Wieder einmal hat uns ein großer Bluesmusiker viel zu früh verlassen. Chris Whitley starb im November 2005 im Alter von 45 Jahren an Lungenkrebs. Auch Rainer Ptacek, an den Whitleys Gesang und sein Bootleneck manchmal erinnern, starb 1997 in etwa demselben Alter, und wie Warren Zevon, der zwei Jahre vor Whitley auch dem Lungenkrebs erlag, schaffte es Whitley gerade so, die Aufnahmen für die vorliegende CD fertig aufzunehmen. Ein halbes Jahr später war er tot.
So wirkt seine letzte CD dann auch wie ein Vermächtnis, dem man sich auch als nichteingefleischter Blueser nur schwer entziehen kann. Die dreizehn Songs bestechen durch den spröden Charme der beiden Hauptakteure, welche sich mal akustisch, mal elektrisch verstärkt durch die Lieder heulen und wimmern, dass einem Schauer über den Rücken laufen. Kippt Whitley dann ins Falsett und singt als Hidden Track Robert Johnsons "Hellhound on my trail", werden Schmerz und Verzweiflung zum Greifen spürbar.
Perfekt ergänzt wird Chris Whitley vom australischen Sänger und Gitarristen Jeff Lang, und man kann nur darüber staunen, wie viele hochkarätige Slidegitarristen sich neben John Butler, Ash Grunwald, Tex Perkins, Charlie Owen oder beispielsweise Xavier Rudd auf diesem Kontinent noch so alles tummeln. Begleitet werden Whitley und Lang von Grant Cummerford am Upright Bass und Ashley Davies an den Drums.
Entstanden ist ein vorwiegend ruhiges, meist akustisches Bluesalbum, dass an Intensität kaum zu überbieten ist. Neben eigenen Titeln gibt es mit "When I paint my masterpiece" oder "Forever in my life" Coverversionen von Dylan und Prince die für mich zu den Highlights der CD gehören. When Whitley und Lang dann "Changing of the guard" im Duett singen, ist man gerührt und nur noch traurig darüber, dass sich Whitley schon auf den Weg über den Regenbogen gemacht hat.
Rest in peace, Chris!