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Diskurs über die Ungleichheit: Ein Anti-Rousseau [Broschiert]

Norbert Bolz
2.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (14 Kundenrezensionen)
Preis: EUR 17,90 kostenlose Lieferung. Siehe Details.
  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Kurzbeschreibung

18. März 2009
Die Linke hat wieder Konjunktur. Sie spricht nicht mehr von Klassengesellschaft, sondern von der Neuen Ungleichheit und verweist auf die Pornographie des exzessiven Reichtums zwischen Beverly Hills und Moskau einerseits, die stillen Leiden der Kinderarbeit und der Hartz IV-Existenz andererseits. Mehr Gleichheit durch Umverteilung scheint deshalb die selbstverständlichste politische Forderung zu sein. Und in der Tat hat sich die moderne Gesellschaft durch die Mächte der guten Gleichheit entfaltet: Wissenschaft und Technik, gleiches Recht und Bildung für alle, städtisches Leben und staatliche Organisation.
Nüchtern betrachtet, kann Gleichheit unter modernen Lebensbedingungen aber nur heißen: Inklusion, die Möglichkeit der Teilnahme an den sozialen Systemen. Und wer alle integrieren will, muss auf die Gleichheit aller verzichten. Egalitarismus ist eine Anleitung zum Unglücklichsein. Wir können das gute Leben, das uns die moderne Gesellschaft ermöglicht, nicht leben, solange wir noch an Rousseau glauben. Die größte Gefahr für die moderne Welt geht nicht von denen aus, die asozial sind, sondern von denen, die zu sozial sind. Es gibt keine gerechte Gesellschaft.

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Diskurs über die Ungleichheit: Ein Anti-Rousseau + Die ungeliebte Freiheit. Ein Lagebericht + Profit für alle: Soziale Gerechtigkeit neu denken
Preis für alle drei: EUR 52,80

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
59 von 71 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Auf den Punkt gebracht 20. April 2009
Von Bluehours
Format:Broschiert
Norbert Bolz bringt es in seinem Buch auf den Punkt: Gleichheit kann es nur zum Preis der Freiheit geben. In der linksideologischen Gleichschaltung aller Menschen, Kulturen und Lebensentwürfe liegt die größte Gefahr für die westlichen Demokratien. "Umverteilung" und "Soziale Gerechtigkeit" heißen die Schlagworte, mit denen Fleiß, Talent und Herkunft diffamiert und die Freiheit des Einzelnen, das Beste aus den Gegebenheiten zu machen, untergraben wird. Ein lesenswertes Buch für alle, die es wagen, gegen den Zeitgeist der "Political Correctness" anzuschwimmen und sich eine eigene Meinung zu bilden.
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37 von 47 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von kpoac TOP 500 REZENSENT
Format:Broschiert
"For woman is not undeveloped man,
But diverse: could we make her as the man,
Sweet Love were slain: his dearest bond is this,
Not like to like, but like in difference.
Yet in the long years liker must they grow;
The man be more of woman, she of man;"
(Alfred Lord Tennyson, 1847; The Princess VII. 259-264)

Wenn Bolz einen Anti-Rousseau schreibt, scheint es zuvor wichtig, Rousseau zu kennen. "Emile" und auch "Der Gesellschaftsvertrag" sind bekannte Werke. Im Zentrum von Rousseaus Ideen steht ein Freiheitsverständnis, welches Freiheit als Wesensbestimmung des Menschen definiert. Freiheit dient der Rechtfertigung, Freiheit ist die Grundlage der politischen Ordnung und Freiheit ist unveräußerlich. Für Rousseau ist Freiheit mehr als Handlungsfreiheit, sie definiert Anspruch auf materielle Selbstbestimmung, auf Selbstherrschaft. Voraussetzung ist, dass alle Bürger gleichermaßen die Macht besitzen und einmütig sich selbst die Gesetze geben. So wird die 'volonte generale' immer zum Willen jedes einzelnen. Damit ist legitime Herrschaft vollständige Demokratie, unfehlbar und absolut, wohl wissend, dass die Tugend der Teilnehmer über die Qualität des Vertragswerks bestimmt. Rousseau oszilliert so zwischen der natürlichen Freiheit und der Gleichheit in der Gemeinschaft, die nicht mehr bedeutet, als die Auslöschung des Selbst. Soweit zu Rousseau.

