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Disgrace
 
 
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Disgrace [Gebundene Ausgabe]

J. M. Coetzee
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 224 Seiten
  • Verlag: Viking Adult; Auflage: 1st American Ed (1. Oktober 1999)
  • Sprache: Englisch
  • ISBN-10: 0670887315
  • ISBN-13: 978-0670887316
  • Größe und/oder Gewicht: 21,3 x 14,2 x 2,3 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (101 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 142.304 in Englische Bücher (Siehe Top 100 in Englische Bücher)

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John M. Coetzee
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Dieser Titel ist in englischer Sprache.
David Lurie ist schon in seinem eigenen Leben kein Held, geschweige im dem von jemand anderem. Mit 52 Jahren ist der Protagonist von Disgrace am Ende seines beruflichen wie auch seines Liebeslebens angelangt und scheint geradezu absichtlich mit dem Unglück zu flirten. Seit langem Professor für Neuere Philologien am Cape Town University College in Kapstadt, wurde er kürzlich zum Assistenzprofessor für Kommunikation derselben Einrichtung degradiert, die mittlerweile ostentativ in Cape Technical University umbenannt wurde.

Obwohl er seiner neuen Disziplin täglich viele Stunden widmet, findet er deren erste Prämisse, wie sie im "Communications 101"-Handbuch formuliert ist, geradezu absurd: "Die menschliche Gesellschaft hat die Sprache erfunden, damit wir unsere Gedanken, unsere Gefühle und unsere Absichten einander mitteilen können." Seiner Ansicht nach -- die er für sich behält -- liegen die Ursprünge der Sprache im Gesang, die Ursprünge des Gesangs wiederum in der Notwendigkeit, die übergroße und ziemlich leere menschliche Seele mit Klang zu erfüllen.

David, der bereits zweimal geschieden ist und dessen äußerliche Anziehungskraft nachläßt, verführt auf ziemlich unbarmherzige Weise eine seiner Studentinnen; sein unschickliches Verhalten wird bald aufgedeckt. In seinem achten Roman wäre J.M. Coetzee vielleicht damit zufrieden gewesen, eine tiefgründige akademische Satire zu schreiben. Aber in Disgrace hat er sich weitaus mehr vorgenommen, und seine Kunst ist so kompromißlos wie seine Hauptfigur -- allerdings auch unendlich komplexer. Nicht bereit, das Spiel der öffentliche Reue mitzumachen, läßt sich David schließlich feuern -- eine letzte Geste der Verachtung. Nun, denkt er, kann er sich hinsetzen und etwas über Byrons letzte Lebensjahre schreiben -- keine leere, ungelesene Kritik, "Prosa als Meterware" sozusagen, sondern ein Libretto. Zu diesem Zweck reist er in die Ost-Kap-Provinz zur Farm seiner Tochter. Lucy, die Mitte Zwanzig ist, kehrte dem Schick der Stadt den Rücken und lebt nun auf fünf Hektar Land vom Blumen- und Gemüseanbau und einem Hundeasyl. "Nichts könnte einfacher sein", denkt David. In Wirklichkeit könnte nichts schwieriger sein -- oder, jetzt im neuen Südafrika, gefährlicher. Weit davon entfernt, die Zuflucht zu sein, die er gesucht hat, ist in Salem kaum etwas sicher. Gerade als sich David in seine vorübergehende Rolle als Landarbeiter und wenig begeisterter Freiwilliger im Tierheim eingelebt hat, werden er und Lucy von drei schwarzen Männern überfallen. Unfähig, seine Tochter zu beschützen, ist Davids Schande nun komplett. Ihre ist allerdings weitaus größer.

Es gibt in Coetzees schmerzlichem Roman viel mehr zu erkunden, und wenig davon ist tröstlich. Es wäre zu einfach, seinen Titel aufzugreifen und Disgrace als eine komplizierte Aufarbeitung persönlicher und politischer Schande und Verantwortung zu betrachten. Aber das Anliegen des Autors ist die Geschichte seines Landes, die Brutalitäten und der Verrat. Coetzee setzt sich auch mit der Frage auseinander, wieviel Seele und wieviele Rechte wir Tieren zugestehen. Nach dem Überfall nimmt David seine Rolle im Hundeasyl viel ernster und findet schließlich eine Art Zuhause und ein gewisses Maß an Liebe. In Coetzees The Lives of Animals, vor kurzem in der Schriftenreihe der Princeton University erschienen, erzählt eine alternde Romanschriftstellerin ihren Zuhörern, daß die Frage, die alle Labor- und Zootiere beschäftigt, lautet: "Wo ist mein Zuhause, und wie komme ich dorthin?" Obwohl er im Vergleich zu den ungewollten Tieren, die in seiner Obhut sind, geradezu allmächtig ist, ist David letztendlich genauso gefangen und genauso verloren wie sie.

