Ich versuche hier mal zwischen Hype und dem Spielerlebnis eine Objektive Rezension zu schreiben.
Zu mir, ich bin 29 und habe seit dem ersten Grauen Gameboy so einiges an Konsolen besessen, spiele aber auch gerne mal am PC.
Ich bin was das Genre angeht nicht voreingenommen, da ich alles gerne spiele, solange das Spiel für mich "Spielenswert" ist.
Genug der Einleitung, kommen wir zu Dishonored, in diesem Fall für die PS3.
Viel wurde Versprochen und hoch war die Erwartung... doch was bleibt nach dem nun der Abspann läuft?
Ich fange mal mit der viel diskutierten Grafik an, wobei ich am Erscheinungstag direkt den Patch installiert habe, die Beurteilung bezieht sich also auf die gepatchte Version.
Die Grafik hat Stärken und Schwächen, Highlights sind klar die Licht- und Wassereffekte, insbesondere die Wettereffekte des letzten Levels sind sehr schön und Stimmungsvoll.
Auch das Badehaus und der Maskenball im hause Boyle sind Hingucker. Aber schon zu anfang des Spiels, wenn einem Emily in die Arme läuft, sieht man die Grafische Schwäche von Dishonored,
viele matschige Texturen! Allerdings wird dieses manko wie ich finde durch ein sehr frisches und neuartiges Artdesign aufgefangen, so bin ich am Ende um die Texturen nicht mehr böse.
Grafik:
+Schöne stimmungsvolle Licht und Wetter Effekte
+Neuartiges Artdesign
+Stabile Framerate
-Seltenes Tearing (Man muss ja schon froh sein wenn man auf der PS3 Selten sagen kann ;)
-Oft Matschige Texturen
Weiter gehts mit dem Audiocheck, hier hat man wirklich gute Arbeit geleistet!
Toller 5.1 Ton mit schön präziser Raumverteilung, ein wuchtiger Bass wenn man einen Schuss mit Corvos Knarre eine Ladung richtung Feind entlädt.
Die deutschen Sprecher leisten sehr gute Arbeit, was leider immer noch viel zu selten der Fall ist.
Die Musik ist stimmungsvoll und von solider Qualität, jedoch fehlt zB. ein wenig das monumentale theme a la Uncharted, so bleibt der Soundtrack trotz seiner guten Wirkung nicht lange im Ohr.
Sound:
+Guter, Krafvoller 5,1 Sound
+Gute deutsche Synchro
+-Musik ist stimmungsvoll, leider fehlt der Wiedererkennungsfaktor (Die Kritik ist allerdings hier auf hohem niveau)
Kommen wir zum Gameplay, als Bewaffnung dient eine Armbrust, eine Pistole und das Kurzschwert, später kommen noch Mienen, Granaten und andere Munition hinzu.
Das Alles und auch seine Rüstung kann man bei einem Erfinder Upgraden.
Die Kämpfe mit dem Schwert wirken im vergleich zu zB. Skyrim etwas fummelig und teilweise unkontrolliert, die Restlichen Waffen hingegen Speilen sich gut.
Hinzu kommen eine Reihe verschiedener Kräfte, hier kann man beim ersten und zweiten Durchspielen verschiedene Kombinationen ausprobieren, von den aktiven kräften reichen allerdings schon wenige um "Übermächtig" zu werden.
In meinem Fall Nachtsicht, Teleport und Zeit verlangsamen. Dazu kommen noch Permanente Skills die kein Mana verbrauchen, wie zB. Mehr HP, höher Springen und Wenn man Gegner tötet, zerfallen sie zu Staub (Die Entsorgung Entfällt). Also ein "Godlike" Rundum-Sorglos-Paket (Kompensation durch hohen Schwirigkeitsgrad empfohlen!).
Ansonsten Bleibt zu sagen, das Design der Missionen an sich ist gut durchdacht und man trifft auf skurrile Gestalten die dem Spiel ein gewisse Lebendigkeit verleihen.
Corvo selbst bleibt leider Stumm, was mich selbst aber nicht gestört hat, dennoch hätte man hier viel mehr Gefühl und Emotion unterbringen können.
Es bleibt einem offen ob man als Fisch durch den Gulli oder über die Dächer in das Zielgebäude eindringen möchte. Auch kann man Sicherheitsanlagen Deaktivieren oder aber auch umprogrammieren, damit diese für einen arbeiten.