Aus dieser Exegese folgt für Bolz der Diskurs über die Ungleichheit. Seine Thesen in Anti-Stimmung zu Rousseau bestimmen das Verhältnis von Freiheit und Gleichheit unter dem Aspekt der Zeit. Es gibt gute Gründe, Freiheit und Gleichheit gleichberechtigt zur Maxime einer Zielerreichung zu machen. So wie Gleichgesinnte im Ziel, jedoch Gegensätze in der Sache, Allianzen bilden, so sieht auch Bolz dieses Paar als Freunde auf Zeit. Denn nach der Erreichung des Ziels gibt es gleich gute Gründe zur Trennung. Damit scheinen Freiheit und Gleichheit politisch Verbündete zu sein. Auch wenn Rousseau noch die Massendemokratie zum Wohle aller postulierte, heißt Demokratie dennoch, mit vergleichenden Blicken auf den anderen zu leben. Blickt man tiefer in diese Differenz, zwingt die Vernunft schon dazu, Vorteile in der Differenz zu sehen. Auch Glück ist nicht mehr, als eine Antipode zum Unglück und damit definiert eine Differenz zu etwas anderem Glück. Will man die gewünschte Rousseausche Sichtweise retten, unterscheidet man zwischen Respekt im Umgang und der Gleichheit im Handeln bzw. Behandeln. Denn, so wird es jeder wissen, ist es gerade die Ungleichheit, die differenziert und Anlass für Anerkennung und Lob ist. Daraus kann man folgern, dass Gleichheit eine Utopie ist und Gleichbehandlung, z.B. vor dem Gesetz, diese zu ersetzen hat. Denn diese Gleichbehandlung schließt nicht Ungleichheit an sich aus, wohl aber Willkür.

Bolz setzt auf die alte Theorie von Tocqueville: Gleichheit gefährdet Freiheit. Nun kann man meinen, Bolz will einen alten Diskurs von vor 200 Jahren akademisch durchspielen. Weit gefehlt, wenn man nicht auf die Beobachtung aktueller politischer wie sozialer Diskussionen verzichtet. Bolz ist somit aktuell. Er nimmt Tocqueville in den Ring (der ja behauptete, vom Blickpunkt Gottes aus zu analysieren). Tocqueville sieht in seiner Theorie aus dem Prinzip der Gleichheit die Größe der Gerechtigkeit wachsen. Diese will er retten als das neue Gute. Und damit ist für Bolz der Text über die "Demokratie in Amerika" von aktueller Bedeutung. Bedeutsam daran ist, dass die Freiheit geliebt wird, aber nicht wesentliches Ziel der Wünsche ist. Man mag sie opfern wollen zu Gunsten der Gleichheit. Warum? Weil die Gefahr besteht, einer Ungleichheit in Freiheit die Gleichheit in der Knechtschaft vorzuziehen.

Dass sich Freiheit und Gleichheit im Zeitalter einer friedlichen Demokratie nicht mögen müssen, ist nun die bravouröse Analyse eines Norbert Bolz. Er entlarvt die natürliche Ungleichheit als Skandal, nicht ohne Ironie. Er sieht das Geschlechterverhältnis in dem alten wie neuen Feminismus fernab jeder Vernunft sich neu zu präsentieren. Ihm fallen die aufklärungsfeindlichen Minimierungen der Medien auf, die nicht mehr als ein Egalitarismus der Menschen sind. Selbst die Sorge des Kapitalismus im Verhältnis zum vermeintlichen Raub findet späte Berechtigung, die immer zum Wohl aller gereicht, allerdings in Anerkenntnis der Differenzen.

Ein Hoffnungsschimmer am Ende? Differenznotwendigkeit erfordert Gerechtigkeit, denn die Gleichheit der Menschen ist eine Abstraktion. Sobald Kausalitäten hinzukommen, wird Leben zum Schachspiel. Im Zug der Züge verändern sich die subjektiven Wichtigkeiten. Jeder hat somit gleiche Chancen, ungleich zu werden. Dieses ist keine Ironie, es ist die Bestimmung des Selbst. Die heutige Gesellschaft muss auf die Gleichstellung aller achten, allerdings nicht auf Ergebnisgleichheit, sondern auf Chancengleichheit. Dieses heißt im Klartext, dass es für mache keine Chancen gibt. Denn bei aller Liebe für ein weltumspannendes Wissenshirn, ist es der Intellekt, der Wissen in vernünftiges Handeln wandelt. Nicht Geld und Macht bestimmen die Differenz der Zukunft, es sind die kognitiven Fähigkeiten, die Jugendliche auf besondere Karrierepfade weisen, die "in der Formation einer kognitiven Elite enden". Sie erfahren Unterstützung durch das Megabrain Internet, sie bleiben unter sich, in dem was sie interessiert und in dem, was sie verachten. (education is a powerful divider and classifier, Herrnstein 1971)

