"I really love Disco-Beat", sagte Jeff Lynne 1979 in einem Interview, und man hört es dieser Platte deutlich an - und es macht richtig Spaß! Den großartigen Opener 'Shine A Little Love' schüttelt ELO-Mastermind Lynne einfach so aus dem Ärmel, um gleich danach mit dem zuckrigen 'Confusion' einen hartnäckigen Evergreen zu kreieren, der selbst Jahrzehnte später immer noch im Formatradio dudelt. 'Diary Of Horace Wimp' ist der Versuch, 'Mr. Blue Sky' vom '77er Doppelalbum 'Out Of The Blue' zu wiederholen - und siehe, es gelingt dem gewieften Songdrechsler mühelos! Getoppt wird das alles vom mitreißenden Discostampfer 'Last Train To London', bevor die Platte mit dem gnadenlos dahinwalzenden 'Don't Bring Me Down' die Lautsprecher zum Bersten bringt. Dazwischen finden sich vier ziemlich mittelmäßige und sehr glatt produzierte Mainstream-Songs: 'Need Her Love' gefällt höchstens durch das gefühlvolle Gitarrenintro, 'Midnight Blue' scheint im letzten Vers die BeeGees parodieren zu wollen, 'On The Run' ist saft- und kraftlos, und 'Wishing' scheint total überflüssig - man sagt, Lynne sei verliebt gewesen während der Produktion (der Yoko Ono-Effekt?) DISCOVERY ist also eine zwiespältige Platte und markiert den Endpunkt in Lynne's Trendsetterkarriere, alles was danach von ELO kam, war anachronistisch. Fazit: Eine meist schwungvolle und stellenweise sehr amüsante Platte bringt wehmütige Erinnerungen an die späten 70er-Jahre zurück.