Aus der Amazon.de-Redaktion
Eigentlich hatten wir ja nicht damit gerechnet, dass DJ Hans Nieswandt uns so bald nach seinem schriftstellerischen Erfolgsdebüt
plus minus acht schon wieder mit einem Buch erfreuen würde. Schließlich hatte Thomas Meinecke, selbst DJ und Literat, damals noch darüber geklagt, dass er Nieswandt jahrelang hatte drängen müssen, bis der das Buch endlich zu Papier gebracht hatte. Offenbar aber hat der weit gereiste Plattenaufleger mittlerweile so richtig Spaß am Schreiben gefunden. Und diesen Spaß hat man auch beim Lesen von
Disko Ramallah, einem Buch, das uns mit kurzen, flüssig und pointiert geschriebenen Berichten mitnimmt an die merkwürdigsten Orte musikalischen Schaffens.
"Ich hatte Familie und brauchte das Geld", wandelt der Autor in seinem Vorwort eine gängige Floskel ab, mit der sich seit Generationen reifer gewordene Künstler etwaigen Neckereien wegen früher beruflicher Peinlichkeiten erwehren. Bei Nieswandt fällt der Satz im Zusammenhang mit einem Angebot, eine von Verona Feldbusch moderierte "Party zu Ehren von Spinat" musikalisch zu untermalen. Peinliches herausgekommen ist aber weder bei diesem, noch bei irgendeinem der anderen Abende, von denen hier berichtet wird. Im Gegenteil. Jede einzelne Geschichte belegt, warum Hans Nieswandt tatsächlich für jede erdenkliche Gelegenheit der passende DJ ist. Und schreiben kann er eben auch. Jedenfalls haben wir einen Heidenspaß gehabt bei der Lektüre seiner Geschichten von der Hip-Hop-Hochzeit in Amsterdam, dem Hubschrauberkonzert in Salzburg oder dem Tag der offenen Tür in Ankara. Empfehlenswert! --Freia Danz
Kurzbeschreibung
New York, Frankfurt oder Ibiza hießen einst die glamourösen Orte der Clubszene. Inzwischen finden sich auf der DJ-Landkarte von Hans Nieswandt ganz andere Namen wieder: Ankara, Alexandria, Kiew, Sankt Petersburg, Rio, Kairo, Beirut, Vilnius oder eben auch Ramallah im Westjordanland. Gibt es Diskos in Ramallah? Wer legt da auf? Und was für Musik? Darf man das überhaupt? Diese Fragen im Kopf folgte Hans Nieswandt einer Einladung des Goethe-Instituts in den Nahen Osten, wo er als Botschafter für deutsche elektronische Musik auftreten sollte. Mit normalen Partys war hier nicht zu rechnen, dafür spürte man mehr als in anderen Städten, wie sehr sich die Menschen danach sehnen. Ortswechsel: Odessa, Ukraine. Eine aufgepeitschte Menge wogt vor dem DJ-Pult, direkt vor Hans Nieswandt springt ein junger Mann auf und ab, schreit immerzu: »Germany, Germany!« Deplatziert fühlt sich Hans Nieswandt in diesen Momenten, verstand er Techno und House doch immer als einen Teil einer weltumspannenden Tanzmusik. In »plus minus acht« erzählte Hans Nieswandt, auf was es alles ankommt, wenn man hinter den Plattentellern steht. Jetzt folgt »Disko Ramallah« eine wundersame Reise zu Jugend und Musik in einer globalisierten Welt.
Der Verlag über das Buch
Von Checkpoint zu Checkpoint Oder: Wo spielt die Musik
Über den Autor
Hans Nieswandt, geboren 1964, lebt mit seiner Familie in Köln. Er gilt als einer der renommiertesten House-DJs Deutschlands und arbeitet seit 20 Jahren als Musikjournalist und Produzent. Er war Redakteur der Zeitschrift 'Spex' und veröffentlichte mit 'Whirlpool Productions' vier Alben. 2001 erschien in der Anthologie 'Sound Signatures' sein Text 'I'm a popstar in your country'.