Disgrace ist geradezu gewollt einfach. Und doch besitzt es seine ganz eigene magere,herzzerreißende Lyrik, vor allem in den Beschreibungen der ungewollten Tiere. Am Anfang der Geschichte erklärt David seiner Studentin, daß Lyrik den Leser entweder sofort anspricht -- "eine plötzliche Offenbarung und eine plötzliche Reaktion" -- oder überhaupt nicht. Coetzees Buch spricht da anders; seine Schichten und Traurigkeiten wickeln sich endlos ab. --Kerry Fried

Amazon.co.uk

Emerging from the dissident calibrations of literary voices joined together in the culture of protest against the apartheid regime, the distinctive writing of novelist, critic and academic J M Coetzee has become identified as one of the most finely tuned among contemporary Southern African writers. From the local recognition accorded his earliest novel Dusklands to the international acclaim with which his rewriting of Defoe's Robinson Crusoe story, Foe was received, Coetzee has dedicated himself to transforming South African writing from a blunt weapon of struggle to a delicate and incisive instrument of reflective liberation.

Disgrace takes as its complex central character 52-year-old English professor David Lurie whose preoccupation with Romantic poetry--and romancing his students--threatens to turn him into a "a moral dinosaur". Called to account by the University for a passionate but brief affair with a student who is ambivalent about his embraces, David refuses to apologise, drawing on poetry before what he regards as political correctness in his claim that his "case rests on the rights of desire." Seeking refuge with his quietly progressive daughter Lucie on her isolated small holding, David finds that the violent dilemmas of the new South Africa are inescapable when the tentative emotional truce between errant father and daughter is ripped apart by a traumatic event that forces Lucie to an appalling disgrace. Pitching the moral code of political correctness against the values of Romantic poetry in its evocation of personal relationships, this novel is skillful--almost cunning--in its exploration of David's refusal to be accountable and his daughter's determination to make her entire life a process of accountability. Their personal dilemmas cast increasingly foreshortened shadows against the rising concerns of the emancipated community, and become a subtle metaphor for the historical unaccountability of one culture to another.

The ecstatic critical reception with which Disgrace has been received has insisted that its excellence lies in its ability to encompass the universality of the human condition. Nothing could be farther from the truth, or do the novel--and its author--a greater disservice. The real brilliance of this stylish book lies in its ability to capture and render accountable--without preaching--the specific universality of the condition of whiteness and white consciousness. Disgrace is foremost a confrontation with history that few writers would have the resources to sustain. Coetzee's vision is unforgiving--but not bleak. Against the self-piteous complaints of all declining cultures and communities who bemoan the loss of privileges that were never theirs to take, Coetzee's vision of an unredeemed white consciousness holds out--to those who reach towards an understanding of their position in history by starting again, with nothing--the possibility of "a moderate bliss." --Rachel Holmes -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.


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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen WHITE MAN'S BURDEN, 17. Juni 2000
Rezension bezieht sich auf: Disgrace (Gebundene Ausgabe)
"Disgrace," Coetzee's prize-winning offering to the literary world, is a disturbing book - which is a very mild way of saying that it jolts you out of your complacencies, sends a chill down your spine and keeps coming back to haunt you even when you put it away. It places scenes before you that you'd rather turn your eyes away from. And it unwraps matters that would generally be swept under the carpet in polite society. The pattern of shame and disgrace suffered by david Lurie is repeated with Lurie's daughter as the sufferer. It is almost as though she were paying back for the sins of her father. She bears it all in silence, refusing to complain, taking it as the price that she, being white, must pay for living in a black country. Personal relationships thus get meshed with local and national politics and with racial history. It is no longer the story of individuals but of two races split by a colour divide.

"Disgrace" is heavy with symbolism, drawing constant parallels between the human and the bestial (Bev Shaw and her dog clinic), making the reader wonder which of the two species is more humane. It is a novel that focuses attention on the sorrows of being human in a world that is essentially inhuman, a world that is unable to understand and reach out to individuals caught up in an existential web of loneliness and pride.