Gleichheit, nüchtern betrachtet, kann somit nur Teilnahmemöglichkeit an allen sozialen Systemen sein. "Wer alle integrieren will, muss auf Gleichheit verzichten." Wer ausschließlich auf Gleichheit fixiert ist, ist nicht zufrieden mit dem was er hat, sondern bemisst seine Lebenszufriedenheit an dem, was anderen zur Verfügung steht. Da mögen die Plutarch, Seneca, Epikur Leser aufschreien und feststellen, dass dieses nicht mehr als eine Anleitung zum Unglücklichsein ist. So mag für alle Zeiten nicht das Extreme, sondern die Mitte zählen: "Die Gerechtigkeit ist also eine Mitte, [...], weil sie die Mitte schafft. Die Ungerechtigkeit dagegen schafft die Extreme." (Aristoteles) Zwischen Gleichheit und Freiheit wird Gerechtigkeit walten, so sagen die alten Schriften, doch gibt es diese in der modernen Welt? Gerechtigkeit als Perfektionsformel hat eigentlich ausgedient. Wenn zwischen Recht und Unrecht zu unterscheiden ist, mag die subjektive Welt sich stark einmischen. Daher ist Rechtssicherheit als konstruktives Gewebe, welches im Hintergrund aller Handelnden sich unsichtbar bildet, gleichzeitig stabilisierendes Element einer offenen modernen und demokratischen Gesellschaft.

Lesenswert,
~~
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Leben existiert nur bei Ungleichheit 9. September 2009
Von Lulu TOP 100 REZENSENT
Format:Broschiert
Gemäß Charles Darwin erfolgt die Evolution des Lebens durch Variation, Vererbung und Selektion. Variation steht für Ungleichheit. Sie ist eine notwendige Voraussetzung für Evolution. Wie fatal die Auswirkungen einer fehlenden Variation sein können, konnte man im Getreideanbau beobachten: Mit der Verdrängung des Misch-Anbaus und der Einführung der modernen Getreidesorten kam es zur epidemischen Ausbreitung einzelner Krankheiten und Schädlinge.

Bei der Evolution der Technik das gleiche Bild: Auf Monopolmärkten findet kaum Innovation (Evolution) statt.

Ein anderes erfolgreiches Ungleichheitssystem der Natur ist die Geschlechtertrennung. Sie erlaubte Evolution durch Selektion im männlichen Geschlecht statt des aufwendigeren Kampfes ums Dasein. Getrenntgeschlechtliche Populationen sind jedoch nur dann von Vorteil, wenn die beiden Geschlechter im Mittel unterschiedliche Aufgaben wahrnehmen, ansonsten wären sie Hermaphroditen gegenüber im Nachteil, die sich in der Natur jedoch nicht durchsetzen konnten, weil ihnen die notwendige Ungleichheit fehlt. Um die Selektion im männlichen Geschlecht zu erleichtern, sind die Männchen üblicherweise ganz besonders ungleich gestaltet. So auch beim Menschen: 6 von 7 Inselbegabten sind Männer; etwa 6 von 7 Menschen mit einem IQ, der für Genies charakteristisch ist, sind Männer. Bei den geistig Behinderten das gleiche Bild: Auch hier dominieren ganz klar die Männer.

Norbert Bolz hat recht. Chancengleichheit und Inklusion ja, Aufhebung der natürlichen Ungleichheit nein. Wie fatal die Folgen einer erzwungenen Gleichheit sein können, kann man bereits an der in unserer Gesellschaft angestrebten Rollenangleichung der beiden Geschlechter erkennen, die unsere Gesellschaft systematisch dequalifizieren wird. Denn wenn beide Geschlechter im Mittel das Gleiche tun, werden diejenigen, die die höchsten Qualifikationen erlangen, zwangsläufig die wenigsten Kinder haben. Dies sei kein Problem, höre ich die Gleichheitsfanatiker reden, denn alle Menschen seien schließlich gleich. Doch, genau dies ist ein riesengroßes Problem!

Wer Gleichheit erzwingen will, nimmt dem Individuum das Recht, sich aufgrund seiner eigenen Kompetenzen entfalten zu können. Unfreiheit dürfte die zwangsläufige Folge sein.

"Diskurs über die Ungleichheit" ist sehr gutes Buch zu einem sehr wichtigen Thema. Einen Stern Abzug habe ich dennoch gegeben, weil es mir stellenweise etwas zu philosophisch gehalten war. Auch sehe ich die prognostizierte Entwicklung hin zu einer geistigen Elite nicht, denn die wird zurzeit - aufgrund der zerstörerischen Wirkungen der Gleichheitsfanatiker - systematisch daran gehindert, eigene Nachkommen zu haben. Wer sich nicht fortpflanzt, stirbt aber langfristig aus.
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4.0 von 5 Sternen Kein leichter Stoff, doch lesenswert
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Veröffentlicht am 24. Juli 2009 von M. Lueb
2.0 von 5 Sternen Etwas weltfremd
und zynisch was der gute Mann da von sich gibt.
Da gehen die seltenen Geistesblitze unter.
Veröffentlicht am 21. Juni 2009 von season01
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