Kurz vor den 90ern, im Mai 89, wurde das erste Mal 'Disintegration' von The Cure veröffentlicht. Zu einer Zeit, in der die Wende In Deutschland kurz bevorstand und in der in England noch immer die "Eiserne Lady" Margaret Thatcher die Geschicke auf der Insel lenkte. Nicht ganz unumstritten, viel e gingen auf die Straße, die Stimmung war angespannt und für manche perspektivlos.
In dieser Zeit, genau am 1. Mai, platzte das Album von The Cure "Disintegration" hinein. Ein Werk, das sehr tiefgründig und zurückgezogen klang. Der Sound war anders als die ausgehenden Produktionen der 80er. In Deutschland war David Hasselhooffs "Looking For Freedom" auf Platz eins, in den Billboard Charts lief "Like a Prayer" von Madonna.
Das Album "Disintegration" verkaufte sich damals trotz Bedenken der Plattenfirma millionenfach. Die Singles "Lullaby" und "Lovesong" enterten weltweit die Charts und die Liveauftritte der Gruppe waren fast weltweit ausverkauft. Ein schöner Erfolg für The Cure.
2010, mehr als 21 Jahre nach der Originalveröffentlichung folgt nun die Special-Edition mit drei CDs des Albums. Es gibt eine Menge Bonusmaterial auf der Disk 2 und eine komplette Liveversion des Albums aus "Wembley" auf CD 3, teilweise veröffentlicht als Livealbum "Entreat". Das Booklet enthält interessante Fotografien und kurze, informative Erläuterungen zur Entstehung des Albums von Robert Smith.
Das Remaster des Albums empfinde ich [subjektiver Eindruck] als durchaus gelungen. Die Authentizität des eigentlichen Klangs des Originals aus den Spätachtzigern ist einerseits erhalten geblieben, andererseits ist eine frische Nuance spürbar, vor allem in der Ausgeglichenheit der Höhen mit den Mitten, ebenso eine leicht Zunahme der Dynamik. Das Hörvergnügen ist, soweit man das Originalalbum kennt, keinesfalls gemindert.
Wer das Album noch nicht hat und neugierig auf "alte" neue Musik aus den Spätachtzigern ist, [eigentlich fast schon 90ern] mit behutsam, zeitgemäß, restauriertem Klang, sollte zugreifen. Wer's kennt, wird wissen was zu tun ist :-)