Jedoch wir einem auch hier wie bei schon vielen spielen zuvor eine Freiheit versprochen, die auf den zweiten Blick nicht so riesig ist wie erhofft und gedacht, auch hier gibt es schlauchartige Passagen und man merkt schnell das dem Spieler hier zwar die Möglichkeit gegeben wird über die Wege x,y oder z an das Ziel zu gelangen, jedoch fühlt sich das alles auch noch nicht so frei an als das man sagen könnte "wow, dass hab ich so noch nie gespielt".
Leider ist die Welt in Größere, häufig rundliche Areale unterteilt, die es zu erforschen gilt, was allerdings trotz allem richtig Spaß macht. Eine offene Welt die zusammenhängt wäre hier der Hammer gewesen(Es muss ja nicht immer die Größe von einem Skyrim sein!).
Ich hätte mich gefreut wenn man selbst entscheidet wen man zB. als ersten auf seinem Rachefeldzug erledigt, allerdings kann man sich oft aussuchen die Zielpersonen auf anderen Wegen verschwinden zu lassen.
Die KI ist leider nicht immer Perfekt, funktionierte an dem meisten Stellen jedoch gut und fordert immer wieder das Timing und die Kreativität des Spielers.
Auf seinem Weg durch Dunwall findet man immer wieder Bücher die die Welt geschichtlich ein wenig mehr auffüllen sollen, die hälfte dieser Bücher hätte man lieber als NPC in die Welt integrieren sollen finde ich, so Fühlt sich das Kaiserreich im Industriezeitalter ein wenig zu leer an und der Spielfluss leidet auch am ständigen lesen, denn es sind viele Bücher!
Leider ist die Story teilweise vorhersehbar und das Ende sowas von unspektakulär und emotionslos.
Stellt euch vor am Ende von Star Wars hätte der Imperator gesagt "Vader, Luke... ich bin zu alt für sowas, alle legen Ihre Waffen hin und gehen nach Mos Eisley einen trinken" oder Frodo geht am Ende mit Sam in den Vulkan, schnippt den Ring in die Lava, Sam und Frodo schauen sich an und sagen "jo... Ring is Kaputt näh!"".
Hier war die Enttäuschung groß, trotz der Möglichkeit ein Gutes oder Chaotisches Ende erreichen zu können.
Das Klingt jetzt nach viel Kritik, aber wir sollten uns im Klaren sein, dass wir hier auf einem sehr hohen niveau angekommen sind.
+Tolle Geschichte mit skurrilen Gestalten
+Solide KI
+Viele Möglichkeiten Missionen anzugehen
+Man wird es ein zweites mal Spielen... Garantiert! (außer man kann dem so gar nichts abgewinnen ;)
+Viele Gegenstände die man sich während der Missionen "erschleichen kann"
+Nette Upgrades für Waffen und Rüstung
+Raum um sich Kreativ durch die Level zu bewegen...
+-Die Spielzeit beträgt so um 18 bis 22 Stunden, wenn man sich Zeit nimmt die Bücher zu lesen und den Gesrächen zu lauschen, das ist vom Umfang her Ok wie ich finde
+-Stummer Corvo
-...der sich allerdings nur bedingt neu anfühlt
-Keine offene Welt, schade!!!
-Die Kräfte sind ein wenig zu stark, man verliert den Respekt vor den Gegnern (bezogen auf den Schwirigkeitsgrad Normal)
-zu wenig Lebendigkeit durch indirekt beteiligte NPC's, dieses Defizit wird auch durch die vielen Bücher nicht aufgefangen
-Recht hektische Kämpfe
-Das Ende!
Als Fazit bleibt zu sagen, dass dieses Spiel Respekt verdient.
Die Entwickler hatten den Mut es neben den vielen "AAA-XY Teil 6" Titeln einen neuen Helden in einer neuen Welt zu etablieren, was durchaus gelungen ist.
Wer über die teils Matschigen Texturen, die Mosaikartige Aufteilung der Welt und ein Schwaches Ende hinwegsehen kann, sollte unbedingt zugreifen.
Trotz den Kritikpunkten auf hohem Niveau, Dishonored ist einer der Besten Titel dieses Jahr und was nach dem Abspann bleibt ist der Wusch direkt noch einmal nach Dunwall zu gehen,
um irgendetwas anders zu machen...
WERTUNG: 87 von 100 Punkten