann. Der 3D-Betrieb kann leider nicht wirklich überzeugen. Das Preis-/Leistungsangebot mag in Ordnung sein, aber für ernsthafte 3D-Anwendungen taugt das Jobo PIANO 8 3D letztendlich leider nicht.