Produktbeschreibungen
Die Geschichte der
School of Seven Bells - auch
SVIIB genannt - beginnt im Jahre 2004. Gitarrist Benjamin Curtis ist noch Mitglied der
Secret Machines und auf Tour, da trifft er auf die eineiigen Zwillinge Alejandra und Claudia Deheza. Ihre Band heißt
On! Air! Library!, man lernt sich kennen und beschließt die alten Gruppen zu verlassen, um gemeinsam etwas Neues zu starten. Als Namen wählte das Trio eine mysteriöse Akademie für Taschendiebe, die in den 80er Jahren existiert haben soll oder auch nicht. Ende 2006 sind
School of Seven Bells eine feste Band, die von
Blonde Redhead und
Prefuse 73 als Support verpflichtet werden. Robin Guthrie (Cocteau Twins) remixed einen Song der New Yorker, die ungewöhnliche Wege gehen. Zuerst stehen immer die Texte, die auf Klarträumen von Sängerin Alejandra basieren. Um sie herum formt das Trio eine atmosphärisch-träumerische Melange aus Elektronik, Shoegazing und Dream Pop, die Assoziationen an
My Bloody Valentine,
Piano Magic,
Stereolab,
Seefeel,
4 AD-Klangästhetik oder
This Mortal Coil weckt. So wird auch das zweite Album
Disconnected From Desire von den sanftmütigen und manipulierten Gitarrenriffs von Benjamin Curtis geprägt, der Gelassenheit der hypnotischen Sounds und den verhuschten Gesängen der Deheza-Schwestern. Schön, wenn man seine eigenen Träume vertonen kann.
Hypnosis on the dancefloor: Auf „Disconnect From Desire“ fabrizieren School Of Seven Bells bewusstseinserweiternden Electro-Dream-Pop. Das New Yorker Trio School Of Seven Bells, bestehend aus den Geschwistern Alejandra and Claudia Deheza und dem Musiker Benjamin Curtis, knüpft auf seinem zweiten Studioalbum "Disconnect From Desire" zweifelsohne an dieses Ziel an - und ist erfolgreich dabei. Mit einer Mischung aus sphärischem Neo-Shoegaze und knalligem Elektro-Pop laden sie auf die Tanzfläche und gleichermaßen zum Träumen ein - den Engelsstimmen der beiden Schwestern sei Dank. Im Opener "Windstorm" geht es noch wesentlich munterer zu: Das durchweg positiv gestimmte Lied bleibt aufgrund einer markanten Synth-Voice im Ohr haften und brilliert nicht zuletzt durch den süßen Gesang. Jener erinnert ein wenig an die polyphonen Vokalstrukturen der Band Stereolab aus den 90er Jahren. Der Track gehört durch den Einsatz von Gitarre und Schlagzeug zu den wenigen Songs auf dem Album, welche sich dem virtuellen Spektrum an Instrumenten weitestgehend entziehen. Im zweiten Stück „Heart Is Strange“ trumpfen so ziemlich alle Stärken der Gruppe auf. Das von einer düsteren Basslinie angetriebene Stück besticht ob der poppigen, elektronischen Beats nicht nur durch Tanzbarkeit, sondern vor allem durch das Gespür der Band für die ganz großen Harmonien. Auch hier ist der mit Reverb versehene Doppelgesang der Geschwister Dehera das Maß aller Dinge: Sobald dieser in den Strophen einsetzt, bekommt der Fünfminüter einen regelrecht sakralen, geradezu hoheitsvollen Charakter. Die weiblichen Vokalparts sorgen im Zusammenspiel mit der dunklen Atmosphäre für ein beeindruckendes Schauspiel. Dass die Schools Of Seven Bells auch in puncto Dramatik ein treffsicheres Händchen haben, beweisen sie im spannungsvollen Electro-Pop-Chanson „Dust Devil“: Dort steigert sich der Song aus den finsteren Tiefen der Monotonie hoch zu einem melodischen Maximum. Je länger die beiden Schwestern hierbei die Vokale strecken, desto sphärischer wird das Songklima. Mit ihren Stimmen kreieren die beiden einen dünnen, flickenlosen Soundteppich, welcher das Beat-Skelett wie ein dünner Schleier umhüllt. Im Laufe der Platte verlieren die Songs jedoch ein klein wenig an Glanz, sind vom melodischen Gesamtbild nicht so spektakulär wie ihre Vorgänger. Trotzdem: Auch der Rest des Albums ist alles andere als langweilig. Der hoheitsvolle, aber trotzdem nicht pathetisch wirkende Dream-Pop pendelt hin und her zwischen Shoegaze-Geschrammel und elektronischen Sounderzeugnissen. Während sich das langsamere "Joviann" und das getragene "Babelonia" durch epischen Noise-Rock mit Effektgeräthascherei auszeichnen, zeigt der Taktstock im Kraftwerk-ähnlichen "Camarilla" abermals in Richtung Electro. Im Rausschmeißer "The Wait" schlägt das Trio auch ruhigere Töne an und erzeugt in bester Downtempo-Manier einmal mehr hypnotisierende Klanglandschaften. Auf "Disconnect From Desire" gelingt es den Schools Of Seven Bells, die Schwerelosigkeit tanzbar zu machen. Electro-Pop und Shoegaze geben sich in den zehn neuen Songs die Klinke in die Hand. Hierbei sind die Gesänge der beiden Frontfrauen maßgebend und durch nichts zu ersetzen.