Die Frage Was ist Diskurs? steht aus Sicht der Herausgeber in enger Verknüpfung mit der Frage Was ist Wissenschaft? Wissenschaft, so die Überzeugung, von der Diskurs getragen wird, muss angesichts der Herausforderungen durch eine in zunehmendem Maße enger vernetzte Welt mehr sein als lediglich Austausch, so frei und offen er auch sein mag. Wissenschaft, und Sozialwissenschaft insbesondere, bedeutet durch ihre reflexive Distanz vom Sozialen Verantwortung für das Soziale. Wissenschaft darf sich nicht einschließen, sondern muss sich öffnen. Eine wissenschaftlich fruchtbare Öffnung liegt in der praktizierten Interdisziplinarität, der sich Diskurs verpflichtet fühlt. In diesem Sinne versteht sich Diskurs als ein Forum insbesondere auch für junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Ihnen Raum zur Entfaltung und Diskussion ihrer Gedanken, Analysen und Forschungsansätze im Umfeld führender Beiträge aus Praxis und Wissenschaft zu geben hat sich Diskurs vorgenommen. Denn gerade die Integration von neuen Forschungsansätzen und die inhaltliche Auseinandersetzung mit ihnen öffnet den etablierten Forschungsdiskurs der Sozialwissenschaft für eine neue Form von Kreativität. In diesem Sinne ist Kreativität eine zentrale Bedingung für eine verantwortungsvolle und lebendige Wissenschaft, die mehr sein will als bloß Wissenschaft. Angesprochen sind alle Fachdisziplinen, die sich unter dem Oberbegriff der Sozialwissenschaften vereinigen lassen. Dies sind im Falle von Diskurs insbesondere die Wissenschaft von der Politik / Politikwissenschaft sowie die Soziologie. Auch aus angrenzenden Fachdisziplinen, wie der Philosophie und der Geschichtswissenschaft, sind Themen willkommen. Diskurs, das als peer-reviewtes Wissenschaftsjournal im Meine-Verlag in Magdeburg erscheint, ist ein auf eine studentische Initiative zurückgehendes interdisziplinäres sozialwissenschaftliches Zeitschriftenprojekt. Diskurs bemüht sich darum, in einer immer unübersichtlicher werdenden Landschaft wissenschaftlicher Fachzeitschriften, Wissen zu vernetzen. Die internationale Wissensvernetzung als Grundlage einer breit angelegten Dialogfähigkeit reicht betrachtet man die Autorinnen und Autoren von Diskurs von der politischen wie sozialen Praxis, über etablierte Fachwissenschaftler bis hin zu Studierenden und Graduierten aus dem sozialwissenschaftlichen Fächern. Ihnen allen will Diskurs ein interdisziplinäres Forum bieten.