Das Buch deckt eine der wichtigsten Etappe für die Gesamtentwicklung des wissenschaftlichen Teilgebiets der Ornithologie in den Jahren von 1760 bis 1850 ab. Der Autor arbeitet insbesondere die Verdienste der Naturforscher Mathurin-Jacques Brisson und Georges Louis Marie Leclerc, Comte de Buffon für die weitere Entwicklung einer neu entstehenden Wissenschaft heraus. Meist ist das Augenmerk auf Frankreich und England gerichtet. Mit Coenraad Jacob Temminck wird ein weiterer wichtiger europäischer Ornithologe gewürdigt. Leider erfährt man wenig über die von ihm und auch vom französischen Staat gesponserten Expeditionen. Es wäre schon interessant gewesen zu erfahren was Jules Boucier auf seinen Mittelamerikareisen erlebt hat oder was Rièffer genau mit der ominösen Santa Fe de Bogota Sammlung zu tun hatte. Doch hier ist der Autor schwammig, wenig konkret. Klar werden auch andere Größen wie John Gould, John James La Forest Audubon, John L. Latham, Carl Andreas Naumann und, und, erwähnt. Sehr tief geht das Buch aber auch hier nicht. Die deutschen Verdienste dieser jungen aufstrebenden Wissenschaft werden nur stiefmütterlich behandelt. Jean Louis Cabanis wird beispielsweise gar nicht erwähnt. Im Großen und Ganzen fand ich das Buch aber eine spannende Materie. Insbesondere da französische Ornithologen wie z.B. der Präsident des Congrès scientifique de France Baron Noël Frédéric Armand André de La Fresnaye relativ schwierig zu recherchieren sind. Definitiv bekommt man durch das Buch Anhaltspunke wo man Informationen für andere französische Exoten der Vogelkunde wie Émile Parzudaki oder Henri Delattre suchen könnte. Für Freunde der Naturgeschichte mit Schwerpunkt Ornithologie kann ich das Buch nur empfehlen