As he narrates the story of the main protagonist, the writer, John Coetzee, interweaves it with the story of a nation coming into its own, throwing off age-old shackles of the apartheid curse. This, in different hands, would probably be an optimistic theme, welcoming the dawn of a new era. But Coetzee is aware of the Savage God that takes birth, replacing one chaos with another. Disgrace, which begins as the story of a professor of English driven by Eros, ultimately turns out to be the tale of the white man in South Africa. What happens when the reigning majority is reduced to a minority, a hounded, unwanted minority? What price does it have to pay then for the sins of the past?

To put it differently, what happens to the master when he is overthrown? What is the retribution? How do the erstwhile slaves take revenge? The history of the country thus becomes metaphorically entwined with that of individual characters. Racial hatred is laid bare and the harsh, ugly realities of post-apartheid South Africa, horrifying and frightening, are foregrounded.

So the novel is about the aftermath of decolonization as much as it is about the aftermath of Desire. In electing an anti-hero as the main protagonist, Coetzee draws our attention to what human beings really are. Like Lurie, they go wrong and fall from their pedestals - simply because they are human, fallible, flawed creatures: "...how are the mighty fallen!" says a character in Disgrace. But, through sacrifice, love and compassion there is the hope of redemption, at least partial. This is the underlying Christian theme, the saving grace that lifts ordinary mortals to a higher plane, enabling them to have intimations of immortality in a world that is undeniably mortal.

Narrated in a bare minimalist style, spare and precise almost to a fault, the narrative does not falter or linger over superfluous words or emotions. There is no moralizing, no sentimentality or gimmickry. The author believes in understatement: his symbols are loaded, the power of suggestion is strong and unignorable. Indeed, Coetzee knows how to hold his readers' attention, how to write an award winning book, how to produce a masterpiece. We love it, even if the masterpiece is one that niggles at our conscience and makes us uncomfortable!

Manju Jaidka

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13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Ein spannendes, unterhaltendes und kritisches Buch., 23. April 2001
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Disgrace (Taschenbuch)
David Lurie ist Professor für romantische Literatur an der Universität von Kapstadt mit einer Vorliebe für schnelle Eroberungen. Seine jüngste Eroberung ist die schwarze Studentin Melanie, die eine seiner Vorlesungen besucht. Nachdem diese ihn wegen sexueller Belästigung anklagt, wird ihm nahe gelegt, zu künfigen. Lurie flieht zu seiner Tochter Lucy, die auf einem Bauernhof lebt. Einige Tage nach seiner Ankunft werden Vater und Tochter von drei Schwarzen überfallen und Lucy mehrfach vergewaltigt. Mit diesem Ereignis hat sich ein Abgrund zwischen den beiden geöffnet, der nicht mehr zu überbrücken ist. Lurie will, daß seine Tochter in die sichere Stadt umzieht, Lucy will auf dem Hof bleiben und sich mit den neuen Umständen arrangieren. Dieser Meinung bleibt sie auch, als einer der Vergewaltiger sich als Neffe des Verwalters ihres Hofes und sie selbst sich als schwanger herausstellt. Das Buch erzählt aber nicht nur die Geschichte von Lurie und seiner Tochter. Vielmehr handelt es sich um eine allegorische Schilderung des Schicksals Südafrikas. Schwarze gegen Weisse, die ehemals Unterdrückten mausern sich zu Unterdrückern. Alte Werte verlieren ihre Gültigkeit und wer sich früher sicher fühlte, verliert den Boden unter den Füssen. "Disgrace" ist ein spannendes Buch, dass sich zum einen als 'normale' Geschichte und zum anderen als komplexes Gesamtkunstwerk lesen lässt.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Südafrika kennenlernen, 28. September 2005
Von 
Rezension bezieht sich auf: Disgrace. (Vintage) (Taschenbuch)
Noch nie habe ich, selber Südafrikaner/Namibier, eine derartig dichte Darstellung des Dilemmas des weißen "Mannes" in der post Apartheid Era gelesen. Die Konfrontation mit Machtlosigkeit ist fast unerträglich, meiner Meinung nach aber korrekt, richtig, unerbittlich erfasst und jenseits hemingwayscher Konzentration konsequent. Herausfordernder als Malan "My traitor heart", eine Begegnung mit dem Untergang. Das Thema erfasst tiefste Schattenaspekte der Seele, schleudert Emotionen hoch, deren Bewältigung in Afrika - auch angesichts der Bewunderung vieler Schwarzafrikaner beispielsweise für Mugabe - vorrangig, existentiell ist.
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