Ich habe meine Kritiken etwas länger ausgesetzt, da man diese Platte im Sommer einfach nicht bewerten kann. Ein Blick aus dem Fenster zeigt Regen und ein Grau in Grau, daher perfektes Rezensionswetter. Träumerisch schön startet die Platte mit "Plainsong", allerdings auch mit einem traurigen Text, bei dem Endzeitstimmung aufkommt. Traurig geht es auch weiter, denn "Pictures of you" handelt von jemandem, dem von einem Verstorbenen einzig die Erinnerungen in seinem Kopf geblieben sind. Die Klaviermelodie schleicht sich hierbei immer wieder in den Vordergrund, genau wie die Gitarrenläufe von Porl Thompson. Ein wahres Trommelfeuer findet beim folgenden "Closedown" statt, welches einen Song darstellt, der als klassisches Beispiel für die Musikrichtung New Wave steht. Ein schöneres Kompliment als jenes in "Love song", kann man eigentlich nicht bekommen. Bei "Last dance" fühlt man sich, als ob man in einen dunklen Wald hineingezogen wird. Der nächste Song "Lullaby" ist dann der Albtraum für jeden Arachnophobier, schon allein wegen der Textzeile "The spiderman ist having you for dinner tonight!". Besonders hervorzuheben ist hier die Geigenmelodie, die man so schnell nicht vergisst. Ein Horrorszenario stellt man sich auch beim Hören von "Fascination street" vor und der Song "Prayers for rain" stellt den perfekten Soundtrack für einen verregneten Herbsttag dar. Das Beten um Regen wird dann auch am Anfang von "The same deep water as you" erhört. Im Titeltrack jagt einem ein im Hintergrund erklingendes Glöckchen mächtig Angst ein. Der Rest der Platte verläuft sich in traurigen Momenten, so wie die ganze Platte eigentlich einen großen traurigen Moment darstellt. Dies ist an Melancholie nicht mehr zu überbieten.