"i am disco", erschienen auf Kitty-yo, ist das 1. Album von rhythm king and her friends, eine Zusammemstellung aus älteren und neuen Stücken der Band, die u.a. auf ihrer CD "s/t" und EP "get paid" in den letzten 4 Jahren erschienen sind.
Schon länger von der Einzigartigkeit der Berliner Band begeistert, kann ich jedem dieses Album wärmstens empfehlen, die elektronische/pop/postpunk -Musik mag und/oder sich im queeren/feministischen Kontext bewegt.
Linda, Pauline+Sara haben wunderbare Popmelodien geschrieben, unterlegt mit fetten Beats, lässigem Bass und rockender Gitarre. Dazu ein sich untereinander abwechselnder Gesang, mal auf englisch, mal auf fränzösisch und bulgarisch, mal durch ein Megafon vorgetragen. Die Texte beschäftigen sich subversiv mit Themen rund um queere Praxis, Geschlechterrollen oder Arbeitsleben, und das ganz sehr selbstbewusst, ohne "erhobenen Zeigefinger". Der Song 'get paid` z.B. handelt vom Zwang zur Kreativität in einem corporate Umfeld und schlägt ironisch vor, etwas weniger zu tun, und gibt einen Katalog der Arbeitssabotage vom Einsatz störender Computerviren bis zur Belästigung der Chefs.
In ihrer Attitude und der allgemeinen Atmosphäre der Songs erinnern rhythm king and her friends an Bands wie Liliput, The Slits oder Au Pairs. Mit einer Band wie Le Tigre, mit der sie 2002 durch Europa tourten, verbindet sie, kollaborativ kreativ im Queer-und Gender-Diskurs unterwegs zu sein.